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Winterberg (Bü). Sehr zufrieden mit dem Auftakt der Weltcup-Qualifikation zeigte sich Rodel-Bundestrainer Norbert Loch. Neben den Topleuten präsentierten sich in Winterberg, wo am 24. und 25. Januar 2015 wieder ein Weltcup stattfinden wird, die Nachwuchsfahrer ebenfalls in starker Verfassung.

Dazu gehörten auf ihrer Heimbahn Christian Paffe (BRC Hallenberg) bei den Herren und Robin Geueke/David Gamm (BSC Winterberg) bei den Doppelsitzern. Am Rande der beiden Rennen im Hochsauerland äußerte sich der 52-jährige Loch in einem Interview.

Welche Bedingungen haben sie hier angesichts des warmen Wetters vorgefunden?

„Die Witterung war natürlich sehr extrem, das war zuvor beim Training am Königssee schon so. Aber die Winterberger Bahn ist in einem guten Zustand und die Bahncrew gibt sich Mühe. Wir haben das Training umgestellt und mit den Selektionsläufen bereits um 8 Uhr begonnen. Jede Stunde ist wichtig. Zudem wird das Training gestrafft. Nach nur eineinhalb Tagen folgt gleich die erste Qualifikation. Das tun wir, um den Druck etwas zu erhöhen. Im Weltcup hat man ja auch nicht unbedingt mehr Vorbereitungszeit. Auf der zweiten Station der Weltcup-Qualifikation in Altenberg absolvieren wir das gleiche Programm.“

Wie lauten Ihre ersten Erkenntnisse?

„Die Herren und Damen sind sehr gut unterwegs, mit den Doppeln bin ich ebenfalls recht zufrieden. Neben den Topleuten machen mir die Nachwuchsleute auch viel Freude. Die 36 Jahre alte Anke Wischnewski war ganz stark und hat zweimal gewonnen. Die Medaillengewinner der Olympischen Winterspiele in Sotschi, also Felix Loch, Natalie Geisenberger, Tatjana Hüfner und Tobias Wendl/Tobias Arlt, sind für den Weltcup gesetzt.“

Das Rennrodel-Doppelsitzer-Team (von links) Robin Geueke und David Gamm vom BSC Winterberg. Foto: Bobbahn Winterberg Hochsauerland

Das Rennrodel-Doppelsitzer-Team (von links) Robin Geueke und David Gamm vom BSC Winterberg. Foto: Bobbahn Winterberg Hochsauerland

Der 20-jährige Lokalmatador Christian Paffe wurde im ersten Rennen Siebter und siegte sogar im zweiten. Wie viel Spaß macht er dem Bundestrainer?

„Der hat Perspektive. Das sieht man. Er hat seine Chance genutzt, ist richtig gut gefahren und hat verdient gewonnen. Doch Paffe ist manchmal selbst nicht so zufrieden und braucht Geduld. Er ist erstmals im System und trainiert mit der Weltspitze. Christian muss sich einordnen.“

Gilt das ebenso für das heimische Doppel Robin Geueke/David Gamm mit Platz drei in der ersten und Rang zwei in der zweiten Selektion?

„In der Vorbereitung waren mir ihre Zeitabstände zu den beiden Top-Doppeln Tobias Wendl/Tobias Arlt sowie Toni Eggert/Sascha Benecken einfach noch zu groß. Auch in Winterberg waren sie zunächst noch nicht so überzeugend, haben sich danach jedoch gut geschlagen. Von Geueke/Gamm erwarte ich, dass die Zeitabstände geringer werden. Ich gehe von ihrer Weltcup-Qualifikation aus. Dort sollte erst einmal Platz fünf bis sieben das Ziel sein. Doch es müssen viele Puzzleteile passen. Auch für dieses Duo gilt: Das braucht Zeit und Geduld.

Wie ist denn der Umgang dieser jungen Leute mit den Stars in Ihrer Mannschaft?

„Ein Olympiasieger hat immer einen kleinen Bonus und es existiert Respekt vor dessen Leistung. Aber er ist kein König. Es herrscht ein Umgang, wie er unter Sportlern normal ist.“

Gab es nach den Triumphen von Sotschi Motivationsprobleme bei Ihren Assen?

„Überhaupt nicht. Das sind Profis und Wettkämpfer. Die können es kaum erwarten, dass es wieder losgeht. Das ist ihr Leben. Und außerdem: Ein Andi Langenhan zum Beispiel war bisher bei Olympia Fünfter und Vierter. Nach den Rücktritten der Silber- und Bronzegewinner von Sotschi, Albert Demtschenko und Armin Zöggeler, will er eine Medaille. Oder Johannes Ludwig, der sieht nun nach dem Rücktritt von David Möller seine Chance in unserem Team.“

Tatjana Hüfner hat kürzlich ihre Kritik am Verband erneuert, dass die übrigen Stützpunkte in Deutschland gegenüber dem in Berchtesgaden benachteiligt würden. Wie gehen Sie damit um?

„Wir haben das in der letzten Woche geklärt. Jetzt ist es ruhig. Ich trage das nicht nach außen.“

Quelle: Bobbahn Winterberg Hochsauerland