Kreis Soest: Rettungsleitstelle schließt sich der „Advanced Mobile Location“ an

Neues System ortet 112-Handyanrufer

Kreis Soest (kso.2019.12.13.493.sn/-rn). Im Notfall zählt jede Minute. So ist es für Rettungskräfte wichtig, den genauen Standort des Hilfesuchenden zu kennen. Die „Advanced Mobile Location“ (AML) bietet eine neue Lösung an: Bei Notrufen aus dem Mobilfunknetz wird der genaue Unglücksort automatisch an die Leitstelle übermittelt. Nach einer erfolgreichen Erprobung unter Federführung der Berliner Feuerwehr und der Integrierten Leitstelle Freiburg hat sich nun auch die Rettungsleitstelle des Kreises Soest diesem System angeschlossen.

Wenn in der Kreisleitstelle ein Notruf über 112 eingeht, fragen unsere Disponenten zuerst nach dem Notfallort. Falls die Verbindung abbrechen sollte, wissen wir dann zumindest, wohin wir den Rettungsdienst oder die Feuerwehr schicken müssen“, erklärt Leitstellenleiter Sebastian Narten. Bei Anrufen aus dem Festnetz sei die Ermittlung des Einsatzortes kein Problem. Mittlerweile gingen aber etwa 70 Prozent der Notrufe über das Mobilfunknetz ein. Oftmals könnten die Ersthelfer oder die Hilfesuchenden, die unterwegs sind, ihren Standort aber nicht genau beschreiben.

Das neue AML-System wurde bisher nur von Google und den Mobilfunk-Netzbetreibern Telekom, Telefónica und Vodafon unterstützt. Android Emergency Location Service (ELS), die Google-Ausführung von AML, funktioniert bei allen Smartphones mit Android OS 4.0 (seit 2011) und höher, sofern die Google-Play-Services installiert sind. „Seit wenigen Tagen hat auch Apple diese Funktion mit dem IOS-Update 13.3 freigeschaltet“, erläutert Leitstellenleiter Narten.

Wenn die Notrufnummer 112 angewählt wird, werden die Standortdienste im Smartphone automatisch aktiviert. Dafür braucht es keine zusätzliche App. Die Daten werden bei Android-Geräten über das mobile Datennetz und kostenlos per SMS über den AML-Endpunkt an die Leitstelle übermittelt. Für mich ist das ein riesiger Fortschritt.“ Bisher habe die Leitstelle des Kreises Soest unterschiedliche Systeme genutzt, bei denen der Anrufer aber selbst aktiv unterstützen musste. „Häufig kam es dazu, dass wir erst die Nutzung dieser Funktion erklären mussten“, schildert Narten einen großen Nachteil.

Voraussetzung der Standortortung ist allerdings, dass man auch Netz hat. Im so genannten Limited Service Mode, also wenn der Notruf über Fremdnetze geleitet wird, können nur Sprachnachrichten transportiert werden. Aus Datenschutzgründen werden die übermittelten Standortdaten übrigens eine Stunde nach dem Anruf gelöscht. Datenschutz ist allen Beteiligten wichtig. Google hat ELS so entwickelt, dass die Standortdaten ausschließlich bei der Notrufwahl 112 übermittelt werden können.

Den AML-Endpunkt für alle Leitstellen betreibt die Integrierte Leitstelle (ILS) Freiburg · Breisgau-Hochschwarzwald in Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr. Nach ihren Angaben sind inzwischen schon ein Drittel der rund 250 Leitstellen in Deutschland an den AML-Endpunkt angebunden und empfängt somit bereits die Standortdaten. Die übrigen Leitstellen werden sich sukzessive in den nächsten Monaten anbinden. Weitere ausführliche Informationen gibt es auf den Webseiten der ILS Freiburg (ils-freiburg.de) oder der Berliner Feuerwehr (www.berliner-feuerwehr.de).

Quelle: Pressestelle Kreis Soest
Foto: © Sebastian Narten/ Kreis Soest