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Kreis Soest/Warstein. Der Kreis ist optimistisch, am Montag unter anderem die Empfehlung aufheben zu können, vermeidbare Reisen nach Warstein nicht anzutreten. Nach der erfreulichen Nachricht, dass am Freitag erstmals keine weiteren Fälle im Zusammenhang mit der Warsteiner Erkrankungswelle bekannt geworden sind, soll die weitere Entwicklung am Wochenende beobachtet werden.

Gleichzeitig soll der Ruhrverband seine Maßnahmen (5-Punkte-Plan) für das Belebungsbecken der Kläranlage Warstein weitgehend umsetzen. Die Empfehlungen des Kreises bleiben daher weiter gültig. Landrätin Eva Irrgang: „Wir bitten die Menschen in Warstein um zwei weitere Tage Geduld, um eine Gefährdung auszu-schließen, auch wenn sie nach dem Fund der Hauptquelle, der Verdunstungs-rückkühlanlage der Firma Esser, immer unwahrscheinlicher wird.

Hintergrund sind erste Laborergebnisse von Wäster-Wasserproben. Nach der Bewertung der Vorabergebnisse durch Professor Dr. Martin Exner vom Bonner Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit finden sich oberhalb der Einleitung der Kläranlage in das Gewässer keine relevanten Legionellen, unterhalb der Einleitung, wie erwartet, eine Belastung. Denn in der Kläranlage war bekanntlich eine erhebliche Konzentration von Legionellen nachgewiesen werden. So spricht alles dafür, dass die Wäster von der Kläranlage aus belastet wird. Das ist ein weiteres starkes Indiz für das von Professor Dr. Exner beschriebene Szenario. Danach wurde für das Verdunstungs-rückkühlwerk der Firma Esser belastetes Rohwasser der Wäster verwendet und über Kühlschwaden der technischen Anlage verbreitet. Der Beweis, dass das Rückkühlwerk der Firma Esser Emittent ist, liegt vor. Das nationale Referenzlabor Legionellen der TU Dresden hat bekanntlich mit einer Feintypisierung der Proben nachgewiesen, dass Legionellen aus dem Rückkühlwerk Menschen haben erkranken lassen.

Der Ruhrverband wird bis Montag mit geeigneten Maßnahmen sichern, dass von der Kläranlage keine Gefährdung mehr ausgehen kann. Professor Dr. Exner hält die getroffenen Vorkehrungen des Ruhrverbandes aus Sicht eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes für adäquat. Von weiteren Rückkühlwerken neben der Esser-Anlage sieht er nach vorliegenden Ergebnissen keine Gefährdung ausgehen. Zusätzlich gibt es eine Allgemeinverfügung, die eine Wasserentnahme aus der Wäster zum Gemeingebrauch untersagt.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest