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Südwestfalen/Meschede. „Die Erhöhung der EEG-Umlage auf 5,3 Cent pro kWh ist besorgniserregend. Die erneuerbaren Energien sind keinesfalls der einzige Grund für den Anstieg der Strompreise, aber insbesondere die Überförderung bei Photovoltaik frisst zu viele Kosten auf.

Wir müssen jetzt dringend gegensteuern, und dabei kann eine bessere Abstimmung mit den europäischen Partnern und gemeinsame europäische Gesetzgebung helfen„, dies erklärte der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete und umweltpolitische Sprecher seiner Fraktion im Europäischen Parlament (EVP, Christdemokraten) Dr. Peter Liese.

Er fordert fünf konkrete Punkte, um die steigenden Stromkosten in den Griff zu bekommen:

  1. Mehr Wettbewerb. Noch immer ist im Strommarkt in Deutschland und Europa kein ausreichender Wettbewerb hergestellt. Dies ist ein wesentlicher Grund für die hohen Strompreise.
  2. Mehr Abstimmung und gemeinsames Handeln beim Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung. Wind und Sonne sind in anderen europäischen Ländern besser nutzbar als bei uns. Eine stärkere europäische Koordinierung kann daher die Preise senken. Auch ein europäisches Verbundnetz hilft nicht nur dem Wettbewerb, sondern auch dem Ausgleich von Schwankungen.
  3. Die Probleme beim europäischen Emissionshandel müssen durch eine gemeinsame europäische Aktion gelöst werden. (Der Preis liegt seit über einem Jahr bei unter 10 Euro, kalkuliert wurde mit 30 Euro.) Es ist besorgniserregend, wenn in vielen Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, jetzt über nationale Zusatzsteuern diskutiert wird, um die Ausfälle im Emissionshandel zu reduzieren. Das Emissionshandelsystem ist gegenüber dem EEG konkurrenzlos günstig und es gilt für ganz Europa, während das EEG nur für Deutschland gilt.
  4. Wir müssen viel stärker auf Energieeffizienz setzen. Pro eingesetztem Euro kann man wesentlich mehr CO2 und fossile Brennstoffe oder Kernenergiestrom einsparen, wenn man in Energieeffizienz investiert statt nur in erneuerbare Energien. Im Gegensatz zu erneuerbaren Energien braucht man für Strom, der erst gar nicht gebraucht wird, keine neuen Leitungen, keine Reservekraftwerke und keine Speicher. Die europäische Energieeffizienz-Richtlinie muss konsequent umgesetzt werden.
  5. Ein Zurück zur Kernenergie und ein Ausbau fossiler Kraftwerke wird die Kosten langfristig erhöhen.

Die aktuellen Ergebnisse zum Stresstest zeigen, dass in die Kernkraftwerke zweistellige Milliardenbeträge investiert werden müssen, um sie einigermaßen sicher zu machen. „Fossile Brennstoffe werden in Zukunft immer knapper und damit immer teurer. Daher ist der Weg zu erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz richtig, aber er muss sehr viel klüger beschritten werden als in den letzten Jahren„, so Liese abschließend.

Quelle: Dr. Peter Liese MdEP