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Kreis Soest (kso). Das nationale Referenzlabor Legionellen der TU Dresden hat mit einer Feintypisierung im Zusammenhang mit dem Legionellenausbruch bzw. der Krankheitswelle in Warstein eindeutig nachgewiesen, dass die Krankheitserreger von Erkrankten mit den Legionellen aus dem Rückkühlwerk der Firma Esser identisch sind. Damit ist eine Quelle der krankmachenden Legionellen identifiziert. Das teilte Landrätin Eva Irrgang während einer Pressekonferenz im Kreishaus am Mittwoch [04. September 2013] mit.

Die Laboranalyse in der sächsischen Landeshauptstadt nahm mehr Zeit als erwartet in Anspruch, weil ein ganzer Cocktail von Legionellenarten in der Wasserprobe aus dem in den Fokus geratenen Verdunstungsrückkühlwerk nachgewiesen wurde. Insgesamt handelt es sich um 19 Stämme. In der Anfangsphase passten die Laborergebnisse nicht zum Verdacht. Erst als es gelang, auch aus dem nur gering vorhandenen Material des letzten Subtyps den genetischen Fingerabdruck zu nehmen, lag der Beweis vor, dass das Rückkühlwerk ursächlich mit der Erkrankungswelle verbunden ist. Indizien dafür waren schon seit dem 27. August 2013 vorhanden. Denn die Lage der Anlage passt zu den meteorologischen Recherchen und zum Beispiel zum Abgleich der Windrichtung mit den ermittelten Aufenthaltsorten. „Wir sind also dank der guten Arbeit im Gesundheitsamt und der hervorragenden Unterstützung von Professor Dr. Exner zeitnah auf der richtigen Spur gewesen“, betonte Landrätin Eva Irrgang.

Jetzt muss nach Ansicht aller beteiligten Experten dringend noch geklärt werden, wie es zu einer Belastung des Rückkühlwerkes der Firma Esser kommen konnte. Noch offen und deshalb untersucht werden muss, ob eine Kausalkette zur Kläranlage Warstein besteht. Denn das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität hat in Proben eine sehr hohe Konzentration von Legionellen im so genannten Belebungsbecken festgestellt. Die Firma Esser nutzt nach den bisherigen Erkenntnissen das Flusswasser der Wäster für ihr Verdunstungsrückkühlwerk. Auch das Rohwasser aus der Wäster, das die Firma Esser verwendet, ist mit Legionellen belastet. Der Ruhrverband hat in Absprache mit dem Kreis und mit dem Bonner Institut alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um auszuschließen, dass Emissionen von der Kläranlage selber ausgehen.

Dabei handelt es sich um geeignete Maßnahmen, um eine Bildung von Aerosolen zu verhindern. Bisher ist kein Fall bekannt geworden, dass von einem kommunalen Klärwerk aus Legionellen Menschen krank gemacht haben.

Wegen der noch abzuklärenden Fakten und einiger noch ausstehender Laborergebnisse gibt der Kreis noch keine Entwarnung. Deshalb gelten die Empfehlungen des Gesundheitsamtes weiter.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest