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Südwestfalen. Ideen entwickeln – Zukunft gestalten: In den Dörfern Südwestfalens steckt eine Menge Potenzial – auch wenn es um zukunftsweisende Ansätze für Mobilität und Energieversorgung vor Ort geht. Doch wie kommt man von der guten Idee zur Realisierung eines Projektes?

Das von der Südwestfalen Agentur initiierte Projekt „Dorf ist Energie(klug)“ setzt genau hier an und unterstützt Dorfgemeinschaften auf ihrem Weg, mit Hilfe von innovativen Konzepten eine ganzheitliche Dorfentwicklung voranzubringen. Wichtig dabei: die Einbeziehung von zukunftsweisenden und nachhaltigen Energiekonzepten. Insgesamt 15 Dörfer haben sich mit ihren Ideen für das Energie-Coaching im Rahmen des Projektes beworben. Die ersten fünf wurden nun durch eine Jury ausgewählt. Sie erhalten in den nächsten zwei Jahren fachkundige Begleitung.

Anfang des Jahres fiel der Startschuss zum Projekt „Dorf ist Energie(klug)“, welches durch das NRW-Umweltministerium gefördert und von den fünf südwestfälischen Kreisen sowie den Volksbanken in Südwestfalen unterstützt wird. Es ist angelegt bis Ende 2016. Anfang April wurden interessierte Dörfer u.a. in zwei Auftaktveranstaltungen in Netphen-Unglinghausen und Anröchte-Altenmellrich gezielt informiert. Das Projekt wurde vorgestellt und alle Kommunen wie Dorfgemeinschaften in Südwestfalen eingeladen, sich mit ihren Vorschlägen zu bewerben. 15 Orte folgten dem Aufruf und reichten unterschiedliche Ansätze ein, wie sich vor Ort die Themen Energie und Klima mit einer ganzheitlichen Dorfentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe verfolgen lassen könnten.

Wir sind mit der Zahl der Bewerbungen zufrieden. Das Thema ist komplex und viele Engagierte sind derzeit stark in der Planungs- und Gestaltungsphase zu den Dorfwettbewerben eingebunden. Interessenten hatten wir noch weit mehr“, erläutert Lars Ole Daub, Projektmanager bei der Südwestfalen Agentur.

Die inhaltliche Spannbreite der Bewerbungen war weit. Eine Fachjury wählte unter den vielfältigen Ideen fünf aus, die nun als erstes einen mehrstufigen Coaching-Prozess bis Ende 2016 durch ein Expertenteam bei der Umsetzung ihrer Ansätze begleitet werden.

Folgende Dorfgemeinschaften wurden ausgewählt:

  • Burbach-Lippe
  • Netphen-Sohlbach
  • Medebach-Dreislar
  • Soest-Ostönnen
  • Warstein-Hirschberg

Die eingereichten Bewerbungen der genannten Dörfer zeigen eine breite Projektvielfalt denkbarer Ansätze – darunter bürgerschaftliche Trägermodelle durch Genossenschaften, Nahwärmenetze, Hackschnitzelanlagen sowie die regionale Holznutzung. Weitere Ideen sind die Kombination Erneuerbarer Energien, die mögliche Nutzung von Wasserkraft zur Energieerzeugung, die bauliche Sanierung älterer Häuser sowie der gemeinsame Einkauf von Rohstoffen wie Holz, Gas und Öl.

Weitere Bewerber aus Freudenberg-Oberfischbach, Hilchenbach-Grund, Sundern-Endorf, Medebach-Referinghausen, Balve-Langenholthausen und Erwitte-Schallern haben ebenfalls gute Vorschläge eingereicht. Hier sollen die Konzeptansätze jedoch noch „runder“ gemacht werden. Die Dörfer sind nun eingeladen, an Ideenwerkstätten teilzunehmen, um vorhandene Überlegungen zu vertiefen und zu konkretisieren. Möglicherweise werden auch sie anschließend in den Coaching-Prozess aufgenommen.

Wir freuen uns auf einen spannenden, gemeinsamen Weg mit den Dörfern. Dieses Projekt ist ein weiterer Puzzlestein, wie wir gemeinsam wichtige Zukunftsfragen Südwestfalens angehen können“, sagt Hubertus Winterberg, stellvertretender Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur und ergänzt: „Wir wollen alle Interessierten unterstützen und gemeinsam miteinander voneinander lernen. So auch mit Dörfern, die nicht ausgewählt wurden oder auch solche, die noch an ihren Ideen feilen.

Einige wenige Dörfer konnten aufgrund der zuvor festgelegten Kriterien vorerst nicht berücksichtigt werden. „Wir möchten dennoch niemanden zurücklassen und suchen auch weiter den Kontakt zu den nicht berücksichtigten Bewerbern. Es handelt sich nicht um einen geschlossenen Prozess. Wir laden alle zu Vernetzungstreffen und Informationsveranstaltungen ein“, ergänzt Lars Ole Daub.

Portal hält umfassende Informationen bereit

Eine gemeinsame Plattform bildet das Portal www.dorf-ist-energieklug.de. Hier gibt es neben aktuellen Informationen und Veranstaltungen rund um die Themen Energie, Klima und Ländliche Räume auch „Gute Beispiele“. Zudem sind dort Netzwerk-Partner in Südwestfalen aufgelistet. Die teilnehmenden Dorfgemeinschaften werden zudem auf der begleitenden Homepage ihre Ideen und Ansätze sowie den Prozessverlauf präsentieren.

Quelle: Südwestfalen Agentur