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Gelsenkirchen (straßen.nrw). Die Winterdienstzentralen von Straßen.NRW sind wieder rund um die Uhr besetzt, mehr als 600 Winterdienst-Lkw und 150 Geräteträger können sofort eingesetzt werden. In den mehr als 200 Streuguthallen sind 135.000 Tonnen Tausalz eingelagert. Der Winter kann kommen, wenn es nach Straßen.NRW geht.

Die rund 1.950 Männer und Frauen in „Orange“ sind mittlerweile in Rufbereitschaftsgruppen eingeteilt, wenn die ersten Flocken fallen oder die Temperaturen sich dem Gefrierpunkt annähern, können sie ausrücken. Insgesamt gilt es dann 20.000 Kilometer Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen sowie einige Kilometer Kreisstraßen möglichst schnee- und eisfrei zu halten.

Genug Salz

Nach den eher überdurchschnittlichen Wintern der vergangenen Jahre, was die Einsatzstunden und vor allem den Salzverbrauch betrifft, sind die Mitarbeiter von Straßen.NRW gespannt, was in den kommenden Wochen der kalten Jahreszeit auf sie zukommt. Rund 50 Millionen Euro hat die vergangene Wintersaison gekostet und somit fast 50 Prozent mehr, als der Durchschnitt der vergangenen zehn Winter. Vor allem der Salzverbrauch in Höhe von 235.000 Tonnen und die vielen Personalstunden schlugen dabei zu Buche.

Der Durchschnittsverbrauch von Salz der letzten 20 Jahre liegt bei 140.000 Tonnen. Zu Engpässen ist es im Winter 2012/13 nicht gekommen und dürfte es nach Ansicht der Experten auch nicht in diesem Winter, da für besonders hohe Bedarfe, wie beispielsweise in den Wintern 2009/10 und 2010/11, zusätzlich 85.000 Tonnen Tausalzreserven in drei Großlagern zur Verfügung stehen. Inklusive dieser Reservelager von Bund und Land kann somit in NRW auf 220.000 Tonnen Salz unmittelbar zugegriffen werden.

Wissen, wie das Wetter wird

Wichtigstes Einsatzgebiet wegen der verkehrlichen Bedeutung bleiben die 2.200 Kilometer Autobahnen in NRW. Die Einsätze laufen hier wenn nötig 24 Stunden am Tag, gesteuert durch die beiden Winterdienstzentralen von Straßen.NRW in Hamm und Krefeld. Hier laufen auch die Daten der Luft- und Bodensensoren, der mehr als 300 Messstellen der Glättemeldeanlagen im Land sowie die speziellen Wetterdaten des Wetterdienstes zusammen, um ständig ein aktuelles Bild vom Wetter und einen Blick auf die Entwicklung des Wetters zu haben. So können die Autobahnen schon gestreut werden, bevor der Schnee fällt und die Temperaturen anziehen.

Kein Recht auf eine gestreute Straße

Für die Autofahrer ist es wichtig zu wissen, dass sie kein Recht auf gestreute Straßen haben. Der Gesetzgeber sagt für Straßen außerhalb der Ortschaften, „die Träger der Straßenbaulast sollen nach besten Kräften die Straßen räumen und streuen“. Die Verkehrsteilnehmer können sich also nicht darauf verlassen, dass sie immer auf gestreute Straßen treffen, da die Winterdienstorganisation nicht immer überall gleichzeitig sein kann und auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen nicht wie auf den Autobahnen 24 Stunden durchgängig den Winterdienst durchführt. Hier heißt es, die Straßen sollen zwischen 6 Uhr und 22 Uhr befahrbar sein. Vor allem bei starken Schneefällen müssen die Einsatzkräfte priorisieren: Zuerst kommen die stark frequentierten Straßen an die Reihe sowie gefährliche Steigungs- und Gefällestrecken.

Flüssig ist besser

Straßen.NRW setzt immer mehr auf das in Skandinavien sehr verbreitete „Flüssigstreuen“. 13 Fahrzeuge mit Flüssigstreuer können mittlerweile landesweit auf den Autobahnen mit dieser Technik eingesetzt werden. Dabei wird nicht das trockene Salz mit Sole angefeuchtet, sondern Sole (in Wasser gelöstes Tausalz) in einer sehr feinen Dosierung auf die Straße gesprüht. Die Sole verteilt sich mit dieser Methode besser und der erforderliche Tausalzbedarf ist geringer, weil das flüssige Salz kaum durch den Verkehr von der Straße verdrängt wird. Flüssigstreuen wird insbesondere für die Glättevermeidung, also bei Präventiveinsätzen, eingesetzt. Dabei können bis zu 50 Prozent Tausalz eingespart werden. Zudem können die Winterdienstfahrzeuge beim Flüssigstreuen schneller fahren. Ähnlich funktionieren auch die mittlerweile elf Taumittelsprühanlagen, die Straßen.NRW auf den Autobahnen betreibt.

Quelle: Straßen.NRW