Bestwig/Velmede. Schon in Kürze soll die Ruhr in Velmede ein „Stück Natur“ zurückbekommen: Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird ein rund 200 Meter langer Abschnitt des Flusses zwischen der Wehranlage östlich der Kardinal-Hengsbach-Brücke sowie der „Holzbrücke“ in seinen natürlichen Zustand zurückversetzt. Aus der Hand von Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann erhielt Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus jetzt einen Förderbescheid über 205.120 Euro.

Das ist ein Projekt, von dem Natur und Menschen profitieren“, so Ralf Péus. Bereits im Jahr 2009 wurde ein Abschnitt der Ruhr im Bereich des Bestwiger „Sünden-wäldchens“ renaturiert. „Da ist ein richtiges Schmuckstück entstanden“, betont der Bürgermeister, „und das soll jetzt auch in Velmede passieren.

Mit Auenbereichen, mehreren Flussarmen sowie zwei „rauen Rampen“ werden die natürlichen Abläufe eines Mittelgebirgs-Auenflusses geschaffen, erläutert Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig: Die Ruhr werde als Wander- und Erholungsbereich in direkter Nachbarschaft zum RuhrtalRadweg weiter aufgewertet: „Wir wollen Natur hier für die Leute sichtbar machen.“ Zudem dient die Maßnahme der Gewässerreinhaltung und dem Artenschutz, weil die Ruhr nun für Fische und Kleinlebewesen aufgewertet werde. Damit erfüllt die Gemeinde Bestwig einen gesetzlichen Auftrag: Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie“ verpflichtet die öffentliche Hand dazu, die Flüsse in einen guten ökologischen Zustand zu entwickeln.

Aus der Hand von Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann (li.) erhielt Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus jetzt einen Förderbescheid über 205.120 Euro für die Renaturierung der Ruhr im Bereich „Hinter Hegershof“ in Velmede. Bildnachweis: Bezirksregierung Arnsberg

Aber auch der Mensch soll bei allen Planungen und Bauprojekten nicht zu kurz kommen, betont Friedhelm Koch: „So ist der vorbeugende Hochwasserschutz immer mit Thema bei den Planungen.“ Daneben sollen auch Erholungs- und Erlebnis-möglichkeiten an den Gewässern verbessert werden – Ralf Péus: „Hierzu gehört im Übrigen auch eine möglichst attraktive Gestaltung des Wohnumfeldes der Anwohner.“ Erfreulich sei, dass es zu den bereits abgeschlossenen Renaturierungs-Projekten eine nahezu ausschließlich positive Resonanz aus der Bürgerschaft gebe.

Mit den Arbeiten im Bereich „Hinter Hegershof“ soll möglichst noch in diesem Jahr begonnen werden. Der im östlichen Bereich der Ruhr verlaufende RuhrtalRadweg bleibt dabei in seiner ursprünglichen Lage. Von der Kanalstraße soll entlang des Ober- grabens eine Baustellenzufahrt eingerichtet werden – Ziel ist es dann, diese „Baustraße“ für einen künftigen Verlauf des Ruhrtalradwegs direkt am Fluss entlang zur Kanalstraße zu nutzen. Der bisherige Bolzplatz an den „Ruhrwiesen“ wird völlig neu konzipiert und erhält eine Zaunanlage. „Insbesondere für Kinder und Jugendliche entstehen so deutlich verbesserte Freizeitmöglichkeiten an dieser Stelle“, so Ralf Péus. Darüber hinaus sind auch Sitzgruppen im Bereich des Kunstwerkes und an der Info-Tafel angedacht, um Radfahrer und Spaziergänger zum Verweilen einzuladen.

Die Gesamtkosten für das Groß-Projekt betragen rund 256.000 Euro. 205.120 Euro stammen aus Landesmitteln; der Eigenanteil der Gemeinde Bestwig wird in Form von so genannten „Ökopunkten“ gutgeschrieben, die dringend benötigt werden, um andere Baumaßnahmen umsetzen zu können. „Insofern ist diese Renaturierung für die Gemeinde Bestwig – wie auch die anderen bereits fertig gestellten Projekte – kosten-neutral“, so Umwelt-Ingenieur Koch – mehr und mehr werde die Ruhr so von der Ortsgrenze bei Wehrstapel bis hin zur Alfert auf dem Gebiet der Gemeinde Bestwig so zu einem „Gesamt-Lebensraum“.

Quelle: Gemeinde Bestwig