Print Friendly, PDF & Email

Winterberg (Bü). Überraschungs-Erfolg bei den Männern, Favoritinnen-Sieg bei den Frauen: Die Deutschen Meisterschaften im Zweierbob in Winterberg sahen Nico Walther/Marko Hübenbecker (Riesa/Mitteldeutscher SC) sowie Anja Schneiderheinze/Lisette Thöne (Erfurt) vorne.

Der aufstrebende Walther erzielte in beiden Läufen die Bestzeit und setzte sich mit einer herausragenden Leistung gegen Francesco Friedrich (Oberbärenburg) durch. Thorsten Margis vom BSC Winterberg schob den Schlitten des amtierenden Weltmeisters zwar zweimal zur schnellsten Startzeit, aber die Hoffnung auf seinen ersten nationalen Titel erfüllte sich nicht. Mit deutlichem Rückstand folgten auf Platz drei die Nachwuchs-Athleten Johannes Lochner/Marius Bröning (Stuttgart).

Der neue Meister präsentierte sich als bescheidener Gewinner: „Wir freuen uns, doch Francesco ist das Rennen vielleicht nicht auf der allerletzten Rille angegangen. Ich würde mich jetzt noch nicht auf eine Stufe mit ihm stellen.“ Ein Sonderlob erhielt er dagegen von Bundestrainer Rene Spies: „Nico hat bewiesen, dass es auch mit altem Material geht.“ Erfreulich gut vertreten war das Sauerland im Feld der 14 Schlitten. Bennet Buchmüller/Frederik Baumann (Winterberg/Hallenberg) wurden Achte, Pablo Nolte/Niklas Scherer (Winterberg) Elfte.

Die Deutschen Meister 2015 von Winterberg: Damenbobteam mit Pilotin Anja Schneiderheinze (links) und Lisette Thöne. Foto: © Inga Ortmann

Die Deutschen Meister 2015 von Winterberg: Damenbobteam mit Pilotin Anja Schneiderheinze (links) und Lisette Thöne. Foto: © Inga Ortmann

Mit einem Schmunzeln quittierte Schneiderheinze die Aussage von Coach Spies, sie habe sich emanzipiert. In der Tat gab es nach dem Rücktritt von Sandra Kiriasis einen souveränen Sieg vor Cathleen Martini/Janine Tischer (Oberbärenburg/Meiningen), die ebenfalls schon oft besser platziert waren als ein von der Thüringerin gesteuerter Bob.

Die lange Jahre für den BSC Winterberg angetretene Schneiderheinze jedoch räumte ohne Umschweife ein: „Ich möchte in der Welt vorne sein.“ Die ideale Gelegenheit dazu bietet sich bei der WM vom 23. Februar 2015 bis 08. März 2015 an gleicher Stelle: „Da wollen wir auf das Podest.

Ex-Weltmeisterin Martini hingegen muss weiter um die Teilnahme an dem Saison-Höhepunkt bangen. Immerhin wahrte sie mit Rang zwei vor Carolin Zenker/Sarah Noll (Oberbärenburg/Königssee) ihre Chance, muss nun bei einem wichtigen Anschubtest am Sonntag die von ihr noch nicht erreichte Startnorm erfüllen, um dann nachträglich ins Weltcup-Team aufgenommen zu werden und sich dort noch für den Welt-Titelkampf zu qualifizieren. Das bisher zweite deutsche Weltcup-Duo Stefanie Szczurek/Erline Nolte (Oberhof/Winterberg) musste wegen einer Magen-Darm-Erkrankung der Pilotin passen. Noltes Vereinskolleginnen Anna Köhler/Annika Drazek landeten auf einem guten fünften Platz. Neunte wurden Kim Kalicki/Katharina Quint (Winterberg/Michelstadt) unmittelbar vor Josephine Müller/Laura Wiese (Winterberg).

Quelle: Bobbahn Winterberg Hochsauerland