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Winterberg (Bü). Kaum zu glauben, aber wahr: Sie ist Olympiasiegerin, viermalige Weltmeisterin und fünfmalige Weltcup-Gesamtgewinnerin. Doch ein Titel fehlte Tatjana Hüfner bis letzten Sonntag noch: Europameisterin.

Mit dem Erfolg in Altenberg hat die Rennrodlerin nun ihre Sammlung komplettiert. „Die Fahrten waren heute recht gut. Ich konnte endlich meine guten Trainingsleistungen auch im Wettkampf umsetzen und freue mich sehr“, sagte die 32-Jährige danach gewohnt zurückhaltend.

Das Rennen im Osterzgebirge war zugleich die vorletzte Weltcup-Station dieses Winters und der dortige Triumph motiviert sie natürlich, im Saisonfinale noch einmal anzugreifen: Beim Viessmann Rennrodel-Weltcup und Viessmann Team-Staffel-Weltcup presented by BMW am 20. und 21. Februar 2016 in Winterberg.

Der Triumph im Gesamtklassement ist der ewigen Rivalin Natalie Geisenberger (ASV Miesbach) in der VELTINS-EisArena zwar nicht mehr zu nehmen, aber für die für den BRC 05 Friedrichroda aus Thüringen startende Sportsoldatin wäre es immerhin der dritte Saisonsieg. Vor Altenberg fuhr sie schon am 16. Januar 2016 in Oberhof auf den ersten Platz und beendete damit eine zweijährige Durststrecke ohne Weltcup-Erfolg.

Hartnäckige Rückenschmerzen, als deren Ursache schließlich ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde, hatten diese schwierige Phase eingeleitet. Außerdem kritisierte die Hobby-Bergsteigerin seit den Olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) wiederholt öffentlich, weil der Stützpunkt in Berchtesgaden gegenüber den anderen bevorzugt würde. Hinzu kam im letzten August ein eher ungewöhnliches Verletzungspech:

Im Trainingslager in Kienbaum zog sie sich beim Fußball-Tennis einen Achillessehnenriss zu, ohne dass Ball oder Gegner in der Nähe gewesen wären, einfach so aus dem Antritt heraus. Doch nach einer schnellen Genesung war die 1,78 Meter große und 76 Kilo schwere Athletin beim Weltcup-Auftakt gut drei Monate später wieder am Start. Es folgte trotz der erwähnten Erfolge ein wechselhafter Winter. Bei der WM am Königssee fehlte die Winzigkeit von einer Tausendstelsekunde zur Bronzemedaille, beim nächsten Wettbewerb in Sotschi stürzte sie.

Aber an die Überschrift eines eigenen Beitrags auf ihrer Internetseite hat sich die Titelsammlerin immer gehalten: „Hinfallen ist o.k., nur liegen bleiben nicht.“ Vor dem Sieg am letzten Sonntag war sie übrigens viermal Vize-Europameisterin.

Quelle: Veltins-EisArena
Grafik: © Veltins-EisArena