Gelsenkirchen/Rheinberg (straßen.nrw). Mit einer Kapazität von 220.000 Tonnen Salz geht der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen in die anstehende Wintersaison. Das ist so viel wie noch nie. In diesen Tagen wird das neue Salzlager in Rheinberg im Kreis Wesel befüllt. Dort sollen künftig 40.000 Tonnen als landeseigene Reserve für die Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in NRW lagern.

Bereits im vergangenen Jahr sind im münsterländischen Saerbeck mit 39.000 Tonnen Salz und in Grevenbroich im Kreis Neuss mit 38.000 Tonnen zwei Reservelager eingerichtet worden. Diese sollen ebenfalls bei Lieferengpässen zur Sicherstellung des Winterdienstes genutzt werden. Sie beinhalten die vom Bund vorgesehenen 60.000 Tonnen „nationale Streusalzreserve“ und einen weiteren Anteil von rd. 5.000 Tonnen für kommunale Straßen in NRW. Von der „nationalen Reserve“ können bei Bedarf die Bundesländer Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz 28.000 Tonnen abrufen. In den 220 örtlichen Salzhallen der Meistereien von Straßen.NRW sind weitere 136.000 Tonnen gelagert.

Gut gerüstet

Der 100-jährige Kalender spricht von Schnee, der schon im Dezember fällt, und mutmaßt sogar über weiße Weihnachten. Auf derlei Spekulationen will man sich bei Straßen.NRW allerdings nicht einlassen: „Wir fühlen uns auf jeden Fall gut gerüstet„, betonte Geschäftsführer Ralf Pagenkopf bei der Besichtigung der neuen Salzhalle in Rheinberg. „Salz haben wir genug, und die Gerätschaften wurden bereits im Sommer gesäubert, repariert und auf ihren Einsatz vorbereitet„, sagte Pagenkopf. In einem durchschnittlichen Winter würden 130.000 Tonnen Salz benötigt. Der zurückliegende Winter war mit 68.000 Tonnen verbrauchtem Salz der mildeste seit fünf Jahren, nicht vergleichbar mit der Saison zuvor, als es Lieferengpässe gab und Straßen.NRW für seine Straßen 226.000 Tonnen Salz benötigte. Aus diesen Gründen fielen auch die Kosten im vergangenen Winter mit weniger als 19,6 Millionen Euro vergleichsweise gering aus. Der vorherige Winter hatte rund 50 Millionen Euro für Salz, Personal und Geräte gekostet.

Foto: Straßen.NRW

Flüssig und sicherer

Zunehmend setzt der Landesbetrieb Straßenbau auf das System des „Flüssig-streuens“. Hatte man vor zwei Jahren nur zwei Fahrzeuge als Versuchsobjekte mit Flüssigstreuern auf die Straßen geschickt, sind mittlerweile vier Fahrzeuge dieser Art unterwegs und weitere neun für die nächste Saison bestellt. Nach Ansicht der Experten erhöht das Flüssigstreuen die Verkehrssicherheit und mindert den Verbrauch von Streusalz: Die Sole kann sich besser auf den Straßen verteilen, wird nicht so schnell verdrängt wie Streusalz und kann schneller wirken, weil sich das Salz nicht erst auflösen muss. Im Laufe des Winters soll in einer Autobahnmeisterei eine im Rahmen eines Forschungsauftrags neu entwickelte „Streugerätesteuerung“ getestet werden, die bei der Salzdosierung neben den aktuellen Temperaturdaten die Wetterentwicklung der nächsten drei Stunden berücksichtigt. Rechenmodelle prognostizieren dabei die Temperatur- und Feuchtigkeitsentwicklung der Straßen. Damit soll die aufzubringende Salzmenge noch mehr dem tatsächlichen Bedarf entsprechen.

2.000 Straßenwärter

Insgesamt stehen 2.000 Straßenwärter für den Winterdienst auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen parat. Die Straßen.NRW-Winterdienst-zentrale mit ihren Standorten in Hamm und Krefeld überwacht für die 29 Autobahn-meistereien bei Straßen.NRW rund um die Uhr den Straßenzustand und die Wetter-entwicklung. 276 Glättemeldeanlagen auf Autobahnen mit Luft- und Bodensensoren sowie das Wetterradar des Deutschen Wetterdienstes liefern die nötigen Informationen. Auf Bundes- und Landsstraßen sind mittlerweile 56 Glättemeldeanlagen, die von den Straßenmeistereien genutzt werden, eingerichtet. Das gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst entwickelte „Straßenzustands- und Wetterinformationssystem (SWIS)“ liefert die notwendigen regionalen Prognosen für die Organisation der Bereitschafts-dienste und Vorbereitung des Winterdienstes.

Quelle: Straßen.NRW