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Kreis Soest (kso). Der Krisenstab und das Gesundheitsamt des Kreises Soest geben mindestens bis Donnerstag [12. September 2013] weiter die Empfehlung, vermeidbare Reisen nach Warstein nicht anzutreten. Das Gleiche gilt für die Einschätzung, der Aufenthalt in geschlossenen Räumen vermindere das Infektionsrisiko. Auch der Appell, bei Symptomen zum Arzt zu gehen, gilt in Zusammenhang mit dem Legionellenausbruch in Warstein weiter.

Der Krisenstab hatte in seine Überlegungen einzubeziehen, dass nach einigen Tagen ohne neu gemeldete Fälle am Montag [09. September 2013] wieder eine Patientin mit dem definierten Fallbild ins Warsteiner Krankenhaus „Maria Hilf“ aufgenommen worden ist. Man war sich einig, dass jetzt zu überprüfen ist, ob diese Erkrankung zum Geschehen passe. Dazu sollen intensive Recherchen angestellt und Laborunter-suchungen veranlasst werden. Zur Entscheidung trug auch die Mitteilung bei, dass der Ruhrverband seine Maßnahmen und auch eine Abdeckung des Belebungsbeckens der Kläranlage Warstein erst bis zum Ende der Woche abgeschlossen hat. Die Experten im Krisenstab, allen voran Professor Exner, waren sich einig, dass der Ruhrverband aber die entscheidenden Maßnahmen, um eine Verbreitung über Aerosole zu verhindern, bereits getroffen habe. Eine Abdeckung sei nur eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme.

Während der Krisenstabssitzung traf außerdem telefonisch die Mitteilung ein, dass der krankmachende Legionellensubstamm, der bereits in dem Rückkühlwerk der Firma Esser nachgewiesen worden ist, auch in der Kläranlage und in der Wäster vom nationalen Referenzlabor Legionellen in Dresden identifiziert worden ist. Vor diesem Hintergrund weist der Kreis noch einmal auf die bestehende Allgemeinverfügung für Wäster und Möhne hin, die das Entnehmen von Wasser aus Abschnitten der Wäster und Möhne zum Gemeingebrauch untersagt.

Die Allgemeinverfügung betrifft die Wäster in Warstein ab Höhe Kläranlage Warstein bis zur Mündung der Möhne in den Möhnesee. Das Verbot gilt für den Gemeingebrauch, bei dem zielgerichtet und unbeabsichtigt Wasser vernebelt, versprüht sowie verdampft wird oder auf sonstige Weise Aerosole entstehen können. Im Fokus sind dabei Garten-duschen, Rasensprenger, Beregnungsanlagen und Hochdruckreiniger. Denn nur wenn sie über die Atemwege aufgenommen werden, stellen Legionellen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dar.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest