Schmallenberg. Für die goldene Mitte hat sich der 19-jährige Timon Müller aus Oberkirchen entschieden, als er im August 2017 seine Ausbildung zum Produktionstechnologen startete. „Ich wusste nie, ob das Arbeiten im Büro oder körperliches Arbeiten das Richtige für mich ist. Als Produktionstechnologe ist es eine Mischung aus beidem, man ist quasi das Bindeglied“, erklärt Timon Müller.

Der Beruf ist noch relativ neu und nur zwei Unternehmen im Hochsauerlandkreis bieten ihn überhaupt an. Beim Leiterplattenhersteller Richter Elektronik GmbH in Schmallenberg lernt der frischgebackene Azubi in den kommenden drei Jahren seiner Ausbildung, wie neue Produktionslinien einschließlich Technik, Logistik und EDV-Unterstützung aufzubauen sind, Störungen in der Serie beseitigt werden und wie er als „Trouble Shooter“ laufend Verbesserungen umsetzt.

Vom Azubi zur wichtigen Schnittstelle im Unternehmen

Ich habe mich natürlich auch für die Ausbildung zum Produktionstechnologen entschieden, weil es ein Beruf mit Zukunft ist. Im Prinzip wird man ja überall dort gebraucht, wo Güter hergestellt werden, also in der gesamten Industrie. Und ich bin froh, dass Richter diese noch sehr besondere Ausbildung hier in Schmallenberg anbietet“, so Timon Müller.

Timon Müller legt sich bei seiner Ausbildung zum Produktionstechnologen bei Richter Leiterplatten ins Zeug. Foto: © Richter Leiterplatten

Timon Müller legt sich bei seiner Ausbildung zum Produktionstechnologen bei Richter Leiterplatten ins Zeug. Foto: © Richter Leiterplatten

Am heimischen Standort fertigt das Unternehmen unter dem Markennamen Richter Leiterplatten auch seine kompletten Hightech-Produkte. Dabei sind beispielsweise mehr als 35 anspruchsvolle Arbeitsschritte notwendig, bis eine mehrlagige Leiterplatte das Haus verlässt. Deshalb achtet man darauf, dass die Auszubildenden ein tiefes Verständnis für die Prozesse aller Abteilungen erwerben. Denn als ausgebildeter Produktionstechnologe und wichtige Schnittstelle bei der Fertigung wird Timon Müller zukünftig das Team von Richter Leiterplatten dabei unterstützen, Probleme zu beheben und neue Anlagen in die Produktionskette zu integrieren. Dafür stehen unter anderem die Programmierung, Bedienung und Wartung der Hightech-Maschinen in der Ausbildungsabteilung auf dem Lernplan.

Technisches Talent ist gefragt

Der Schwerpunkt der Ausbildung umfasst vor allem die mechanische Bearbeitung der Leiterplattenfertigung. Hier werden unter anderem auf fünf hochmodernen CNC-Bohr-/Fräsautomaten Bohrungen ab 150 Mikrometer (0,15 mm) Durchmesser in die Leiterplatten eingebracht. Diese werden vorab mit einem Programmcode versehen, mit dem sich aus dem internen Netzwerk das Bohrprogramm auslesen lässt. Anschließend werden die Bohrpositionen blitzschnell auf Hochpräzisionsachsen mit dynamischen Linearantrieben angefahren. Mit einer garantierten Positionsgenauigkeit von 20 Mikrometer werden bis zu 15.000 Bohrungen pro Stunde in das Produkt eingebracht. Dabei versorgt sich die Anlage selbst mit Werkzeugen verschiedenster Durchmesser, die in einer 2.000 Bohrer und Fräser umfassenden Werkzeugkette in der Maschine bereitstehen.

v.l.n.r.: Tobias Richter, Geschäftsführer, Timon Müller, Auszubildender, Klaus-Peter Schneider, Abteilungsleiter Mechanische Bearbeitung. Foto: © Richter Leiterplatten

v.l.n.r.: Tobias Richter, Geschäftsführer, Timon Müller, Auszubildender, Klaus-Peter Schneider, Abteilungsleiter Mechanische Bearbeitung. Foto: © Richter Leiterplatten

Für Timon Müller ist das besonders spannend: „Ich kann mich hier mit sehr modernen Maschinen auseinandersetzen, das Arbeitsklima passt und die Leiterplattenbranche ist natürlich sehr speziell und hat gute Zukunftsaussichten. Leiterplatten werden ja fast überall eingesetzt, wie in der Industrieelektronik, der Mess- und Kommunikationstechnik, der LED-Leuchtenindustrie, in der Medizintechnik oder der Automatisierung. Daran mitzuarbeiten ist schon klasse.“ In drei Jahren bringt Timon Müller dann als frischgebackener Produktionstechnologe die Fertigung bei Richter Leiterplatten als Planer, Optimierer und Koordinator weiter voran. Für das technikbegeisterte Talent also beste Aussichten.

Quelle: Richter Leiterplatten
Fotos: © Richter Leiterplatten