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Soest/Südwestfalen. „Eine verpflichtende Frauenquote in Vorstandsetagen ist längst überfällig“, kommentiert Birgit Sippel, SPD-Europaabgeordnete, die Ankündigung von EU-Kommissarin Viviane Reding, europaweit eine Quoten-regelung im Top-Management von Unternehmen verbindlich einzuführen.

Hintergrund für diesen Schritt ist die unbefriedigende Resonanz auf das bisherige Angebot der Kommissarin für Gleichstellungsfragen an Unternehmen, eine freiwillige Selbstverpflichtung für mehr Frauen in Spitzenjobs einzugehen.

Europaweit sind im Durchschnitt nur 14 Prozent in Top-Positionen Frauen. „Und selbst diese niedrige Latte unterschreitet Deutschland deutlich“, kritisiert Birgit Sippel die aktuelle Situation. Die Sozialdemokratin verweist auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, nach der in den deutschen Top-200-Unternehmen nur 28 von 943 Vorstandspositionen mit Frauen besetzt sind. Und dabei ist es egal, ob es sich um staatseigene oder private Unternehmen handelt. „Magere drei Prozent sind in der heutigen Zeit mit vielen hervorragend ausgebildeten Frauen einfach nicht mehr hinnehmbar“, so die SPD-Europaabgeordnete. Sie verweist auf das positive Beispiel Frankreich. Nach Einführung einer Quote stieg innerhalb des letzten Jahres der Frauenanteil im Top-Management von 12 auf 22 Prozent.

Die Dominanz von Männern in Führungsetagen ist auch in NRW beheimaten Unter-nehmen deutlich. Weder bei Evonik noch bei RWE ist eine Frau im Vorstand vertreten, bedauert Birgit Sippel. „Es ist an der Zeit, dass die besonderen Kompetenzen und Fähigkeiten von Frauen in den Führungsetagen zum Wohle der Unternehmen Einzug halten. Wenn eine gesetzliche Vorgabe für diese Selbstverständlichkeit notwendig ist, kann ich das nur unterstützen.

Quelle: Europabüro Birgit Sippel MdEP