Hochsauerlandkreis (ots). Die Tür steht weit offen, weil Einbrecher in der Wohnung waren und alles mitgenommen haben, was einem lieb und teuer war. Eine schlimme Situation, die Opfer immer wieder erleben wenn sie am Abend nach Hause kommen.

In der jetzt beginnende sog. „Dunklen Jahreszeit“ schlagen Diebe wieder häufiger zu und nutzen die früh einsetzende Dämmerung für ihr Vorhaben. Oft kommen Einbrecher aber auch tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist – zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit oder an Wochenenden. Nachts davon aufzuwachen, weil Diebe durch die Wohnung schleichen, muss man weniger fürchten. „Dieses Phänomen haben wir zum Glück eher selten, denn die meisten Einbrecher setzen alles daran, dass niemand zu Hause ist und sie ungestört ihre Tat ausüben können“ sagt Thomas Wüllner vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Polizei im Hochsauerlandkreis.

Logo der Initiative „Zuhause sicher“. Foto: KPB HSK (obs)

Jeder Wohnungseinbruch ist für die Betroffenen oft ein Schock: Viele Opfer empfinden das Eindringen in die eigenen „vier Wände“ als besonders belastend. Neben dem reinen Sachschaden und eventuell dem Verlust von unersetzbaren Erinnerungsstücken fühlen sich viele von ihnen in der eigenen Wohnung nicht mehr wohl. Unsicherheit und Ängste nach einem Einbruch belasten die Opfer oft noch lange nach der Tat.

Leider erleichtert den Dieben die Sorglosigkeit mancher Bewohnerinnen und Bewohner vielfach die Tat: Da wird die Wohnungs- oder Haustür nur ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen, da kommt der Schlüssel in sein vertrautes „Versteck“ unter der Matte, im Blumenkasten oder auf dem Türrahmen, da bleiben gut erreichbare Fenster, Balkon- oder Terrassentüren in Kippstellung offen.

Dass man sich vor einem Einbruch schützen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei: Fast 40% der Taten bleiben im Versuch stecken – nicht zuletzt wegen technischer Sicherungen an Fenstern oder Türen. Aber auch richtiges Verhalten und aufmerksame Nachbarn können helfen, Einbrüche zu verhindern.

Sicherheitsbewusstes Verhalten und solide mechanische Sicherungstechnik (z. B. Schutzbeschläge und Zusatzschlösser) stehen beim Einbruchschutz an erster Stelle und bieten dem Einbrecher Widerstand. Alarmanlagen (so genannte Einbruch-meldeanlagen) verhindern keinen Einbruch, sondern melden ihn nur. Sie können mechanische Sicherungen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Sie erhöhen das Entdeckungsrisiko für Einbrecher und bieten so zusätzlichen Schutz.

Plakat zur Kampagne „Riegl vor!“. Foto: KPB HSK (obs)

Hier einige Tipps der Polizei wie Sie sich schützen können:

  • Sichern Sie mögliche Schwachstellen Ihres Hauses/Ihrer Wohnung (z. B. Haus- und Wohnungseingangstüren, Balkon- oder Terrassentüren, Fenster, Keller-zugänge) durch den Einbau von geprüfter Sicherungstechnik. Gut gesicherte Türen und Fenster aufzuhebeln, kostet den Täter Zeit und verursacht Lärm
  • Verschließen Sie Fenster, Balkon und Terrassentüren, auch wenn Sie nur kurz weggehen – denn gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Sichern Sie auch Fenster und Balkontüren in den oberen Stockwerken, denn Einbrecher sind manchmal wahre Kletterkünstler. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen, Rankgerüste usw. können als Kletterhilfen dienen.
  • Lassen Sie Rollläden nur nachts herunter, sonst entsteht tagsüber der Eindruck, die Bewohner seien nicht da.
  • Lassen Sie Wohnung oder Haus bei längerer Abwesenheit durch Verwandte, Bekannte, Nachbarn oder gegebenenfalls „Haushüter“ bewohnen oder bewohnt erscheinen: Briefkasten leeren, Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung, Radio und Fernseher unregelmäßig betätigen.
  • Auf gute Nachbarschaft! Achten Sie auf unbekannte Personen und/oder auf verdächtige Situationen „nebenan“. Alarmieren Sie in Verdachtsfällen sofort die Polizei über Notruf 110.

Vom Programm Polizeilicher Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) wurde der Tag der jährlichen Zeitumstellung im Oktober, also in diesem Jahr der 28. Oktober 2012 zum bundesweiten „Tag des Einbruchschutzes“ erklärt.

Lassen auch Sie sich von Ihrer Polizei im Hochsauerlandkreis beraten. Informationen zur Sicherung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung erhalten Sie bei der Beratungsstelle der Polizei in Meschede, Emhildisstr. 16 (Parkhaus „Stiftscenter“) sowie unter Tel. 0291/908770. Hersteller von geprüften und zertifizierten Einbruch hemmenden Produkten können hier ebenso abgerufen werden wie Unternehmen, die Sicherungs-technik fachgerecht einbauen. Die Polizei arbeitet seit Juli 2012 im Netzwerk Zuhause sicher e. V. als Partner der Schutzgemeinschaft Hochsauerlandkreis mit diesen fachkompetenten und geschulten Handwerkern zusammen. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie auch im Netz unter www.zuhause-sicher.de.

Des Weiteren hält die bundesweite Präventionsseite der Polizei unter www.polizei-beratung.de und die Kampagne des Ministeriums für Inneres und Kommunales (MIK) des Landes Nordrhein-Westfalen unter www.polizei.nrw.de Informationen zum Thema bereit.

Quelle: Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis