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Winterberg. Prall und kugelrund, locken zurzeit süße Heidelbeeren Besucher zu den großen Heideflächen. Wer genau schaut, entdeckt sogar dunkelrot glänzende Preiselbeeren. Bald schon hat die Natur auf den Hochheiden der Ferienwelt Winterberg ihr Obstbüffet angerichtet. Von den leckeren Früchtchen darf jeder naschen – er muss nur zugreifen.

Der schlechte Sommer ist dafür verantwortlich, dass die Heidelbeeren-Ernte in diesen Jahr etwa zwei Wochen später startet als gewöhnlich. Zwar sind die ersten Früchte schon reif, doch der Großteil braucht noch etwas Sonne. Bei entsprechendem Wette kann es in ein bis zwei Wochen losgehen.

Heidelbeeren, im Volksmund auch als Blaubeeren bekannt, wachsen hoch oben im Sauerland in verschwenderischer Fülle. Auf dem Kahlen Asten, gleich bei der Wetterstation, und auf der großen Hochheidefläche bei Niedersfeld sind die Sträucher reich bestückt. Die Heidelbeerernte ist ein großer Spaß für Familien mit Kindern, Sammlernaturen und Hobbyköche. Ein paar Griffe, und schon kullern die nächsten Früchte in den Korb.

Wer nicht abwarten kann, lässt sich die saftig-weichen Früchtchen gleich an Ort und Stelle schmecken – blau gefärbte Münder gehören zum Streifzug durch die farben-prächtige Heide einfach dazu. Das Probieren bringt ein Aha-Erlebnis mit sich, denn wild wachsende Exemplare sind wesentlich aromatischer als gekaufte Kulturblaubeeren.

Heidelbeeren in den Hochheiden der Ferienwelt Winterberg rufen bald zur Ernte. Foto: Tourist-Information Winterberg

Daheim lassen sich Heidelbeeren vielseitig verwenden, sind wahre Stars unter den Obstsorten. Duftende Muffins, Quark und Vanillepudding, leckere Smoothies und vieles mehr bekommen durch sie erst knackig frischen Pfiff. Weniger süß als ihre Verwandten, dafür leicht herb schmecken Preiselbeeren – sie munden hervorragend zu Käse, Birnen und Fleisch. Beide Beerensorten eignen sich auch gut zum Einmachen, für Marmeladen, Chutneys oder Saft. Gesund sind die kleinen Kraftpakete überdies, liefern jede Menge Vitamine und Mineralstoffe.

Den ganzen August lang und noch bis Anfang September sind Ausflüge in die Heidel-beeren von Erfolg gekrönt. Eines müssen Sammler indes beachten: Das „Kämmen“ der Sträucher ist nicht gestattet, um die Zwergsträucher zu schonen. Heidel- und Preisel-beeren dürfen auch nur für den Eigenbedarf gepflückt werden, nicht für Erwerbszwecke.

Hochheide Kahler Asten:

Bergbauern trieben in früheren Jahren ihre Kühe, Ziegen und Schafe auf den Berg. Durch die ständige Beweidung wurde das Nachwachsen des Rotbuchenbestandes verhindert. Die Heide eroberte sich im Laufe der Zeit die Bergkuppe. So erhielt der Kahle Asten seinen Namen. Die rund 840 Meter hoch gelegene Hochheide besteht vor- nehmlich aus Heidelbeere, Heidekraut und Drahtschmiele. Vereinzelt sind auch Moose, Gräser, Flechten sowie wenige Blütenpflanzen, wilde Küchenkräuter, Vogelbeeren, Zitterpappeln, Grauweidenbüsche und Birken zu entdecken. Zahlreiche Wanderwege führen über die landschaftlich reizvolle Fläche. Seit 1965 steht die Heide auf dem Kahlen Asten unter Naturschutz.

Sehenswert: Heideblüte, Informationstafeln, Heidelehrpfad, Infozentrum, Wetterstation, Berggasthof.

Hochheide Neuer Hagen

Die rund 800 Meter hoch gelegene Hochheide bei Winterberg-Niedersfeld ist das größte zusammenhängende Hochheidegebiet Nodwest-Deutschlands. Auch sie ist im Laufe der Jahrhunderte durch Menscheneinwirkung entstanden. Für ihren Erhalt setzen sich die Biologische Station Hochsauerlandkreis und viele ortsansässige Bürger ein. Die Beweidung durch eine Schafherde verhindert die Wiederbewaldung der ökologisch wertvollen Fläche durch Gehölzanflug. Seit 1955 steht die Heide unter Naturschutz.

Ausflugsziele: Heide Hotel, Hochheide Hütte

Heidebeeren:

Sie schmecken frisch und leicht gekühlt am besten. Die Früchte bleiben im Kühl- schrank etwa zehn Tage lang knackig frisch. Sie eignen sich auch zum Einfrieren, Ein- kochen, Backen oder zur Herstellung von Wein und Saft. Die Beeren sind nicht nur kalorienarm, sie sind auch reich an Vitaminen und Mineralstoffen und darum sehr gesund. Der natürliche blaue Farbstoff der Beere hat eine besonders hohe antioxi-dantische (neutralisierende) Wirkung auf zellschädigende Umwelteinflüsse (sogenannte freie Radikale) haben. Das belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien. Im Vergleich mit anderen Früchten liegen die Heidelbeeren dabei an erster Stelle. Wer sie isst, hilft dem Körper, Umweltgifte, UV-Strahlen oder Stress zu verarbeiten.

Quelle: Tourist-Information Winterberg