Soest/StraĂburg. EnttĂ€uscht zeigte sich die innenpolitische Expertin der SPD-Europaabgeordneten Birgit Sippel ĂŒber die Entscheidung des EuropĂ€ischen Parlaments, dem neuen Abkommen zwischen der EU und den USA zur Weiter-gabe von Fluggastdaten zuzustimmen. Das Plenum hat am Donnerstag [19. April 2012] mehrheitlich dem neuen Abkommen zugestimmt, das damit das momentan seit 2007 vorlĂ€ufig angewandte Abkommen ersetzt.
Birgit Sippel: âDas neue Abkommen wird rechtsstaatlichen GrundsĂ€tzen nicht gerecht und setzt die Persönlichkeitsrechte europĂ€ischer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger aufs Spiel. Wir liefern unsere BĂŒrger dem Rechtssystem der USA aus, anstatt unsere Werte zu verteidigen und die Rechte der BĂŒrger zu schĂŒtzen. Der Kampf gegen Terrorismus ist wichtig. Aber ich bin besorgt ĂŒber die Richtung, die die EU dabei bereit ist einzu-schlagen.â
Die SPD-Europaabgeordneten kritisieren vor allem, dass das neue Abkommen nicht auf die BekĂ€mpfung von internationalem Terrorismus und organisierter KriminalitĂ€t begrenzt ist. Stattdessen sieht es vor, dass Fluggastdaten fĂŒr alle Straftaten, unabhĂ€ngig von ihrer Schwere, verwertet werden können. Zudem kann jedes US-Gericht die Daten anfordern.
Birgit Sippel: âDer Anwendungsbereich des Abkommens darf nicht so weit gefasst sein, dass fast jeder Grund als Rechtfertigung fĂŒr die Sammlung von Fluggastdaten herhalten kann. Unschuldige FluggĂ€ste werden so unter Generalverdacht gestellt.â
Die Sozialdemokraten bemÀngeln zudem die hohe Anzahl von 19 Datenkategorien und deren langen Speicherfristen von 15 Jahren im Fall von Terrorismus und zehn Jahren bei Straftaten.
AbschlieĂend bemĂ€ngelt Birgit Sippel, dass das neue Abkommen einem einheitlichen Ansatz fĂŒr alle Fluggastdatenabkommen widerspricht: âMit der Annahme des Abkommens schafft die EU einen PrĂ€zedenzfall, insbesondere hinsichtlich des unzureichenden Datenschutzniveaus. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Verhandlungen mit weiteren Drittstaaten wie Kanada, SĂŒdkorea oder Katar haben, die auch ihr Interesse an Fluggastdaten-Abkommen mit der EU signalisiert haben.â
Die Sozialdemokraten fordern ein einheitliches EU-Modell als Grundlage fĂŒr alle Fluggastdaten-Abkommen, einschlieĂlich EU-Datenschutzstandards, angemessenen Klagemöglichkeiten, verhĂ€ltnismĂ€Ăigen Speicherfristen sowie einer klaren Zweck-bindung der Abkommen zur BekĂ€mpfung von Terrorismus und schwerer KriminalitĂ€t.
Quelle: EuropabĂŒro Birgit Sippel MdEP
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Welcher Redakteur hat diesen Beitrag veröffentlicht? Veröffentlicht von: Redaktion
am 20. Apr 2012 und wurde einsortiert unter:
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