Brilon. „Es passiert mal wieder das, was wir von Rot-Grün bestens kennen: Regulierung pur ohne Rücksicht auf die Menschen im Land.“, macht der Briloner CDU Bürgermeister Holger Borkamp seinem Unmut deutlich. Es zeuge schon von einem außerordentlich großen Maß an ministerial-bürokratischer Ignoranz und zentralistischem Hochmut, in einen Entwicklungsplan (LEP) hineinzuschreiben, dass die Dörfer unter von 2.000 Einwohnern keine Zukunft hätten.

Mit dem LEP will die Landesregierung den landesweiten Flächenverbrauch von 10 Hektar auf 5 Hektar pro Tag verringern. „Das Ziel ist zunächst einmal begrüßenswert und auch von der Sache her nicht zu kritisieren“, stimmt Borkamp dem Bestreben der Landesregierung zu. An der Umsetzung im LEP stört er sich jedoch gewaltig: „Der LEP soll den ländlichen Raum zur Ausgleichsflächen für die Ballungsgebiete an Rhein und Ruhr machen.“ Der LEP sieht vor, dass in Orten unter 2.000 Einwohnern keine neuen Wohngebiete mehr ausgewiesen werden dürfen.

300 von 328 Dörfern im Hochsauerland betroffen – in Brilon 16 von 16

Der Hochsauerlandkreis hat 328 Dörfer, 300 Dörfer sind von den LEP-Vorgaben betroffen. In Brilon verlieren gleich alle 16 Dörfer jede weitere Entwicklungsmöglichkeit. „Wir können uns keinen LEP leisten, der unseren Dörfern pauschal die Zukunftsfähigkeit abspricht und praktisch ein Wachstumsverbot vorschreibt“, kritisiert Borkamp die zentralen Vorgaben aus Düsseldorf: „Wir brauchen Entwicklungsperspektiven für Brilon und die Dörfer und nicht bürokratische Verhinderungsstrategien.

„SPD und Grüne wollen Sauerland zum Freilichtmuseum machen“

Manche scheinen jedoch die Brisanz noch gar nicht erkannt zu haben, kritisiert Borkamp auch seinen SPD-Mitbewerber um das Bürgermeisteramt. Dieser hatte bei einer Veranstaltung in Alme den LEP als neue Chance bezeichnet. „Wenn wieder ein SPD-Bürgermeister an die Spitze unserer Stadt gewählt wird, wird aus Brilon auch weiterhin kein Widerstand gegen die rot-grüne Politik aus Düsseldorf kommen“, ist sich der CDU-Kandidat sicher: „Dabei wollen SPD und Grüne das Sauerland am liebsten zum Freilichtmuseum mit Windrädern machen und unsere Dörfer platt.

Holger Borkamp, Bürgermeisterkandidat der CDU Brilon. Foto: CDU Brilon

Holger Borkamp, Bürgermeisterkandidat der CDU Brilon. Foto: CDU Brilon

LEP VI-Fläche soll erhalten bleiben

Der Landesentwicklungsplan enthält für Brilon noch einen weiteren wichtigen Aspekt. Der gültige Landesentwicklungsplan aus dem Jahr 1995 sah bisher ein großes Areal nördlich des Egger-Geländes in Richtung Nehden für flächenintensive Großprojekte vor. Die dafür vorgehaltene Fläche (LEP VI-Fläche) wird im Entwurf des neuen LEPs nicht mehr als solche aufgeführt. Vor der Jahrtausendwende hatte sich die Stadt dort um die Ansiedlung eines BMW-Werks bemüht. BMW baute dann allerdings in Leipzig neu.

Es sei eindeutig das falsche Signal, das Gebiet neu im LEP zu überplanen sagt Borkamp. Aus planerischer und wirtschaftlicher Sicht erfordere eine ausgewogene landesweite Betrachtung, dass die Standorte für überregional bedeutsame flächenintensive Vorhaben nicht nur in den Regionen an Rhein und Ruhr liegen. Er ist überzeugt, dass entsprechende Standorte auch in Südwestfalen und im Hochsauerland verfügbar sein müssen.

Rot-Grün schwächt unsere Region erneut mit Vorsatz. Ich sehe die Chancen und Entwicklungspotenziale unserer Stadt hierdurch gefährdet“, erklärt der CDU Bürgermeisterkandidat. Aus seiner Sicht muss die Fläche für Großprojekte als „Option für die Zukunft Brilons“ erhalten bleiben.

Quelle: CDU Stadtverband Brilon