Kreis Soest. In diesem Jahr findet in Deutschland wie in allen Mitgliedstaaten der EU eine Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung statt, der Zensus 2011. Seit Montag, 4. April 2011, schult die Kreisverwaltung die so genannten Erhebungs-beauftragten für das gesamte Kreisgebiet. Diese Interviewer befragen ab dem 9. Mai 2011 jeweils 100 Bürgerinnen und Bürger.

Im Gegensatz zur letzten Volkszählung im Jahr 1987 werden jedoch nicht mehr alle aufgesucht, sondern vor allem Daten aus Registern gewonnen. Quellen sind zum Beispiel die Einwohnermeldeämter oder die Bundesagentur für Arbeit. Nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung werden direkt befragt, um falsche Daten hochrechnen und korrigieren zu können. Im Kreis Soest ist diese Stichprobe mit fast 15 Prozent befragter Bürger eine der höchsten in Nordrhein-Westfalen.

Elmar Diemel und Heinz-Dieter Schomberg (vorne von links) von der Erhebungsstelle des Kreises Soest für den Zensus 2011 haben am Montag, 4. April 2011, mit der Schulung der Interviewer begonnen. Sie legen dabei ein besonderes Augenmerk auf die strengen datenschutzrechtlichen Vorschriften. Der Startschuss der Schulungsreihe fiel im Erwitter Rathaus. Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest

Damit bei der Befragung alles korrekt läuft und qualitativ hochwertige Daten erlangt werden, schult der Kreis Soest bis zur ersten Maiwoche rund 550 Erhebungs-beauftragte. Die Interviewer sind dann von der zweiten Maiwoche bis Ende Juli im Einsatz. „Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die strengen datenschutz-rechtlichen Vorschriften gelegt. Der Bürger vertraut zu Recht darauf, dass seine Daten geschützt werden. Deshalb hat der Gesetzgeber hohe Anforderungen gestellt“, betont Elmar Diemel von der Erhebungsstelle des Kreises Soest.

Während der Schulungen werden die Interviewer beispielsweise auf das Statistik-geheimnis verpflichtet. Wer dagegen verstößt, muss mit Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen. Außerdem erhalten die Erhebungsbeauftragten wichtige Tipps, um eine hohe Qualität der ermittelten Daten sicherstellen zu können. Elmar Diemel: „Aus diesem Grund werden alle Befragten auch persönlich aufgesucht. So besteht die Möglichkeit, Verständnisschwierigkeiten direkt mit einem kompetenten Ansprechpartner zu klären.

Experten halten den hohen Aufwand für berechtigt. Denn die derzeit angenommene Einwohnerzahl ist offensichtlich nicht korrekt, eine Schwankungsbreite von bis zu zwei Millionen Menschen wird nicht ausgeschlossen. Obwohl das auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar ist, betrifft diese Korrektur jeden einzelnen persönlich. „Nicht nur das richtige Einzugsgebiet eines Krankenhauses oder einer Schule hängt von der genauen Einwohnerzahl ab. Auch zum Beispiel der Finanzausgleich zwischen EU und Bund oder dem Land und den Kommunen. So könnte im Endeffekt jeder einzelne vor Ort profitieren, wenn die eigene Stadt oder Gemeinde mehr Finanzmittel erhält und damit wichtige Projekte vorantreiben kann“, bringt es Elmar Diemel auf den Punkt.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest