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Winterberg (ske). Das Ziel ist klar umrissen, die Zuversicht ist groß: Die bundesdeutschen Bobsportler wollen in der neuen Weltcup-Saison das Debakel von Olympia in Sotschi vergessen machen und sich bei der Heim-Weltmeisterschaft Ende Februar 2015 in Topform präsentieren. „Ich hoffe, dass das Eis in Winterberg für uns bebt“, sagt Bundestrainer Christoph Langen. „Es wird auf jeden Fall ein dramatischer Kampf um hundertstel Sekunden. Darauf müssen und werden wir uns einstellen.“

Der 52-jährige Bundestrainer weilte in der letzten Woche bis Sonntag [09. November 2014] zu einem Trainingslehrgang und zu zwei Selektionsrennen in Winterberg. Jetzt geht es mit dem gleichen Programm in Altenberg und am Königssee weiter, ehe Anfang Dezember die Weltcup-Saison mit den Übersee-Rennen in Lake Placid und Calgary beginnt. „Zu Beginn der heißen Phase der Vorbereitung liegen wir gut im Fahrplan. Wir sind wesentlich strukturierter als in den letzten Jahren.“ Derzeit gilt es vor allem, das neue Schlittenmaterial auf der WM-Bahn zu testen. Ein neues Fahrwerk wurde gebaut („keine Revolution“), die Feinabstimmung läuft. Dabei erleben Athleten und Trainer „eine Welle der Gefühle“. Zwei zehntel Sekunden sollen vor allem mit dem neuen Material „herausgeholt“ werden, wie Langen erklärt. „An einem Tag klappt es, am anderen nicht.“ Aber Langen ist sicher: „Die zwei Zehntel werden wir finden und mit dem Material zur Weltelite aufschließen.

Das Material ist eine, der Start die andere Ursache für die Enttäuschung von Sotschi. Auch in dieser Hinsicht wurde umgedacht. „Startnormerfüllung“ hieß die ultimative Devise in den letzten Wochen. Mit Thomas Florschütz (BRC Riesa) und Cathleen Martini (SC Oberbärenburg) blieben dabei zwei erfahrene Athleten auf der Strecke. Der Weltcup-Zug fährt zunächst ohne sie los. Martini (32) wird dank einer Sonderregelung vorerst im Europacup starten. Für Florschütz (36) bleibt allein das Training, um für die letzte Chance gewappnet zu sein.

Die steigt bei der Deutschen Meisterschaft am 30. und 31. Dezember 2014 in Winterberg. „Diese Chance müssen die beiden nutzen, um noch auf den Weltcup- und WM-Zug aufzuspringen“, erklärt Langen. Gute Chancen räumt Langen dem derzeit verletzten, auf Sparflamme trainierenden Zweierbob-Weltmeister Jannis Bäcker (BSC Winterberg) ein. „Die Rennen in Übersee verpasst er, das ist nicht so schlimm. Jannis hofft, dass er den Anschluss bis zum wichtigen Leistungstest am 27. Dezember 2014 in Oberhof gefunden hat.“

Erfreut zeigt sich Langen über die Leistungsdichte bei den Herren. „Zwei junge Leute drücken rein“, sagt Langen und meint damit Nico Walther (BRC Riesa) und Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude). Der 24-jährige Junioren-Weltmeister Walther zeige „eine sehr gute Performance mit Weltklasse-Niveau“. Der ebenfalls 24-jährige Lochner überzeuge besonders durch „überragende Startleistungen“.

Insgesamt erwartet Langen in der wichtigen nacholympischen Saison „Kampf, Wettkampfstärke und Gas geben“. Besonders bei der Heim-WM gehe es um „jede kleinste Kleinigkeit“. Darum müsse mit Akribie und Leidenschaft gekämpft werden. Schließlich soll in Winterberg „das Eis beben“.

Quelle: Bobbahn Winterberg Hochsauerland