Arnsberg: Lichtlos und luXgut – Selbstexperiment im Kunst-Werk Neheim

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Arnsberg / Neheim. 13 Schülerinnen der Medien-AG der Agnes-Wenke-Sekundarschule waren im Kunst-Werk Neheim und wagten ein interessantes Experiment. Sie verbrachten gut eine Stunde in absoluter Dunkelheit. Die Eindrücke des Selbstexperiments sind im folgenden beschrieben:

Lichtlos. Wortwörtlich. Die Schülerinnen sitzen in einem uns völlig unbekannten Raum. Sehen nichts. Nicht einmal die eigene Hand vorm Auge. Lediglich dem Tastsinn und der vorherigen Info durch Michael Lück ist es zu verdanken, dass Sie wissen, dass Sie nicht allein sind. Ihr Hörsinn trügt – der Schall seiner Stimme scheint viel weitläufiger als die Größe des ovalförmigen Sitzkreises es zulässt. Die anfängliche Nervosität und das damit verbundene Kichern und Tuscheln schwinden. Langsam, aber sicher. Es wird still. Alle warten auf das, was nun passieren wird.

Unter jedem ihrer Stühle befindet sich ein Gegenstand. Für sie nicht sichtbar. Nur ertastbar. 13 Schülerinnen und zwei Lehrkräfte versuchen, allein durch ihren Tastsinn den jeweiligen Gegenstand zu bestimmen. Einige beschreiben ihn. Seine Beschaffenheit. Seine Größe. Seine Flexibilität. Nur wenige erraten ihn richtig. Von der anfänglichen Beklemmung in der Brust merken sie immer weniger. Zu sehr sind ihre Gehirne damit beschäftigt, ihnen verschiedenste Bilder zu präsentieren. Umso größer die Verwirrung darüber, dass die eine ein Ohr in der Hand hält, eine andere eine Zahnbürste. Die nächste ein Frisbee.

Im nächsten Schritt ist Phantasie gefragt. Was können diese Gegenstände mit dem vorher mit Michael Lück besprochenen Oberthema „Meine Welt, mein Frieden und ich“ zu tun haben? Schnell wird den Schülerinnen klar, worüber sie sprechen. Einige erkennen schnell die Zusammenhänge zwischen den Metaphern und ihrer Umwelt. „Das Ohr steht für das Zuhören und / oder Hinhören (…)“ – die mittlerweile freie und ungezwungene Atmosphäre lässt eigene Interpretationen zu. Das Thema soll die Schülerinnen noch einige Zeit beschäftigen – immer mehr reflektieren sie auch ihr eigenes Handeln.

Foto: © Thora Meißner
Foto: © Thora Meißner

Google VR, Streichhölzer und Meldungen aus der Tagespresse

Nach gefühlt 30 Minuten (Echtzeit 60 Minuten) verlassen die Schülerinnen entspannt und geflasht zugleich den Lichtlos-Raum. Es folgt ein Rundgang durch die aktuelle Ausstellung „luXgut“ – vielen Dank an Christoph Meinschäfer und Tosca Fahlefeld. Ins Auge fallen ihnen direkt die einzigartige Ausstellung „Streichhölzer 1.0“ von Pia Kintrup. Imponierend und schockierend zugleich fanden sie jedoch die Ausstellung „Faits Divers“ von Maximilian König. Für diese Fotografien wurden Extremsituationen jugendlichen Lebens nachgestellt – basierend auf Meldungen aus der Tagespresse.

Im nächsten Moment stehen sie wieder im Fotostudio. Die Schülerinnen haben es auf „Tilt Brush“ (Google VR) abgesehen – mit der VR-Brille auf der Nase und den beiden Controllern in der Hand können sie sich kreativ austoben. Nicht auf einem Blatt Papier oder am PC, sondern virtuell, frei von begrenztem Platz und in 3D. Der gesamte Raum ist die Leinwand.

„Megagut“, „cool“, „interessant“ und „spannend“ – das sagen die Schülerinnen der Medien-AG. Fotografie, Architektur, Design, Choreografien und technische Anwendungen rund ums Thema Licht – das ist es, was die Ausstellung luXgut ausmacht.

Quelle: Thora Meißner
Foto: © Thora Meißner

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