Paderborn: Experten zum Thema Jugendkriminalität treffen sich

Bundeskongress präsentiert Erfolgsmodell

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Paderborn (ots)(uk). So viele Experten zum Thema Jugendkriminalität sind noch nie in Paderborn gewesen. In der kommenden Woche veranstaltet das „Haus des Jugendrechts“ Paderborn einen bundesweiten Fachkongress. Thema: Bekämpfung der Jugendkriminalität. Weit über 300 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland werden hierzu im Heinz Nixdorf MuseumsForum erwartet.

Am 06. und 07. Februar 2019 werden sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 18 Häusern des Jugendrechts bzw. Jugendstationen und ihrer beteiligten Partner in der Paderstadt einfinden, um sich über den Umgang mit jugendlichen Intensivtätern auszutauschen und Anregungen für zukünftige kriminalpräventive Maßnahmen zur Verhütung von Jugendkriminalität zu sammeln.

Nach der Begrüßung am ersten Kongresstag, an der neben zahlreichen Ehrengästen unter anderem der Justizminister des Landes NRW, Peter Biesenbach, teilnehmen wird, stehen Impulsvorträge renommierter Experten auf der Tagesordnung. Mit dem Vortrag eines weiteren Fachmanns startet der zweite Tag. Anschließend stellen zwei Häuser des Jugendrechts ihre Arbeit vor und der Markt der Möglichkeiten bietet die Gelegenheit zum Wissenstransfer.

Vor zwanzig Jahren wurde das erste „Haus des Jugendrechts“ in Stuttgart eröffnet. Mittlerweile sind es 19 im ganzen Bundesgebiet. Weitere Einrichtungen werden in Kürze in unterschiedlichen Bundesländern an den Start gehen. Gerade auch für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Paderborner Bundeskongress von großer Bedeutung, um sich hier bei den Experten zu informieren und von den Erfahrungen zu partizipieren.

Kriminalhauptkommissar Uwe Schmidt. Foto: © Kreispolizeibehorde Paderborn (obs / newsroom)
Kriminalhauptkommissar Uwe Schmidt. Foto: © Kreispolizeibehorde Paderborn (obs / newsroom)

Passend zum Bundeskongress kann das Paderborner „Haus des Jugendrechts“ ein kleines Jubiläum feiern. Es wurde vor fünf Jahren auf Initiative und mit viel Energie des damaligen Leiters der Staatsanwaltschaft, Volker Schmerfeld-Tophoff, Landrat Manfred Müller und des ehemaligen Paderborner Bürgermeisters Heinz Paus ins Leben gerufen. Die früheren Minister, Thomas Kutschaty (Justiz) und Ralf Jäger (Inneres), kamen zur Eröffnung.

Sozusagen „Mann der ersten Stunde“ im Haus des Jugendrechts Paderborn ist dessen Koordinator Kriminalhauptkommissar Uwe Schmidt. Der erfahrene Beamte war schon vor der Einrichtung des Haus des Jugendrechts mit der Bekämpfung von Jugendkriminalität beschäftigt. Er beschreibt welche Aufgaben die Einrichtung hat, welche Ziele sie verfolgt und wie es zur Ausrichtung des bundesweiten Fachkongresses kam.

Jugendkriminalität ist in erster Linie ein entwicklungsbedingtes Phänomen. Die allermeisten Jugendlichen und Heranwachsenden fallen strafrechtlich gar nicht oder nur selten und dann mit Taten aus dem Bereich der Bagatelldelikte (z. B. Diebstahl, Sachbeschädigung, einfache Körperverletzung) auf. Die Aufgabe vom „Haus des Jugendrechts“ besteht darin den kleinen Teil von Jugendlichen zu erkennen und zu betreuen, die bereits durch eine Vielzahl von Straftaten aufgefallen sind und bei denen man davon ausgehen muss, dass diese auf dem besten Weg sind, eine kriminelle Karriere einzuschlagen. Wir wollen sie durch eine zeitnahe und koordinierte Bearbeitung aller beteiligten Stellen wieder auf den richtigen Weg zurückbringen, damit sie zukünftig ein straffreies Leben führen„, so Schmidt.

Mit Blick auf den Bundeskongress hebt Schmidt die Möglichkeit hervor, voneinander zu lernen. „Das Haus des Jugendrechts ist ein Prozess. Wir haben eine gute Konzeption, müssen uns aber weiterentwickeln. Wir müssen schauen, welche guten Ansätze es woanders gibt, die uns auch hier in Paderborn helfen können. Dass wir insgesamt auf dem richtigen Weg sind, merkt man schon daran, dass in Deutschland immer mehr Häuser des Jugendrechts gegründet werden. Wir wollen in der nächsten Woche zeigen, wie wir damit umgehen und auch von anderen lernen. Vielleicht können wir Dinge einbinden, die es bei uns noch nicht gibt. Auf diesen fundierten Austausch freuen wir uns„, so Schmidt.

Das Besondere an diesen Einrichtungen allgemein ist die direkte Kooperation von Staatsanwaltschaft, Jugendämtern und der Polizei. Alle Behörden haben sich zum Ziel gesetzt, in enger, abgestimmter Arbeit auf Kriminalität von jungen Intensivtätern möglichst früh und wirkungsvoll zu reagieren und diese effektiv zu bekämpfen. Gleichzeitig soll durch das unmittelbare Zusammenwirken der Kooperationspartner aber auch erzieherisch sinn- und wirkungsvoll auf die Probanden eingewirkt werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Häuser des Jugendrechts“ sprechen direkt und unmittelbar über die Jugendlichen. Sie bewerten und prognostizieren die Lebenssituation jedes einzelnen. Zudem werden in so genannten Fallkonferenzen konkrete Konzepte erarbeitet, mit denen dem Betroffenen aber auch ihren Familien geholfen werden kann.

Neben den strafrechtlichen Ermittlungen spielen dabei vor allem die sozialen Aspekte rund um den Jugendlichen eine entscheidende Rolle. Gerade das Umfeld, Freunde, Bekannte, Schule, insbesondere aber die Familie, sind wichtige Bereiche, die eingehend betrachtet werden. Mit Hilfe des sozialen Umfelds sind gute Möglichkeiten für Verbesserungen und Unterstützung gegeben, um den jungen Straftäter wieder in geordnete Verhältnisse zurückzuführen.

Weitere Informationen zur Tagesordnung und den Abläufen des Bundeskongresses findet man auch unter: https://www.hdjr-paderborn.de/.

Quelle: Quelle: Kreispolizeibehörde Paderborn (ots)
Foto: © Kreispolizeibehorde Paderborn (obs / newsroom)

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