Hochsauerlandkreis. Landrat Dr. Karl Schneider startete in dieser Woche offiziell die sogenannte „Digitale Alarmierung“ für die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst. Dazu war bereits im Jahr 2013 mit der Funknetzplanung begonnen worden, um geeignete Standorte zur Umsetzung des Vorhabens finden zu können.

Der Landrat lobte angesichts der schwierigen topografischen Verhältnisse, die das Sauerland mit sich bringt, die gute Zusammenarbeit aller Akteure: „Mit insgesamt 74 Sendestandorten ist das im Hochsauerlandkreis errichtete Netz das bundesweit größte digitale Alarmierungsnetz eines einzelnen Kreises. Ein solches funktionierendes flächendeckendes Netz aufzubauen, war sicher keine leichte Herausforderung“, so der Landrat.

Bereits im Dezember 2017 konnten wir den Rettungsdienst im Hochsauerlandkreis komplett auf das neue System überleiten“, so Michael Schlüter, Leiter der Leitstelle. „Auch einige Feuerwehren und Hilfsorganisationen machen schon Gebrauch von der neuen Technik, beispielsweise die Löschzüge aus Brilon, Eslohe, Marsberg und Bestwig. Das Deutsche Rote Kreuz in Meschede und Schmallenberg sind bereits digital alarmierbar. Weitere Einheiten werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen“.

Vorteile digitaler Technik

Die neue Technik bringt Vorteile mit sich. „Innerhalb einer wesentlich kürzeren Zeit, im Vergleich zur alten, analogen Alarmierung, sind jetzt mehr Einsatzkräfte, z.B. bei Kombinationseinsätzen von Feuerwehr und Rettungsdienst, alarmierbar“, erklärt Michael Schlüter. „Alarmmeldungen werden künftig allen Einsatzkräften in Klartext angezeigt und vorab durch die Leitstelle in dringliche oder nicht dringliche Einsatzalarme kategorisiert“, sagt Kreisbrandmeister Bernd Krause. Zudem würden die Alarmierungstexte ausschließlich verschlüsselt übertragen, sodass nur berechtigte Personen die datenschutzrelevanten Einsatzinformationen erhielten und lesen könnten. Auch könnten zusätzliche Hinweise, auf z.B. besondere Gefahren an Einsatzstellen, an die eingesetzten Kräfte übertragen werden, um diese schon im Vorfeld zu sensibilisieren, so Krause weiter.

v.l.: Dr. Karl Schneider, Landrat, Michael Schlüter, Leiter Leitstelle u. stv. Fachdienstleiter, Bernd Krause, Kreisbrandmeister, Christof Dürwald, Fachdienstleiter Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz, Thorsten Brolle, Mitarbeiter Funkwerkstatt ; im Vordergrund, sitzend: Volker Lang, Einsatzsachbearbeiter Leitstelle. Foto: © Pressestelle Hochsauerlandkreis

v.l.: Dr. Karl Schneider, Landrat, Michael Schlüter, Leiter Leitstelle u. stv. Fachdienstleiter, Bernd Krause, Kreisbrandmeister, Christof Dürwald, Fachdienstleiter Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz, Thorsten Brolle, Mitarbeiter Funkwerkstatt ; im Vordergrund, sitzend: Volker Lang, Einsatzsachbearbeiter Leitstelle. Foto: © Pressestelle Hochsauerlandkreis

Funkwerkstatt der Leitstelle wartet neue digitale Meldeempfänger

Die kreisangehörigen Städte und Gemeinden, der Rettungsdienst, die privaten Hilfsorganisationen sowie das Technische Hilfswerk müssen mit der Einführung ihre Endgerätetechnik für Meldeempfänger und Sirenen umrüsten. „Die neuen etwa Zigarettenschachtel großen digitalen Meldeempfänger sind deutlich preisgünstiger als die alten Geräte“, erläutert Thorsten Brolle, der als Funktechniker in der Leitstelle tätig ist, „nicht zuletzt, weil eine große Ausschreibung unter Federführung des Kreises für die Meldeempfänger durchgeführt wurde, um möglichst große Stückzahlen abzufragen. Alle Geräte werden kreisweit ausschließlich durch die Funkwerkstatt der Leitstelle programmiert und administriert, um die Netzsicherheit dauerhaft gewährleisten zu können.

Rund 2,1 Millionen Euro mussten für den Netzaufbau investiert werden“, erklärt Christof Dürwald, Fachdienstleiter für Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz des Hochsauerlandkreises. Und weiter: „Mit einer kompletten Umstellung rechnen wir etwa zum Jahr 2020. Erst danach kann das analoge Funknetz komplett außer Betrieb gesetzt werden“.

Quelle: Pressestelle Hochsauerlandkreis
Foto: © Pressestelle Hochsauerlandkreis