Print Friendly, PDF & Email

Der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik erklärt auf seinem Ratgeberportal verkehrsunfall.org wann das Verlassen des Unfallortes als Unfallflucht gilt und welche Strafe es mit sich zieht.

Im Jahr 2014 registrierte die Polizei gut 2,4 Millionen Verkehrsunfälle. Die größte Risikogruppe bilden dabei PKW-Fahrer. Wer einen Unfall wahrnimmt, ist dazu verpflichtet Erste Hilfe zu leisten, ansonsten folgen strafrechtliche Konsequenzen. Das gilt auch für den Unfallverursacher. Neben der Hilfsverantwortung, zählt aber auch das Verbleiben am Unfallort zu seinen Pflichten. Doch wann gilt das Verlassen des Unfallortes als Unfallflucht und welche Strafen können darauf folgen? Der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik klärt auf.

Wer an einem Unfall beteiligt ist, hat die Pflicht am Unfallort zu verbleiben. Unfallbeteiligte, die sich nach einem Unfall vom Unfallort entfernen bevor sie:

  • zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung der Person, des Fahrzeugs und der Art der Beteiligung durch die Anwesenheit und durch die Angabe, dasssie an dem Unfall beteiligt sind, ermöglicht haben oder
  • eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet haben, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen

werden mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Doch auch wer die Unfallflucht nicht bemerkt, muss eventuell mit einer Anzeige rechnen. Von einer Strafverfolgung ist jedoch abzusehen, wenn belegt werden kann, dass der Unfall nicht bemerkt wurde. Dennoch sollte dies nie als Schutzbehauptung vor Gericht genutzt werden. Wenn es sich lediglich um einen kleinen Sachschaden handelt, ist beim Entfernen von der Unfallstelle von gesetzlichen Strafen abzusehen. Das ist allerdings vom Einzelfall abhängig. Bei Unfallflucht können neben Punkten in Flensburg auch gravierendere Folgen, wie Geld-oder Haftstrafe folgen. Sollte sich der Unfallverursacher vom Unfallort entfernen, obwohl er den Unfall bemerkt hat und weiß, dass Schäden entstanden sind, kann ihm sogar der Führerscheinentzug drohen. Auch der Versicherungsschutz entfällt, wenn jemand den Unfall unerlaubt verlassen hat. Anstehende Kosten müssen in diesem Fall nicht von der Versicherung übernommen werden.

Foto: © www.verkehrsunfall.org

Foto: © www.verkehrsunfall.org

Strafen für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort werden abgemildert oder sogar gänzlich abgesetzt, wenn die 24-Stunden-Regel in Kraft tritt. Für diese ist allerdings die Voraussetzung, dass bei dem Unfall nur ein geringer Sachschaden verursacht wurde. Der Täter muss sich dann innerhalb von 24 Stunden bei der Polizeibehörde melden und den Tatbestand zugeben bzw. nachträglich eine Feststellung gegenüber dem Geschädigten ermöglichen.

Das E-Book rund um das Thema Verkehrsunfall können Sie hier herunterladen. Der Ratgeber enthält unter Anderem ein vorgefertigtes Unfallprotokoll, sowie eine Checklist für den Ernstfall. Weitere Informationen zum Thema Verkehrsunfall finden Sie auf dem Ratgeberportal verkehrsunfall.org. Neben Themen wie Selbstverschuldeter Unfall, Auffahrunfall und Parkunfall finden Sie auch zahlreiche Informationen zu Unfällen mit dem Fahrrad und Unfällen mit dem Motorrad.

Quelle: Verkehrsunfall.org (Isabel Frankenberg)