Soest/Brüssel. Um der Abwanderung von Frauen aus den ländlichen Regionen Europas entgegenzuwirken, wollen die Europaabgeordneten deren Lebens-verhältnisse gezielt verbessern. Ein entsprechender Bericht wurde vom Plenum des Europäischen Parlaments am Dienstag in Straßburg mit überwältigender Mehrheit angenommen.

Birgit Sippel, Europaabgeordnete aus Südwestfalen, macht wegen des demografischen Wandels große Probleme für ländliche Gebiete aus: „Viele Regionen in Europa haben damit zu kämpfen, dass junge Menschen ihre Heimat verlassen, um in Metropol-regionen einen zukunftsfähigeren Arbeitsplatz zu finden. Gerade die Abwanderung von jungen Frauen führt dazu, dass diese Regionen auf Dauer keine Zukunft hätten.

Ein großes Problem stellen nach wie vor fehlende soziale Perspektiven und hier vor allem die mangelhafte Altersvorsorge für Frauen dar. In so hoch entwickelten Ländern wie denen der Europäischen Union ist das kein akzeptabler Zustand„, so Birgit Sippel. In dem Bericht sprechen sich die Europaabgeordneten deshalb für eine adäquate soziale Absicherung von Frauen aus. Zudem soll die Förderpolitik im ländlichen Raum insgesamt innovativer und nachhaltiger gestaltet werden.

Wir müssen dafür sorgen, dass für die neue Förderperiode von 2014 bis 2020 im Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER der Fokus stärker auf die Beschäftigung von Frauen im ländlichen Raum gelegt wird„, betont die SPD-Politikerin Birgit Sippel. Zudem spricht sie sich dafür aus, die vorhandenen Frauennetzwerke im ländlichen Raum zu stärken: „Als wichtiges Binde- und Kommunikationsglied für die Frauen müssen diese Netzwerke die politische und soziale Anerkennung erhalten, die sie verdienen.“

Birgit Sippel bedauert, dass es bisher sehr wenige Statistiken über die Lebenssituation von Frauen im ländlichen Raum gibt. „Hier fordern wir als Parlament, dass die Kommission nachbessert und uns eine bessere Übersicht zur Verfügung stellt.

Quelle: Europabüro Birgit Sippel