Meschede. Aus Schrott wird Kunst – die Kulturstrolche der dritten Klassen schweißten in diesem Schuljahr zusammen und verwandelten Metallstücke mit viel Biegen und Brechen in kleine Skulpturen, die sich sehen lassen konnten: bei einer kleinen Ausstellung in der Luziaschule Berge. Außerdem besuchten sie den Hof Visbeck und erfuhren von Stefanie Schenk-Busse und Björn Busse, wie Metallskulpturen entstehen, die es sogar bis vor den Düsseldorfer Landtag schaffen.

Die Idee des „Kulturstrolche-Projektes“: Jedes Schulkind soll während seiner Grundschulzeit möglichst viele kulturelle Sparten und Kultureinrichtungen vor Ort kennen lernen. Im Klassenverbund oder in kleineren Gruppen besuchen die Kinder die Einrichtungen, lernen dort tätige Menschen, ihre Arbeit und die jeweilige Kulturform kennen.

Im dritten Schuljahr steht bei den Kulturstrolchen in Meschede traditionell Kunst auf dem Stundenplan. In diesem Jahr besuchten sie dafür das aki Kinder- und Jugendzentrum, wo Metallkünstler Muzaffer Yildiz und Peter Ogrodowski vom aki den Kindern zeigten, wie sich aus Metall kleine Kunstwerke formen lassen. Dafür braucht es zunächst eine Idee, dann eine Zeichnung und erst zum Schluss wird das eigentliche Material bearbeitet – mal mit dem Hammer, mal mit Säge oder Schweißgerät. So wurde auch das Thema Sicherheit groß geschrieben, beim Schweißen unter fachkundiger Anleitung verschwanden die Kinder gar völlig hinter Maske, Kittel und Handschuhen. Die Ergebnisse waren beeindruckend: „Die sehen so professionell aus, die könnten gut und gerne in einem Dekorationsgeschäft stehen“, lobte Friedhelm Baumhöfer, Leiter der Luziaschule Berge, die Werke der Kulturstrolche.

Die Kulturstrolche der Luziaschule Berge besuchten auch das aki Kinder- und Jugendzentrum, wo Metallkünstler Muzaffer Yildiz und Peter Ogrodowski den Kindern zeigten, wie sich aus Metall kleine Kunstwerke formen lassen. Foto: © Kreis- und Hochschulstadt Meschede

Die Kulturstrolche der Luziaschule Berge besuchten auch das aki Kinder- und Jugendzentrum, wo Metallkünstler Muzaffer Yildiz und Peter Ogrodowski den Kindern zeigten, wie sich aus Metall kleine Kunstwerke formen lassen.
Foto: © Kreis- und Hochschulstadt Meschede

Um zu sehen, wie die Profis arbeiten, besuchten die Kulturstrolche bei einem zweiten Termin den Hof Visbeck. Mit großem Interesse erkundeten die Kinder dort den Arbeitsplatz von Kunstschmied Björn Busse und Designerin Stefanie Schenk-Busse. Das Ehepaar war offen für alle Fragen, und die Kulturstrolche staunten nicht schlecht, als der Metallkünstler von seinen Arbeiten erzählte und kreative Objekte vorstellte. Bei dem außergewöhnlichen Sachunterricht ging es um den Weg von einer Idee bis hin zum fertigen Kunstwerk. So erklärte Stefanie Schenk-Busse die Arbeit im Design- und Kunstatelier, wo sie die künstlerischen Entwürfe fertigt.

Bis ihr Mann die Skizze dann in ein konkretes Werk aus Metall verwandelt, kann es manchmal ein langer Weg sein, berichtete Stefanie Schenk-Busse und gewährte den Kindern Einblicke in ihr Entwurfsbuch sowie in einige 3-D-Animationen am Computer. „Erst wenn die Idee überzeugt und funktioniert, kann mein Mann die Skulptur fertigen“, erklärte die Künstlerin den Kulturstrolchen. Fertige Kunstobjekte wurden anschließend auf dem Gelände bestaunt.

Und auch die Arbeiten der Kulturstrolche wurden der Öffentlichkeit präsentiert: Bei einer kleinen Ausstellung in der Luziaschule durften sich die Kinder selbst wie kleine Künstler fühlen. Sie beeindruckten die Eltern vor allem mit der Vielseitigkeit ihrer Arbeiten, jede ein bisschen anders, mit eigenem Charakter – kleine Kunstwerke eben.

Das Kulturstrolche-Projekt wurde initiiert und konzipiert vom Dezernat für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Münster. Es wird vom Kultursekretariat NRW Gütersloh und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. In Meschede wird das Projekt vom Fachbereich Generationen, Bildung, Freizeit der Stadt koordiniert.

Quelle: Kreis- und Hochschulstadt Meschede
Foto: © Kreis- und Hochschulstadt Meschede