Südwestfalen: Zeitumstellung abschaffen – Energieeinsparungen wurden nicht erzielt

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Südwestfalen / Meschede. Der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese hat sich erneut für die Abschaffung der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit ausgesprochen. Am kommenden Samstag werden die Uhren umgestellt, so dass es ab Sonntagabend wesentlich früher dunkel wird.

Viele Menschen und Tiere können sich an die Zeitumstellung nicht anpassen und leiden z.B. unter Schlafstörungen. Im Frühjahr hatte der Bundesparteitag der CDU sich für die Abschaffung ausgesprochen. „Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder behält man die Winterzeit das ganze Jahr bei oder die Sommerzeit. Ich glaube nach Gesprächen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern auch in Südwestfalen, dass es besser wäre, die Sommerzeit das ganze Jahr beizubehalten, dann wäre es in den kommenden Wochen abends länger hell. Wir müssten zwar damit leben, dass es morgens auch länger dunkel ist. Aber ich glaube, das wäre das kleinere Übel„, so Liese.

Liese hatte sich gemeinsam mit seinem Kollegen Herbert Reul an den zuständigen EU-Kommissar. Dieser hatte die Initiative zunächst nicht aufgegriffen. „Wir haben aber jetzt eine neue EU-Kommission und werden das Thema erneut anbringen„, so der heimische Abgeordnete abschließend.

Quelle: CDU-Europa-Büro für Südwestfalen

2 Kommentare

  1. Zu Ihrem Artikel „Südwestfalen: Zeitumstellung abschaffen…“ nehme ich (Rentner, 72) wie folgt Stellung:
    Ich finde es lobenswert, dass Herr Dr. Liese sich nicht nur für eine Abschaffung der Zeitumstellung einsetzt, sondern das Thema auch bei der neuen EU-Kommission ansprechen will. Allerdings meine ich auch, dass er sich unter allen Umständen für eine ganzjährige „Winterzeit“ (die eigentliche Normalzeit MEZ) aus folgenden Gründen entscheiden sollte:
    1. Die Schlafforschung ist schon vor Jahren zu dem Ergebnis gekommen, dass die sieben Monate währende „Sommerzeit“ (MESZ) ungesund ist, und zwar weniger wegen des „Jetlags“, der eher vorübergehender Natur ist, als vielmehr wegen des dauerhaft falschen Signals, das die genetisch im menschlichen Gehirn verankerte innere Uhr, die sich nach dem Lauf der Sonne richtet, durch die äußere, soziale Uhr erhält. Folgen sind schon während dieser MESZ-Phase verbreitetermaßen chronischer Schlafmangel, aus dem verschiedene Krankheiten erwachsen können und von dem vor allem Jugendliche – biologisch bedingt – hart betroffen sind (vgl. dazu z. B. den Artikel „Weg mit der Sommerzeit!“ von Peter Spork in bild der wissenschaft online 4/2010, S. 32 sowie sein neues Buch „Wake up!“, erschienen Ende September d. J.).
    2. Noch schlimmer wäre die Einführung einer ganzjährigen MESZ. Dazu liegen mittlerweile praktische Erfahrungen aus Russland vor. Unter Medwedjew wurde 2011, weil die Zeitumstellung als lästig empfunden wurde, eine Uhrzeit, die auf der dortigen „Sommerzeit“ beruhte, ganzjährig eingeführt und darüber hinaus die Zahl der Zeitzonen von elf auf neun reduziert – mit desaströsen Folgen: Die Zahl der Depressionen bis hin zu dadurch bedingtem Suizid stieg bis zu diesem Jahr derart stark an (vgl. etwa „Russland will zurück zur Winterzeit“ in: Tagesspiegel online vom 24. 9. 2013), dass am 2. Juli d. J. die Einführung von dauerhafter Normalzeit sowie die erneute Erhöhung der Zeitzonen auf elf gesetzlich festgelegt wurde. So erfolgte in der Nacht zum 26. Oktober eine einmalige Rückstellung der Uhr, die fortan das ganze Jahr über in Russland gilt.
    Für mich sind die Argumente für eine ganzjährige MESZ, wie sie Herr Dr. Liese anführt, in jeder Hinsicht hinfällig:
    a) Das eigentliche Problem der „Sommerzeit“ liegt nicht so sehr im Umstellen der Zeit und dem damit verbundenen vorübergehenden „Jetlag“. Die angeführten Schlafstörungen sind vielmehr dauerhafterer Natur und gehen auf eine in der „Sommerzeit“-Phase vorhandene zu große Diskrepanz zwischen innerer und äußerer Uhr zurück.
    b) Die verbreitete Behauptung, es sei bei „Sommerzeit“ „abends länger hell“, beruht auf der Illusion, dass der Abend vermeintlich früher beginne. Sie entsteht, wenn etwa 16.30 Uhr MEZ, also eine Zeit am Nachmittag, durch die Hinaufmanipulation der Uhrzeit implizit als 17.30 Uhr und damit als früher Abend erscheint. Viele berufstätige „Sommerzeit“-Befürworter dürften dabei eher an den gegenüber der Normalzeit eine Stunde früheren Feierabend denken. Vermutlich wird befürchtet, dass man den bei Normalzeit aufgeben müsse. In Zeiten flexibler Arbeitszeit wie heutzutage sollten sich hier m. E. weitgehend Lösungen in Form von früherem Arbeitsbeginn und entsprechendem früheren Dienstschluss finden lassen.
    c) Dass in Gesprächen mit Herrn Dr. Liese viele Bürgerinnen und Bürger sich für ganzjährige „Sommerzeit“ aussprachen, scheint mir im wesentlich auf Unkenntnis des oben geschilderten Geschehens um die Uhrzeiteinstellung bzw. die schlimmen Folgen der dreijährigen Dauer-„Sommerzeit“ in Russland zurückzugehen.
    d) Damit leben zu sollen, dass es bei ganzjähriger MESZ morgens länger dunkel wäre, ist nicht das kleinere, sondern das größere Übel, insbesondere im Winter. Es geht nicht an, bei morgendlich viel zu langer Dunkelheit im Winter wach sein zu müssen und damit der inneren Uhr, die ohne das von ihr benötigte Tageslichtsignal gewissermaßen noch „schläft“, auf diese Weise dauerhaft Gewalt antun zu sollen! Genau das war der Fehler, der in Russland begangen wurde. Es kann nicht sein, dass man sich für ebendiesen Missgriff, der dort soeben korrigiert worden ist, hierzulande nunmehr argloserweise auch noch einsetzen will!

  2. Die Sommer-Zeitverordnung MESZ ist ein „sozialer“ Jetlag!

    Passend zur Uhrrückstellung auf Normalzeit MEZ, hat Herr Dr. rer. nat. Peter Spork promovierter Biologe und Wissenschaftsautor (Spezialgebiete: Schlaf- und Hirnforschung, Chrono- und Molekularbiologie) aus seinem Buch: „Wake Up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft“ das Unterkapitel, das sich mit der Abschaffung der Sommerzeit beschäftigt „Warum die Sommerzeit ein Fehler“ als kostenlose Leseprobe bereitgestellt. Einzusehen unter: http://www.peter-spork.de/93-0-Leseproben.html

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