Meschede. Ob am Henne-Boulevard, im Kohlwedertal oder an der Hünenburg: Wer bei einem Spaziergang unterwegs in Not gerät, kann oft nicht genau sagen, wo er sich befindet. Eine schwierige Situation für den Rettungsdienst – zumal die Wege oft lang sind, die Suche nach dem Notfall-Patienten entsprechend viel Zeit kosten kann. Die Behinderten-Interessen-Vertretung Meschede e.V. (BIV) hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Meschede, der Lehrwerkstatt der Firma MartinreaHonsel und der Bürgerstiftung Meschede viele Sitzbänke an den Spazierwegen um die Stadt Meschede mit Notfallschildern versehen.

Gerhard Gottbrath von BIV hat das bei einem Spaziergang selbst erlebt: Gemeinsam mit seiner Frau fand er einen verletzten Senioren. Beim Notruf konnte er der Leitstelle auch nur ungefähr sagen, wohin der Rettungswagen kommen solle. Zum Glück war der Notarzt recht schnell vor Ort, dem Mann konnte geholfen werden.

Rettungspunke erleichtern dem Rettungsdienst die Suche nach Notfall-Patienten. Monika Brunert Jetter (Bürger-Stiftung), Klaus Wahle (Stadt), Gerhard Gottbrath, Heinz Arenhövel, Inge und Johann Wefelnberg (alle BIV) stellten die Schilder am Henne-Boulevard vor. Foto: © Stadt Meschede

Rettungspunke erleichtern dem Rettungsdienst die Suche nach Notfall-Patienten. Monika Brunert Jetter (Bürger-Stiftung), Klaus Wahle (Stadt), Gerhard Gottbrath, Heinz Arenhövel, Inge und Johann Wefelnberg (alle BIV) stellten die Schilder am Henne-Boulevard vor. Foto: © Stadt Meschede

Dieses Erlebnis brachte ihn auf die Idee: Insgesamt 100 Bänke entlang der beliebtesten Spaziergänge der Kernstadt sind nun mit auffälligen Schildern bestückt. Darauf steht neben der Notrufnummer 112 auch ein so genannter Notfallpunkt – zum Beispiel die Bank-Nummer „HSK 1746“. Wer im Notfall die Rettungsleitstelle alarmiert, kann die Nummer der Bank nennen. Dort ist jede registrierte Bank im Computersystem eingespeichert. Die GPS-Koordinanten werden dann direkt auf das Navigationsgerät des Rettungswagen weitergeleitet. Dadurch kann eine schnellere Hilfe ohne langwierige Suche nach dem Verletzten erfolgen.

In enger Zusammenarbeit mit BIV, Stadt und Rettungsleitstelle konnte das Projekt realisiert werden“, freut sich Heinz Arenhövel von der BIV. Einen Großteil der Kosten übernahm die Bürgerstiftung Meschede. Deren Vorsitzende Monika Brunert-Jetter zeigte sich ebenso wie Klaus Wahle, Leiter des Fachbereichs Planung und Bauordnung der Stadt Meschede, begeistert von der Initiative.

Foto: © Stadt Meschede

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Ein Anfang ist gemacht. Auch in Eversberg werden in Kürze 50 Sitzbänke mit den Notfallschildern ausgestattet. Verkehrsvereine oder SGV-Abteilungen in weiteren Ortsteilen sind eingeladen, sich dieser Aktion anzuschließen. Nähere Informationen gibt es unter www.meschede.de/biv oder bei Gerhard Gottbrath, Telefon 0291/4100.

Quelle: Stadt Meschede