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Winterberg (ots). Nachdem es sich ein 45-jähriger Trickbetrüger zuletzt in zwei Hotels der gehobenen Klasse in Bad Lippspringe und Hallenberg gut gehen ließ, muss er sich seit Mittwoch [27. Juli 2011] mit der kargen Unterbringung in einer Gefängniszelle begnügen.

Der Mann aus Moers hatte sich am Montag gemeinsam mit einem 42-jährigen Komplizen und einer 26-jährigen Begleiterin in einem Hallenberger Hotel eingemietet und zwei Zimmer für eine Woche zu einem Preis von etwa 3.000 Euro bezogen. Dienstagabend informierte der aufmerksame Hotelier die Polizei Winterberg, da er Zweifel an der Identität seiner neuen Gäste bekam.

Die Polizei fand schließlich heraus, dass der 45-Jährige einschlägig vorbestraft war und sich unter falschen Namen eingebucht hatte. Dies galt auch für seinen Komplizen. Das Trio wurde noch Dienstagabend in dem Hallenberger Hotel vorläufig festgenommen. Bei den anschließenden kriminalpolizeilichen Ermittlungen kam ans Licht, dass sich die beiden Männer als Betreiber bzw. Rechtsberater einer Modelagentur ausgegeben hatten und unter dieser Legende die 26-Jährige kennengelernt hatten, welche sich Dienstag- abend in deren Begleitung befand. Die 26-jährige Frau aus Hannover arbeitet neben-beruflich als Model und hatte über das Internet Kontakt zu den Betrügern bekommen.

Betrüger und Model trafen sich erstmals zu einem Vorstellungsgespräch in einem Bad Lippspringer Hotel. Dort verbrachte man eine Woche, lebte auf Hotelkosten und verschwand am 25. Juli 2011 ohne die Rechnung in Höhe von 2.500 Euro zu begleichen. In Bad Lippspringe ging die 26-Jährige den Betrügern auf den Leim, welche ihr u.a. ein Monatsgehalt in Höhe von 15.500 Euro und einen Firmenwagen der Nobelklasse anboten. Als Anzahlung erhielt die 26-Jährige 10 unterschriebene Verrechnungsschecks über insgesamt ca. 22.000 Euro und in Hannover wurde zunächst ein Pkw der Marke Audi TT für die 26-Jährige erworben, von diesem Kaufvertrag trat der 45-Jährige jedoch zurück.

Stattdessen bestellte er am 26. Juli 2011 unter seinem Aliasnamen in einem Franken-berger Autohaus einen BMW im Wert von 76.000 € und ließ sich dort bis zur Aus- lieferung des 525er BMW einen Leihwagen zur Verfügung stellen. Zudem hatte der 45-Jährige seiner neuen Angestellten in einem Bielefelder Möbelhaus eine teure Schlafzimmerausstattung für deren Wohnung in Hannover spendiert.

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die der 26-Jährigen übergebenen Schecks natürlich ebenso gefälscht waren, wie die Unterschriften unter den Kaufverträgen in Bielefeld, Hannover und Korbach. Darüber hinaus fanden die Kripo-Ermittler in dem Hallenberger Hotelzimmer der Festgenommenen weitere 100 gefälschte Verrechnungs-schecks und Vertragsunterlagen über Laptopkäufe und Internetverträge auf den Namen der 26-Jährigen. Diese hatte sich aufgrund des lukrativen Arbeitsvertrages dazu bereit erklärt.

Die 26-Jährige wurde aufgrund dieser Ermittlungsergebnisse auf freien Fuß gesetzt. Ihre Begleiter wurden jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft Arnsberg einem Briloner Haftrichter vorgeführt. Der 42-jährige Tatverdächtige, ansonsten polizeilich ein unbe- schriebenes Blatt, wurde von dem Haftrichter entlassen. Gegen den 45-jährigen Haupt-täter, der erst 2010 nach drei Jahren wegen 33 Betrugsfällen aus der Haft entlassen worden war, wurde dagegen Haftbefehl erlassen.

Quelle: Kreispolizeibehörde HSK