Print Friendly, PDF & Email

Winterberg. (Bü) Wie eine silberne Schlange liegt sie am Hang. Die Bobbahn in Winterberg ist vom 23. Februar 2015 bis 08. März 2015 Schauplatz der Weltmeisterschaft und hat rechtzeitig vor dem Großereignis ein einheitliches Erscheinungsbild erhalten. Die Sanierung sämtlicher Kurvendächer mit Aluminium-Schindeln sorgt für ein neues Gewand.

Doch natürlich geht es dabei um mehr als die Optik, nämlich um Wetterschutz für den Eiskanal. Weniger den äußeren Einflüssen ausgesetzt sein soll die Bahn aber ebenso durch den neuen Witterungsschutz in den Kurven 5, 7 und 14. Tuch wurde gegen Folie ausgetauscht. Die Anlage kann jetzt komplett – also von Kurve 1 bis 15 – geschlossen werden, wovon man im Training auch Gebrauch macht. Nur bei Wettkämpfen wird sie geöffnet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Fülle von Baumaßnahmen ist die Energieoptimierung der Kälteanlage gewesen. Die 1.609 Meter lange Betonröhre wird mit Ammoniak gekühlt. Da die Bahn jedoch bei einem Höhenunterschied von 110 Metern zwischen Start und Ziel quasi unterschiedliche Klimazonen besitzt, ist sie in 44 Segmente eingeteilt, die von der Technik einzeln angesteuert werden können. Damit das noch exakter gelingt als in der Vergangenheit, sind aus einem Kältekreislauf zwei separate entstanden.

Abseits des Eises hat man die Notbeleuchtung in der Bahn modernisiert und eine von analog auf digital umgerüstete Videoüberwachung errichtet, wie sie nur wenige Sportstätten auf der Welt – darunter die neue Formel-1-Strecke im russischen Sotschi – bieten. 69 Kameras sorgen für eine lückenlose Überwachung der Strecke. Im Zielhaus befindet sich eine Videowand mit sechs großen Bildschirmen. Das alles gewährleistet größtmögliche Sicherheit. Damit das traditionelle Kommando „the track is clear“ (die Bahn ist frei) auch wirklich stimmt. Zudem sind die Videostreams für Sportler und Trainer zur Nach- bzw. Vorbereitung interessant.

An dieser Neuerung mitgewirkt hat die Fachhochschule Südwestfalen, Standort Meschede. Die anderen drei deutschen Bahnen in Königssee, Oberhof und Altenberg haben schon Informationen darüber eingeholt. Stephan Pieper, der bei der Bobbahn Winterberg Projektsteuerungs- und Bauherren-Aufgaben übernimmt, gibt angesichts dieser Maßnahme zu: „Darauf sind wir stolz.“

Über das Ziel hinausgeschossen ist man nicht. Nachhaltigkeit lautet die Devise. Aber zunächst einmal soll die WM ein großes Event auf einer optimalen Anlage werden. Petra Sapp, Geschäftsführerin der Bahn-Betreibergesellschaft und Leiterin des WM-Organisationskomitees, zeigt sich zuversichtlich: „Die Bahn erfüllt alle weltmeisterschaftlichen Anforderungen.“ Und dazu gehört weitaus mehr als ein neuer Look.

Quelle: Bobbahn Winterberg Hochsauerland