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Winterberg (ske). Gleich beim ersten Treffen zündete die Idee: Tourismus und Kirche in Winterberg wollen gemeinsame Wege gehen. Ein erstes pilotträchtiges Projekt soll bei der Bob & Skeleton-WM 2015 realisiert werden: Der katholische Pastoralverbund St. Jakobus Winterberg will im Bahngelände Sportlern und Besuchern einen Ort der Stille und Besinnung anbieten – gemeinsam mit der evangelischen Kirche.

Wir müssen zu den Menschen gehen, so wie es der Papst wünscht“, sagt Pastor Norbert Lipinski. Ähnlich sieht es Winterbergs Tourismuschef Michael Beckmann: „Auch wir müssen uns öffnen. Bisher gab es mehr ein Neben- als ein Miteinander von Tourismus und Kirche.

Vor einem Jahr trafen sich Lipinski – damals seit wenigen Monaten in Winterberg – und Beckmann, um sich kennenzulernen und mögliche Verbindungen auszuloten. Als man auf das Thema WM 2015 kam, zündete die Idee: „Wenn wir uns öffnen, dann habe ich kein Problem damit, uns bei diesem Ereignis zu präsentieren“, erklärt der 48-jährige Pastor. Und beim Tourismuschef stieß diese Idee auf offene Ohren: „Viele Touristen sind sehr gläubig, besonders die Niederländer. Für sie spielt Kirche eine wichtige Rolle“, meint Beckmann.

Gemeinsam unterwegs: Pastor Norbert Lipinski (l.) und Tourismuschef Michael Beckmann. Foto: Daniel-Michael Gitzen. Foto: Bobbahn Winterberg Hochsauerland

Gemeinsam unterwegs: Pastor Norbert Lipinski (l.) und Tourismuschef Michael Beckmann. Foto: Daniel-Michael Gitzen. Foto: Bobbahn Winterberg Hochsauerland

Die Kirche wird während der WM in einer fünf mal fünf Meter großen Pagode neben der Zielkurve vor Ort sein. „Hier können Menschen Ruhe finden, sich beheimatet fühlen und auch den Weg zu Gott suchen“, betont Lipinski. Die Pagode als „ein Zelt Gottes“. „Wir sind für alle offen“, ergänzt Beckmann.

Noch nicht entschieden ist, wie die Pagode ausgestattet wird. Lipinski: „Mit welchen Zeichen und Elementen können wir die Menschen so ansprechen, dass sie sich – unabhängig von Konfessionen – angenommen fühlen und sich fallen lassen?“ Vorstellbar sei das Element Wasser oder auch passend zur WM das Symbol Eis: „Christus als Quelle des Lebens, aus der wir alle trinken können.

Ansprechpartner in der Pagode sollen Geistliche, aber auch ehrenamtliche Kirchen-Mitarbeiter sein. Sie sollen beraten, Beistand leisten und – wenn gewünscht – auf die Angebote in den Kirchen in Winterberg und Umgebung verweisen. „Während der WM arbeiten wir mit zwei Standbeinen – in der Pagode und in unseren Kirchen, die immer offen sind“, sagt Lipinski. Natürlich werden – so der Pastor – auch ökumenische Gottesdienste in den Kirchen angeboten. Daher soll die evangelische Kirche mit ins Boot – sprich in die Pagode – geholt werden.

Unser Verhältnis ist ausgesprochen gut.“ Bereits bei der Einweihung des neuen Zielbereichs im November letzten Jahres saßen Lipinski und sein evangelischer Kollege Matthias Gleibe bei einer gemeinsamen atemberaubenden Abfahrt und der anschließenden Segnung im selben Bob. Diese Zusammenarbeit soll bei der WM fortgeführt und mit neuem Schwung versehen werden.

Bei den Verantwortlichen der Bahn stößt das Projekt der offenen Kirchen vor Ort auf ungeteilte Zustimmung. „Das ist eine Herzensangelegenheit“, meint Geschäftsführerin Petra Sapp.

Quelle: Bobbahn Winterberg Hochsauerland