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Winterberg. Ein einziger Lift dreht sich zurzeit in der Wintersport-Arena Sauerland – das allerdings schon seit fast vier Wochen. Viel mehr werden es am kommenden Wochenende [20. bis 22. Dezember 2013] auch nicht sein. Ob an den Weihnachtstagen Wintersport möglich sein wird, ist fraglich.

Milde Temperaturen setzen in den nächsten Tagen den Pisten zu. Nach einem regnerischen Donnerstag [19. Dezember 2013] und einem leicht kälteren Freitag [20. Dezember 2013] melden die Wetterdienste auch für Sonntag [22. Dezember 2013] Niederschläge. Für die Weihnachtstage kündigen sie ebenfalls mildes und stürmisches Wetter an. Das bedeutet: zu Weihnachten werden, wenn überhaupt, nur sehr wenige Lifte laufen.

In der kommenden Woche kommt zwar ein wenig Bewegung in die Wetterküche. Aber für flächendeckende Beschneiung wird es nicht kalt genug sein. Einige Zentimeter Neuschnee werden die Berggipfel in den Weihnachtsferien wohl überziehen, allerdings nur in den Hochlagen. Erst zum Jahreswechsel hin zeigen sich Chancen auf Kälte.

Das Wetter spielt nicht mit – das lässt sich nicht beschönigen„, bekräftigt der Vorsitzende der Wintersport-Arena Sauerland, Michael Beckmann. „Nicht nur die Touristiker, auch viele andere Branchen hätten sich Schnee und Kälte gewünscht. Aber wir sind darauf vorbereitet.“ Die Orte im Kerngebiet der Wintersport-Arena Sauerland haben bereits Alternativangebote ausgearbeitet, die den Gästen in den Weihnachtsferien attraktive Freizeitangebote ohne Schnee vor Augen führen.

Einige wenige Lifte laufen - alternative Freizeitangebote für Feriengäste. Foto: Wintersport-Arena Sauerland

Einige wenige Lifte laufen – alternative Freizeitangebote für Feriengäste. Foto: Wintersport-Arena Sauerland

Im Kerngebiet der Wintersport-Arena Sauerland hat die Wettersituation die Buchungslage nicht negativ beeinflusst. Zwar habe es einige Stornierungen gegeben, die seien jedoch meist durch den Nachfragedruck ausgeglichen worden. Bis zum Ende der Weihnachtsferien sei eine gute Grundlage zu verzeichnen.

Eines der Highlights ist der FIBT Viessmann Bob & Skeleton Weltcup vom 03. bis 05. Januar 2013. Die Olympischen Winterspiele sind tausende Kilometer weit weg und werden erst im Februar in Russland ausgetragen. Die Vorfreude auf Sotchi spürbar auf der Bobbahn Winterberg Hochsauerland. Wenn die Bob- und Skeletonschlitten bei den Weltcup-Wettkämpfen mit bis zu 140 Stundenkilometern durch die Winterberger Eisröhre rauschen, gibt es kein Halten mehr. Wer einmal hautnah dabei war und in jeder einzelnen der 15 Kurven des Eiskanals mit den Sportlern mitgefiebert hat, kann dies nachvollziehen. Und diesmal wird es ganz besonders spannend. Der Weltcup ist für die Kufenstars auch eine Standortbestimmung im Hinblick auf die Olympischen Spiele. Mit ziemlicher Sicherheit werden die künftigen Medaillengewinner den Anhängern direkt vor der Nase herfahren.

Das Phänomen, dass die Temperaturen in der Wintersport-Arena Sauerland über die Feiertage steigen, ist kein neues. Das sogenannte „Weihnachtstauwetter“ belegen die Wetterstatistiken seit Jahren immer wieder. Es beschreibt den häufigen Anstieg der Temperaturen kurz vor Heiligabend, meist in Verbindung mit Regen und Sturm. Ein Lichtblick in der derzeitigen Situation: Laut Statistik leitete das Weihnachtstauwetter meist einen Übergang zu kälterem Wetter am Jahreswechsel ein.

Auch die beiden zurückliegenden Winter zeigten dieses Phänomen. Nach einem milden Jahresausklang waren der Januar und Februar kalt und schneereich. In der Saison 2011/2012 lag in den Weihnachtsferien nur in den absoluten Hochlagen Schnee. Der Wintereinbruch kam Mitte Januar und brachte extreme Kälte mit sich. Der Februar begann sogar mit rund 60 cm Naturschnee.

Im Winter 2012/2013 fiel Anfang Dezember vergleichsweise viel Schnee, danach setzte starkes Tauwetter ein, sodass an den Weihnachtstagen und zum Jahreswechsel kaum Wintersport möglich war. Ab dem 10. Januar setzte die Wende ein. Bis Anfang April herrschte nahezu ununterbrochen feinstes Winterwetter. Und am Ende der Saison wies die Besucherbilanz einen der erfolgreichsten Winter der zurückliegenden Jahre aus.

Den Weihnachtsferien als erster Hochsaison hilft das nicht. Aber der Winter ist darum noch lange nicht abgeschrieben. „Bisher hatten wir noch in jedem Winter Schnee„, zeigt sich Beckmann optimistisch.

Quelle: Wintersport-Arena Sauerland