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Winterberg. Am Morgen des 26. November 2015 wurde die Freiwillige Feuerwehr Winterberg sowie der Rettungsdienst zu einem Einsatz mit mehreren bewusstlosen Personen alarmiert. Gegen halb acht Uhr morgens bemerkte eine Anwohnerin in der Birkenstraße in Winterberg-Züschen eine vor einem Einfamilienhaus befindliche Person, die mit Hilferufen auf sich aufmerksam machte. Zusammen mit einem weiteren Anwohner brachte sie die Person in Sicherheit, ebenso die zum Teil bewusstlosen Personen, die sich noch im Gebäude befunden haben. Hierbei handelte es sich insgesamt um 3 Erwachsene sowie 2 Kleinkinder.

Die ersteintreffenden Einsatzkräfte der Feuerwehr durchsuchten im Anschluss unter Einsatz von Atemschutzgeräten das Gebäude nach möglichen weiteren Personen. Bei den hierbei laufend durchgeführten Messungen ergab sich ein hoher Kohlenstoffmonoxid-Gehalt im Gebäude. Als erste Maßnahme wurden sämtliche Räume belüftet und die Heizungsanlage außer Betrieb genommen.

Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das mit den menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Es entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen, wie z.B. Gas, Öl, Holz oder Kohle. Im Körper blockiert es den Sauerstofftransport im Blut. Bei hohen Konzentration in der Raumluft können bereits wenige Atemzüge zur Bewusstlosigkeit und schlimmstenfalls zum Tod führen.

Aufgrund der Anzahl an Verletzten wurden umfangreiche Rettungsmittel vom Rettungsdienst des Hochsauerlandkreises als auch vom Deutschen-Roten-Kreuz (DRK) alarmiert. Neben Einsatzkräften aus dem Raum Winterberg und Brilon kam auch das DRK aus dem benachbarten Hessen zum Einsatz. Zusätzliche Unterstützung erfolgte durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst sowie den Leitenden Notarzt. Eine Betreuung der Verletzten sowie der unmittelbaren Nachbarn fand durch Notfallseelsorger der Feuerwehr Winterberg statt.

Nach erfolgter Erstversorgung an der Einsatzstelle wurden die beiden Kleinkinder mit einem Elternteil in die Kinderklinik nach Siegen gebracht. Die beiden anderen Hausbewohner wurden schwerverletzt ebenfalls in umgebende Krankenhäuser eingeliefert, bei einer Person wurde ein lebensbedrohlicher Zustand festgestellt. Die ersthelfende Nachbarin wurde zur Kontrolle ebenfalls dem Krankenhaus zugeführt.

Nach etwa 90 Minuten konnte die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden, die die weiteren Ermittlungen übernommen hat.

Im Einsatz befanden sich folgende Kräfte:

Die Löschgruppen Züschen, Langewiese und Neuastenberg sowie der Löschzug Winterberg waren mit rund 50 Einsatzkräften und 8 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Seitens des Rettungsdienstes (Wache Winterberg und Medebach) und des DRK (Brilon, Winterberg und Frankenberg) wurden insgesamt 24 Helfer mit 9 Fahrzeugen alarmiert. Ebenfalls waren der Bezirksschornsteinfegermeister und Kräfte der Polizei vor Ort.

Quelle: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Winterberg
Foto: © HSK-Aktuell