Print Friendly, PDF & Email

Winterberg. Wenn Papa in der Ferienwelt Winterberg die Spendierhosen anhat und die Familie alle Freizeitangebote nutzt, dann hat er mit hoher Wahr- scheinlichkeit die WinterbergCard Plus in der Tasche. Seit Anfang Mai erhalten Gäste, die in einem der rund 50 teilnehmenden Übernachtungsbetriebe ein- checken, das umfangreiche Ticket. Freizeitbetriebe und Gastronomen haben erste Erfahrungen gesammelt.

Begeistert sind vor allem die Freizeitbetriebe in den Winterberger Ortsteilen und auch diejenigen, die ganz außerhalb der Ferienwelt ansässig sind. In die Salzgrotte von Sabine Ilg in Elkeringhausen kommen deutlich mehr Gäste als zuvor. Sogar Kinder seien dabei, betont die Chefin, obwohl die nicht zum klassischen Klientel der Gesundheitseinrichtung gehören.

Dass Leute kommen, die sonst nicht den Weg in seinen Betrieb gefunden hätten, haben die Betreiber im Landhotel Grimmeblick und bei Kartfun festgestellt. Beide gehen davon aus, dass die Anlagen dank WinterbergCard plus deutlich stärker genutzt werden als zuvor, insbesondere bei schlechtem Wetter häufen sich die Anmeldungen.

Panoramabrücke in Winterberg. Foto: Tourist-Information Winterberg

Einen Zuwachs an Gästen haben auch Betriebe in Winterberg gespürt. In dem Kurpark-stuben spielen deutlich mehr Besucher im Alter von 40 bis 70 Jahren Minigolf als zuvor. Und nicht nur das. Fast alle Anbieter profitieren zudem vom Verkauf von Speisen und Getränken. Kaum ein Gast geht, ohne etwas zusätzlich konsumiert zu haben.

Sogar weit abseits der Ferienwelt Winterberg sind die Auswirkungen der Winterberg- Card plus spürbar. „Ein gutes Kooperationsangebot, das uns viele Gäste zuführt, die den Weg sonst nicht gemacht hätten“, findet Ulrich Grüterich von der Möhnesee-Schifffahrt. Im Juni, aber insbesondere im regnerischen Juli hat Thikos Kinderland in Schmallenberg viele Gäste aus Winterberg empfangen. Inhaber Thorsten Thimm lobt das System: „Das Handling ist für den Gast ist einfach, er erhält einen reinen Mehrwert, muss nichts kaufen und nachrechnen, ob sich die Investition auch gelohnt hat.“

Etwas verhaltener zeigen sich die Hoteliers und Inhaber der beteiligten Pensionen und Ferienwohnungen. Die Gäste, die die Karte nutzen, seien begeistert, so die einhellige Meinung. Wie groß der Anteil der Nutzer sei, darüber sind die Gastronomen jedoch uneins. Während einige Betriebe Nachfragen nach der WinterbergCard plus bereits bei Buchung vernommen haben, haben andere eine zusätzliche Nachfrage zumindest nicht registrieren können. Zwar sind einigen Gastronomen Aussagen wie „Man müsste wieder kommen, man kann das ja an einem Wochenende gar nicht alles nutzen“, zu Ohren gekommen. Betriebe in umliegenden Orten, deren ältere Gäste den Weg zu den einzelnen Freizeiteinrichtungen scheuen, zeigen sich allerdings weniger optimistisch.

Gastgeber und Freizeitbetriebe ziehen Bilanz nach drei Monaten WinterbergCard plus. Foto: Tourist-Information Winterberg

Doch die Zahlen sprechen andere Worte. Von den 20.000 Erwachsenen-Karten, die die Tourist-Inforamtion gedruckt hat, waren bereits Ende Juni alle ausgegeben. Tourismus-direktor Michael Beckmann: „Die Karte läuft trotz der kurzen Einführungsphase gut und zwar in allen Orten. Insbesondere die Radiowerbung im Mai hat sich positiv bemerkbar gemacht.“ Aufgrund der Karte habe es bereits Verlängerungen oder Wiederholungs-buchungen gegeben, da die Gäste bei einem Kurzurlaub nicht alles haben nutzen können. „Aufgrund des Couponsystems haben wir ein erstklassiges Instrument in der Hand, mit dem wir Gästebewegungen erstmals exakt nachverfolgen können.

Kritik gibt es bei einigen Freizeitbetrieben aufgrund der etwas umständlichen Hand- habung. Darum ist die Ferienwelt Winterberg dabei, die Abwicklungsmodalitäten zu vereinfachen. „Bei der Entwicklung der WinterbergCard plus haben wir auf ein kosten-günstiges System gesetzt, um in der Pilotphase den Kostenaufwand möglichst gering zu halten,“ betont Beckmann.

Unterm Strich zeigt sich jedoch jetzt schon, dass die WinterbergCard plus verstärkt zu Besuchen der umliegenden Ortsteile führt. „Wir schaffen eine Steuerung über die Ferienwelt Winterberg und sogar noch darüber hinaus über das ganze Sauerland“, betont Beckmann. „Die Ferienwelt Winterberg und alle Beteiligten von außerhalb zeigen, was die Region kann und was sie zu bieten hat. So können wir für unsere Region Begeisterung wecken und zudem neue Kunden in den Sommermonaten gewinnen.

Noch im August trifft sich eine Arbeitsgruppe aus Übernachtungs- und Freizeitbetrieben, um die WinterbergCard plus mit diesen ersten Erfahrungen weiter zu entwicklen. Vorstellen kann Beckmann sich dabei auch, neben der Winterberg Card plus eine Karte zu schaffen, die sich auf das Thema Gesundheit konzentriert. Diese könne von den Übernachtungsbetrieben unter Umständen als Verkaufskarte und nicht als All-inklusive-Card angeboten werden.

Hintergrund:

Die WinterbergCard plus ist eine All-inclusive-Card, mit der Gäste 25 Freizeitein-richtungen in der Ferienwelt Winterberg und darum herum gratis nutzen können. 50 Gastgeber haben sich an dem System beteiligt und verteilen die Karte kostenfrei an ihre Gäste. Dafür zahlen sie pro Gast und Übernachtung 2 Euro. Die Freizeitbetriebe erhalten für die Besuche anteilig eine Umlage aus diesem Fond. So stehen einer vierköpfigen Familie Freizeitangebote im Wert von über 620 Euro offen. Die Winterberg- Card plus beinhaltet darüber hinaus alle Leistungen der Sauerland Card und somit auch das kostenfreie Fahren mit Bus und Bahn kostenfrei. Die Karte ist gültig während des Aufenthalts in einem der teilnehmenden Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen in der Zeit von Mai bis September.

Quelle: Tourist-Information Winterberg