Print Friendly

Winterberg (Bü). Das war ein echter Appetitanreger auf die BMW FIBT Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft vom 23. Februar 2015 bis 08. März 2015 in Winterberg. Der Beginn der internationalen Wettkampf-Saison auf der WM-Bahn im Hochsauerland bot beim Intercontinental- und Europa Cup im Skeleton hochklassigen Sport mit spannenden Entscheidungen und packenden Positionskämpfen. Obendrein ging am Nikolaustag [06. Dezember 2014] ein heimischer Wunsch in Erfüllung, denn mit Jacqueline Lölling gab es im ICC-Cup eine Siegerin von der RSG Hochsauerland.

Es war schon ihr dritter Erfolg hintereinander in dieser nach dem Weltcup bedeutendsten Wettbewerbsserie, womit die 19-Jährige ihre Ambitionen auf einen WM-Start untermauerte. Bei Nebel und null Grad rauschte sie in beiden Läufen zur Bestzeit und verwies in einer Gesamtzeit von 1:56,99 Minuten Jane Channell (Kanada/1:57,30) sowie Maria Orlova (Russland/1:57,77) auf die Plätze. Mit der viertbesten Zeit im zweiten Durchgang konnte sich Maxi Just (Riesa/1:58,35) noch von Rang elf auf acht vorarbeiten, während Anna Fernstädt (Königssee/1:58,59) Zehnte wurde.

Ich habe einen Sieg für möglich gehalten, aber es wurde ja bereits während der Trainingstage klar, dass es knapp werden würde“, strahlte die Brachbacherin und gab zu: „Man möchte eben zu Hause besonders gerne gewinnen, weil die Familie und Freunde da sind. Umso glücklicher bin ich jetzt.“ Dass sie bei aller fahrerischen Klasse am Start noch Defizite hat, wurde besonders deutlich beim Blick auf die schärfste Verfolgerin Channell, denn die Kanadierin stellte im zweiten Lauf mit 5,22 Sekunden einen phantastischen Startrekord auf. „Da hilft bei mir nur eines: immer weiter trainieren“, lächelte die Siegerländerin.

In allen Belangen überlegen zeigte sich dagegen bei den ICC-Herren das von Alexander Wladimirowitsch Tretiakov angeführte russische Trio, das die Weltcups in Nordamerika auslässt und stattdessen im Intercontinental Cup weitere Ranglistenpunkte und Bahnerfahrungen sammelt. Der Olympiasieger und Weltmeister dominierte in 1:52,82 Minuten vor Nikita Tregybov (1:53,49) und Sergei Chudinov (1:54,25). Dahinter zeigten auch die Deutschen starke Vorstellungen. Dominic Rady (1:54,41), Martin Rosenberger (beide Königssee/1:54,57) und Michael Zachrau (Oberhof/1:54,74) landeten auf den Plätzen vier, fünf und sieben.

Sportlicher Höhepunkt im Europacup war der Bahnrekord, für den Elisabeth Vathje aus Kanada im ersten Durchgang mit 58,05 Sekunden sorgte. Eine Rarität in dieser Rennserie. Den Vorsprung brachte sie souverän zum Triumph in der Gesamtzeit von 1:56,30 Minuten vor Kendall Wesenberg (USA/1:57,88) und Renata Khuzina (Russland/1:58,12) ins Ziel. Deutsche waren nicht am Start.

Ganz anders bei den Europacup-Herren. Hier kam es ganz vorne zu einem attraktiven Länderduell zwischen Briten und Deutschen, bei dem Fabian Küchler (Suhl/1:54,82) und Colin Domke (Riesa/1:54,94) das bessere Ende für sich hatten gegenüber Kenny Howard (1:55,13) und Jeremy Rice (1:55,14). Ebenfalls noch unter die Top Ten kam als Achter Felix Keisinger (Königssee/1:55,55).

Quelle: Bobbahn Winterberg Hochsauerland