Südwestfalen / Iserlohn. Gemeinsam haben sie vor drei Jahren ihr Maschinenbaustudium mit Schwerpunkt Produktentwicklung / Konstruktion an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn begonnen. Und gemeinsam haben sie es jetzt mit einer Bachelorarbeit im Bereich der Virtuellen Realität (VR)beendet. Mit Bestleistung haben Pia Katherina Skowron, Marco Di Pumpo und Dennis Hoffmann ihr Studium abgeschlossen und mit ihrer Arbeit neue Wege für die Zukunft der Lehre aufgezeichnet.

Aus vielen Unterhaltungsbereichen kennt man es: Mit Hilfe einer futuristischen Brille taucht man ein in virtuelle Welten, sitzt plötzlich auf einer malerischen Piazza in Italien, steuert einen Rennwagen oder erlebt Abenteuer in fernen Ländern. Aber längst hat die Virtuelle Realität auch Einzug in die industrielle Konstruktion und Entwicklung gehalten, auch im Automobilbau, was das Entwickeln und Bauen von Autos sehr vereinfacht hat.

Im Studium in virtuellen Welten zu lernen, ist zurzeit an der Fachhochschule Südwestfalen noch nicht möglich, aber die Grundlage dafür haben die drei Studierenden in ihrer Bachelorarbeit jetzt gelegt. Am Beispiel eines VM Seventy Seven, ein Replikat des Sportwagens Lotus Super Seven. Pia, Marco und Dennis haben dazu das komplette Fahrzeug aus der Realität in die CAD Welt überführt. Hierzu erfassten sie die Geometrien des Fahrzeugs zunächst mittels optischer Digitalisierung und bereiteten sie mittels einer speziellen Software für die weitere Rekonstruktion auf. Anschließend erfolgte ein Großteil der Modellierung der Einzelteile mit einem CAD-System.

(v.l.n.r.) Haben in ihrer Bachelorarbeit die reale und die virtuelle Welt verknüpft: Marco di Pumpo, Pia Katherina Skowron, Betreuer Prof. Dr. Wilhelm Hannibal und Dennis Hoffmann. Foto: © FH Südwestfalen - Iserlohn

(v.l.n.r.) Haben in ihrer Bachelorarbeit die reale und die virtuelle Welt verknüpft: Marco di Pumpo, Pia Katherina Skowron, Betreuer Prof. Dr. Wilhelm Hannibal und Dennis Hoffmann. Foto: © FH Südwestfalen – Iserlohn

Ein Schwerpunkt der Arbeit lag in dem Aufbau einer Datenstruktur, die das Fahrzeug systematisch geordnet abbildet. Ein weiterer Schwerpunkt untersuchte den Datentransfer der CAD Daten in die unterschiedlichen am Markt vorhandenen CAD-Systemlösungen. Und schließlich beschäftigten sich die Studierenden mit der zukunftsorientierten Nutzung der CAD-Daten für VR und Augmented Reality (AR)-Technologien. Es soll jetzt im Lehrbetrieb als Basis für weitere Konstruktionen genutzt werden und als Anschauungsmodell in VR-Welten dienen.

Jetzt haben wir die Basis, um unser eigenes Hochschulfahrzeug virtuell zu konstruieren und unseren Studierenden die Entwicklung, Konstruktion , den Motor- und Getriebeeinbau dort anschaulich beizubringen. Und auch ein elektrischer Antrieb lässt sich für dieses Fahrzeug entwickeln“, bringt Prof. Dr. Wilhelm Hannibal den Nutzen der studentischen Arbeit auf den Punkt. Zum jetzigen Zeitpunkt arbeiten erst wenige Hochschulen mit virtuellen Realitäten. Aber Pia, Marco und Dennis haben jetzt auch die virtuelle Zukunft an der Fachhochschule Südwestfalen eingeläutet. Das Thema wird sie auch in ihrem zukünftigen Masterstudium an der Hochschule weiter begleiten. Und wie sollte es anders sein, alle studieren Integrierte Produktentwicklung und das wieder gemeinsam. Ein gutes Team eben.

Quelle: Fachhochschule Südwestfalen – Standort Iserlohn
Foto: © FH Südwestfalen – Iserlohn