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Winterberg. 101 Wintersporttage bilanzieren die Liftbetreiber der Wintersport-Arena Sauerland. Trotz geringerer Betriebstage als im Jahr zuvor, ist die Besucherzahl konstant geblieben.

Noch bis einschließlich Sonntag dreht sich ein Skilift, die Loipenskigebiete haben den Betrieb schon länger eingestellt – Zeit Bilanz zu ziehen: Mild und unbeständig begann der Winter und nahm erst in der zweiten Hälfte rasant an Fahrt auf. Rund 20 Tage weniger stehen am Ende dieser Saison auf dem Konto. Dennoch sind die Touristiker zufrieden, denn die Besucherzahlen sind konstant geblieben. Rund 800.000 Skifahrer, Langläufer, Winterwanderer und Besucher der zahlreichen Events besuchten die Region, ähnlich viele wie im Vorjahr.

Zwar lief die aktuelle Saison zunächst etwas zögerlich an, doch holte die zweite Hälfte rasant auf. Die Vorfreude der Wintersportler war groß, als Ende Januar endlich die Temperaturen sanken und die Beschneiungsanlagen massenweise Schnee produzieren konnten. Zeitgleich stieg die Zahl der Gäste sprunghaft an. Im Vergleich zum Vorwinter verzeichnete die zweite Saisonhälfte ein deutliches Besucherplus.

Am 10. und 11. Dezember 2011 drehten sich die ersten Lifte. Nach einer kurzen Pause ging es am Wochenende darauf weiter mit dem Pistenspaß. Und zwar durchgängig bis zum 19. März 2012. So kommt die Wintersport-Arena Sauerland im alpinen Bereich bis einschließlich Sonntag auf 101 Wintersporttage. Davon sind rund 30 Prozent aufgrund der Beschneiung zustande gekommen.

101 Betriebstage: Wintersport-Arena Sauerland zieht ein positives Resümee. Foto: Wintersport-Arena Sauerland

Saisonhöhepunkt war aufgrund des konstant kalten, trockenen Wetters der Februar. Zu Spitzenzeiten liefen 105 Lifte. Mit 1,25 Metern erreichte die Schneedecke auf den beschneiten Pisten ihren höchsten Wert.

Auch für die Loipenskigebiete begann der Winter am zweiten Dezemberwochenende, 86 Tage dauerte die Saison. Bis auf zwei kleine Pausen Anfang und Mitte Januar waren durchgehend Loipen gespurt. Auch hier boten sich zwischen Ende Januar und Ende Februar die besten Bedingungen. Der Angebotsumfang erreichte am dritten Februar-wochenende mit 409 Kilometer seinen Höhepunkt. Die maximale Höhe an Naturschnee lag bei 65 Zentimeter. Diese Werte gelten für diejenigen Loipenskigebiete, die alleine Naturschnee arbeiten, was den überwiegenden Teil ausmacht. Im beschneiten Skilang-laufzentrum Westfeld lag der Höchstwert bei rund einem Meter. Dessen Loipen waren auch diejenigen, die dem Einbruch der milden Witterung am längsten trotzten. Am 15. März 2012 stellte Westfeld bei immer noch ausreichender Schneehöhe seinen Betrieb ein.

Sportlich-aktiv sind durchaus nicht alle Gäste, die die Wintersport-Arena Sauerland besuchen. Viele kommen alleine, um entspannt die winterweiße Landschaft zu erleben. Bei diesen Menschen steht Winterwandern hoch im Kurs. Ihnen bot der zurückliegende Winter reichlich Möglichkeiten, da er mit einer relativ konstanten Naturschneedecke glänzte. Eine leicht überpuderte Landschaft reicht den Wanderern bereits aus, um in den Genuss des Wintererlebnisses zu kommen.

So positiv diese Werte auch sind, so treffen sie jedoch nur für die hochgelegenen Wintersportregionen zu. Ein Phänomen des Winters 2011/2012 ist, dass er fast ausschließlich in den Höhenlagen anzutreffen war. Meist lag die Schneefallgrenze nur knapp unterhalb von 600 Metern, was vielfach nicht ausreichte, um dort ausreichend gute Bedingungen zu schaffen. Da die Skigebiete in den mittleren Lagen zudem aus wirtschaftlichen Gründen so gut wie gar nicht über Beschneiung verfügen, gingen diese meist leer aus.

Der zurückliegende Winter zeigt ein Mal mehr die Bedeutung der Beschneiung in unserer Region“, betont Wintersport-Arena-Vorsitzender Michael Beckmann. Von den 101 Tagen sind lediglich rund 30 Prozent durch Kunstschnee zustande gekommen, während es in den meisten Wintern um die 50 Prozent sind. Die Zahl solle jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass Beschneiung dringend notwendig ist. Und zwar nicht nur, um die Betriebstage zu erhöhen. „Wir brauchen Schneesicherheit, um unseren Gastgebern eine Buchungssituation zu verschaffen, auf der sie zuverlässig wirtschaften können. Und wir müssen unseren Gästen eine möglichst durchgehend hohe Qualität bieten.

Mit dem Auf und Ab des Winters schwankten auch die Buchungen. Noch liegen die aktuellen Zahlen nicht vor, doch eine Tendenz zeichnet sich jetzt schon ab. „Während in den hoch gelegenen Kerngebieten die Übernachtungen so gut wie konstant geblieben sind, ist der Winter in den mittleren Lagen nicht angekommen“, bestätigen Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus,und Arne Jährling vom Touristikverband Siegerland-Wittgenstein. Erst mit dem Wintereinbruch Ende Januar sei die Nachfrage spürbar gestiegen. „Die 101 Betriebstage gelten ja nur für die Höhenlagen. Wir hätten uns in der Fläche mehr Schnee und eine längere Saison gewünscht.“ Allerdings ist der Wintersportler nicht allerorts der typische Übernacht-ungsgast. In Siegerland-Wittgenstein werden die Skigebiete vorwiegend von Tages-touristen besucht.

Quelle: Wintersport-Arena Sauerland