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Kreis Soest/Warstein. Da vor etwa zwei Wochen ein neuer Legionellenfall in Warstein bekannt und von der Presse dargestellt wurde, bestand die Sorge, dass es sich dabei um den gleichen Erreger handeln könnte, der für den großen Ausbruch im August 2013 verantwortlich war.

Nun liegen die endgültigen Ergebnisse zur Identifizierung des Erregerstamms vor. „Wir können sicher bestätigen, dass es sich um einen anderen Legionellenstamm handelt als im August“, so Dr. Frank Renken, Leiter des Kreisgesundheitsamtes in Soest. Damit handele es sich um eine Einzelerkrankung, betont der Gesundheitsamtschef. Die Quelle werde nun im Umfeld des Patienten gesucht. Diese Suche sei allerdings bisher nicht erfolgreich gewesen. Legionellen verursachten rund fünf Prozent der Lungenent-zündungen (Pneumonien) in Deutschland und meistens handele es sich um Einzel-erkrankungen.

Der Ausbruch in Warstein in diesem Jahr war der größte, den es bisher in Deutschland gab. Fast 160 Menschen erkrankten zwischen dem 3. August und dem 6. September und mussten deshalb stationär behandelt werden. Es kam dabei zu drei Todesfällen. Viele nicht so schwer erkrankte Menschen wurden zusätzlich ambulant durch die Hausärzte behandelt. „Auch wenn dieser Ausbruch als beendet anzusehen ist, werden noch fortlaufend Proben aus den damals betroffenen Rückkühlwerken, Kläranlagen und Gewässern genommen“, erläutert Dr. Renken. Bisher seien alle Proben aus den Rückkühlwerken unauffällig gewesen. In den beiden Kläranlagen bestünden weiterhin erhebliche Belastungen mit Legionellen. Eine Gefährdung der Umgebung sei damit aber nicht verbunden, weil die Anlagen seit September abgedeckt seien und eine Desinfektion des aus den Kläranlagen in die Wester abgeleiteten Abwassers erfolge.

Der Kreis weist darauf hin, dass dennoch die Wester weiterhin mit Legionellen belastet ist und unverändert ein Entnahmeverbot für Wasser aus dem Fluss besteht. Auch für die betroffenen Rückkühlwerke sind Auflagen erteilt worden. So dürfen diese nur unter laufenden Desinfektionsmaßnahmen betrieben werden. In einer Anlage sind zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich, um dort einen dauerhaften ungefährlichen Betrieb zu gewährleisten. Die Situation ist also unter Kontrolle, aber solange die Belastung der Kläranlagen nicht beseitigt ist, sind nach Einschätzung aller Beteiligten die beschriebenen Maßnahmen erforderlich. Sie werden durch die Untere Wasserbehörde des Kreises und die Bezirksregierung Arnsberg kontrolliert.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest