Arnsberg: Denkmalpflegeplan publiziert – Teil des Maßnahmenpaketes zum Städtebaulichen Denkmalschutz

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Arnsberg. Die Stadt Arnsberg hat Ende 2018, aufbauend auf den positiven Erfahrungen mit dem 2014 veröffentlichten Denkmalpflegeplan „Neheim-Strohdorf“, nun den Denkmalpflegeplan „Alt-Arnsberg“ publiziert. Die Stadt ist sich ihrer Verantwortung für das gebaute Erbe bewusst, auch deshalb ist sie Gründungsmitglied der AG Historische Stadt- und Ortskerne in NRW.

Hierdurch wurden umfangreiche Sanierungs- und Aufwertungsmaßnahmen auch mit Landes- und Bundesförderung ermöglicht. Des Weiteren profitiert Arnsberg derzeit vom Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, wofür ein Integratives Handlungskonzept erstellt und die Erhaltungssatzung „Altstadt Arnsberg“ erlassen wurde. Auch der aktuelle Denkmalpflegeplan ist Teil des Maßnahmenpaketes zum Städtebaulichen Denkmalschutz und wurde hierüber mitfinanziert. Er wurde in Kooperation mit dem Büro Strauß | Fischer Historische Bauwerke GbR erarbeitet.

Ein weiterer Baustein zur Erhaltung des gebauten Erbes ist Arnsbergs derzeitige Teilnahme als Modellkommune am Praxistest zur „Besonders erhaltenswerten Bausubstanz“ im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit.

(v.l.n.r.): Ralf Herbrich, Untere Denkmalbehörde der Stadt Arnsberg, Dr. Stephan Strauß, Büro Strauß | Fischer Historische Bauwerke GbR, Ralf Paul Bittner, Bürgermeister der Stadt Arnsberg (mit einem Ruhrkieselstein in der Hand. Aus diesen Steinen besteht das Pflaster der erneuerten Unteren Soester Straße) sowie Thomas Vielhaber, Planungs- und Baudezernent der Stadt Arnsberg, präsentieren den im Dezember 2018 publizierten Denkmalpflegeplan für den Stadtteil Arnsberg. Foto: © Stadt Arnsberg
(v.l.n.r.): Ralf Herbrich, Untere Denkmalbehörde der Stadt Arnsberg, Dr. Stephan Strauß, Büro Strauß | Fischer Historische Bauwerke GbR, Ralf Paul Bittner, Bürgermeister der Stadt Arnsberg (mit einem Ruhrkieselstein in der Hand. Aus diesen Steinen besteht das Pflaster der erneuerten Unteren Soester Straße) sowie Thomas Vielhaber, Planungs- und Baudezernent der Stadt Arnsberg, präsentieren den im Dezember 2018 publizierten Denkmalpflegeplan für den Stadtteil Arnsberg. Foto: © Stadt Arnsberg

Warum es von Bedeutung ist, diese Instrumente zu nutzen, wird im Zusammenhang mit aktuellen Zahlen aus dem Baukultur-Bericht des Bundes „Erbe – Bestand – Zukunft“ 2018/19 deutlich. Hier wird aufgezeigt, dass es Ende 2016, gemessen an dem Gebäudebestand, ca. 3 % Baudenkmale und ca. 30 % besonders erhaltenswerte Bauten gab. Diesen Gebäuden muss eine hohe Bedeutung beigemessen werden, denn sie geben einem Ort seinen unverwechselbaren und identitätsstiftenden Charakter. Auch dies wurde zum Anlass genommen, aufzuzeigen, wie das bauliche Erbe erhalten und wie ein sinnvoller Umgang hiermit erreicht wird.

Der Denkmalpflegeplan gibt die Ziele und Erfordernisse des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege sowie die Darstellung und Festsetzungen in der Bauleitplanung nachrichtlich wieder. Er benennt die erhaltenswerten Objekte und zeigt Gefährdungsfaktoren auf. Hierfür erfolgte eine umfangreiche Grundlagenermittlung mit Archivrecherchen, Planauswertungen und Begehungen. Des Weiteren wurde die städtebauliche Entwicklung analysiert und eine Kartierung der wesentlichen Merkmale sowie eine Auswertung der Denkmalliste vorgenommen. Hiernach wurde eine Analyse und Bewertung erstellt, aus der ein Maßnahmen- und Handlungskonzept hervorging.

Der Denkmalpflegeplan gibt Auskunft über den Umgang mit dem zu schützenden Kulturgut und wird von den Initiatoren als denkmalpflegerischer Fachbeitrag zur Stadtentwicklungsplanung verstanden. Deshalb werden u.a. Aussagen zur Gestaltung des öffentlichen Raumes, Nutzung neuer Energien, Übergang von Stadt zur Landschaft getroffen und Ziele und Konzepte für den Umgang mit Leerstand formuliert. So wird der Denkmalpflegeplan zu einem unverzichtbaren „Grundlageninstrument“ zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrages „Denkmalschutz und Denkmalpflege“ und für die Stadtentwicklung.

Im Prozessverlauf erfolgten Abstimmungen innerhalb der Verwaltung, mit der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen und dem örtlichen Heimatbund. Die hieraus hervorgegangenen Impulse wurden eingearbeitet. Des Weiteren wurde er in öffentlichen Veranstaltungen, internen Sitzungen und im Beirat für Stadtgestaltung diskutiert. Abschließend wurde er in den Ausschüssen und im Rat der Stadt Arnsberg abgestimmt und mit einem klaren Arbeitsauftrag an die Verwaltung beschlossen, sodass in Zukunft eine möglichst hohe Akzeptanz zu erwarten ist.

Die ersten Maßnahmen, die sich aus dem Denkmalpflegeplan ableiten lassen, sind bereits erfolgt: Für den Bereich Untere Soester Straße wurde ein B-Plan aufgestellt, sodass hier das geschichtliche Erbe erhalten wird. Die Straße selbst wurde jüngst nach historischem Vorbild saniert. Auch als Grundlage für bauliche Maßnahmen an Gebäuden diente der Denkmalpflegeplan bereits.

Quelle: Stadt Arnsberg
Foto: © Stadt Arnsberg

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