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Südwestfalen / Meschede. Das Europäische Parlament hat am Dienstag [08. September 2015] in Straßburg mit 529 zu 120 Stimmen ein umfassendes Verbot des Klonens von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken beschlossen. Dies umfasst nicht nur das Verbot des Klonens in Europa selbst, sondern auch die Einfuhr von Tieren, Nachfahren und Reproduktionsmaterial der Klontiere sowie deren Produkte, wie etwa Steaks. Darauf macht der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese aufmerksam.

Wir brauchen und wollen in Europa keine Klonschnitzel„, so Liese. Für Liese sprechen zahlreiche Gründe gegen das Klonen: „Das Klonen von Tieren ist Tierquälerei. Zudem bleiben enorme ethische Bedenken da mit einer Verbesserung der Technik des Klonens von Säugetieren zukünftig auch zwangsläufig die Rufe nach Klonversuchen mit Menschen lauter werden. Das dürfen wir niemals zulassen. Hier muss die Politik eine Grenze ziehen„, so der heimische Europaabgeordnete. Liese erläuterte weiter, dass es in Europa keine Notwendigkeit des Klonens von Tieren gebe, da der Fleischbedarf ohne Probleme auch zukünftig mit regulären Mitteln gedeckt werden könne.
Das Klonen von Tieren ist somit eine Technik die wir nicht brauchen und nicht wollen. Sie gehört damit schnellstmöglich verboten, ehe das Klonschnitzel auf dem Teller zum Standard wird.

Der CDU-Europaabgeordnete appellierte an die Mitgliedsstaaten jetzt schnellstmöglich tätig zu werden, da sich beide Institutionen auf einem gemeinsamen Text einigen müssen, ehe dieser dann EU-Gesetz werde. Eine Einigung mit den Mitgliedsstaaten scheiterte bisher jedoch stets an die Frage der Rückverfolgbarkeit der Produkte geklonter Tiere, die das Europäische Parlament fordert. Damit sollen Lebensmittelimporteure nachweisen, dass die Produkte nicht von Klontieren oder ihren Nachfahren stammen.

Foto: © Europa-Büro für Südwestfalen

Foto: © Europa-Büro für Südwestfalen

Wenn wir das Klonen ablehnen, müssen wir konsequenterweise auch die Einfuhr der Produkte aus Klontieren verbieten. Dies muss überwachbar sein und ist selbstverständlich technisch möglich„, so der Arzt und Abgeordnete, der seine Doktorarbeit am humangenetischen Institut der Universität Bonn geschrieben hat. Liese setzt in dieser Frage auch auf die Bundesregierung. Eine Klonverbot und eine Regelung auch für die Nachfahren steht im Koalitionsvertrag und der Deutsche Bundestag hat sich kürzlich mit den Stimmen von CDU, CSU, SPD und Grünen für eine umfassende Regelung ausgesprochen.

Quelle: Europa-Büro für Südwestfalen