Münster: Nächste Verschärfung der Düngeverordnung angekündigt

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Münster. Völlig überraschend kündigte das Landwirtschaftsministerium in Berlin die nächste Verschärfung der Düngeverordnung für das Jahr 2020 an. Dabei wurde diese erst im Jahr 2017 grundlegend erneuert. „Nach knapp zwei Jahren können sich die strengeren Auflagen noch nicht positiv auf das Grundwasser auswirken. Es braucht Zeit, bis die Werte diese Veränderungen wiederspiegeln“, mahnt Stefan Schmidt, Vorsitzender der Westfälisch-Lippische Landjugend e.V. (WLL).

Für uns Junglandwirt/innen war und ist der Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer vor Nährstoffeinträgen oberstes Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Betriebe in den vergangenen Jahren auch aus Überzeugung, die Umwelt zu schützen, vermehrt in modernste Technik und zum Beispiel in größere Lagerkapazitäten investiert. Diese Investitionen waren insbesondere für die Familienbetriebe ein großer Schluck aus der Pulle“, so der Junglandwirt, der sich auch als stellvertretender Vorsitzender im Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) engagiert.

„Die Maßnahmen, die nun vom BMEL vorgeschlagen wurden, stehen zum Teil im Widerspruch zu Grundlagen des Pflanzenbaus und sind völlig überzogen. Bereits vor zwei Jahren wurde der Düngebedarf deutlich gesenkt. Mit einem noch niedrigeren Wert können wir in Deutschland kein Qualitätsgetreide mit einem ausreichenden Ertrag erzeugen. Dies führt zu einer Abwärtsspirale. Denn mit sinkenden Erträgen sinkt auch zeitgleich über die Jahre die zulässige Menge an Nährstoffmengen“, ist sich der Junglandwirt sicher.

Der Vorsitzende der WLL ruft daher dazu auf, nun aktiv auf die Politik zuzugehen und insbesondere vor Ort mit den eigenen Bundestagsabgeordneten zu sprechen, um auf die Situation der heimischen Landwirtschaft hinzuweisen und die Bedeutung einer Nachbesserung des Vorschlags zur Düngeverordnung für die Landwirtschaft zu verdeutlichen. „Der Berufstand wird mit aller Kraft gegen das vorgeschlagene Maßnahmenpaket vorgehen und wir unterstützen unseren Landesbauernverband, den Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband e. V. (WLV) in der Aussage, dass die Verschärfung der Düngeverordnung einen Generalangriff auf unsere Tierhaltung darstellt“, macht Stefan Schmidt deutlich.

Hintergrund:

Die Westfälisch–Lippische Landjugend e.V. (WLL) ist der größte nichtkonfessionelle Jugendverband im ländlichen Raum in Westfalen–Lippe. Der Verband gestaltet seine Arbeit auf demokratischer Grundlage, überparteilich und konfessionell ungebunden.

Die WLL tritt für den Erhalt und die Verbesserung der lebenswerten ländlichen Räume ein, die insbesondere jungen Menschen Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten bieten sollen.

Quelle: Westfälisch-Lippische Landjugend e.V.
Grafik: © Westfälisch-Lippische Landjugend e.V.

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