Winterberg. Die Landschaft der Amerikanischen Jungferninseln ist hügelig, das Klima tropisch und die gut 100.000 Einwohner leben primär vom Tourismus. Auf einer der drei Hauptinseln, Saint Thomas, wohnt Katie Tannenbaum. Wenn sie nicht gerade in Sachen Wintersport durch die USA oder Europa tourt. Die 29-Jährige gilt als die größte Exotin der BMW FIBT Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft in Winterberg.

Aber als solche sieht sie sich gar nicht unbedingt. Sie betrachtet die karibische Heimat östlich von Puerto Rico auch nicht einmal als großen Standort-Nachteil für eine Skeleton-Pilotin: „Für die anderen Mädchen sind die Bahnen im Sommer ja ebenfalls geschlossen.“ Eine erfrischend pragmatische Sicht für eine Schlittensportlerin, die sich auf Vermittlung des Weltverbandes FIBT den amerikanischen Trainer Caleb Smith mit Vertretern anderer kleiner Skeleton-Nationen wie Belgien, Bulgarien, Brasilien oder Polen teilt. Und die anstrebt, wie Australien und Neuseeland den amerikanischen Verband als großen Partner zu gewinnen, um mehr Planungssicherheit zu haben.

Katie Tannenbaum freut sich auf die WM. Foto: © Bobbahn Winterberg Hochsauerland

Katie Tannenbaum freut sich auf die WM. Foto: © Bobbahn Winterberg Hochsauerland

Bisher ist Park City im Bundesstaat Utah, Olympia-Schauplatz von 2002, lediglich die Heimbahn. Denn selbst wenn die junge Frau von den US Virgin Islands im heimischen Tourismus-Verband über einen kleinen Sponsor verfügt, muss sie sich doch den Winter in der weiten Welt auf dem Skeleton im Sommer zu Hause als Mathematik-Lehrerin verdienen.

Begonnen hatte alles als Fernsehzuschauerin. Der Besuch der olympischen Rennen 2010 im kanadischen Whistler bestärkte sie in dem Willen, die „coole Disziplin“ selbst auszuprobieren. Seit drei Jahren ist die Blondine aus der Karibik mittlerweile auf den europäischen Bahnen dabei, im Intercontinental Cup, also der zweiten Liga, bewegte sie sich in diesem Winter zwischen Platz zwölf in Calgary und 21 in – Winterberg. Dort soll es Ende dieser Woche bei der Weltmeisterschaft mindestens Rang 25 sein. Und im nächsten Jahr erfolgt der Einstieg in den Weltcup.

Man wird sich also auch in der Eliteliga an den Namen Tannenbaum gewöhnen müssen. Der ist übrigens keine Hinweis auf Vorfahren aus Deutschland – sondern aus dem Bereich Rumänien, Polen und Ungarn.

Quelle: Bobbahn Winterberg Hochsauerland