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Soest/Südwestfalen. Am 23. März wird der Equal Pay Day in Deutschland begangen. Mit dem Aktionstag wird darauf hingewiesen, dass Frauen bis zu diesem Datum arbeiten mussten, um die gleichen Löhne zu bekommen, die Männer bereits in 2011 verdient haben.

Frauen verdienen europaweit immer noch 17% weniger als ihre männlichen Kollegen; in Deutschland liegt der Lohnunterschied sogar bei 23%. An diesen Zahlen hat sich in den vergangenen Jahren leider wenig verändert“, zieht Birgit Sippel, Europaabgeordnete und Mitglied im Präsidium der NRW SPD, eine ernüchternde Bilanz.

Frauen erzielen höhere Schulabschlüsse, 59% aller Hochschulabsolventen in der EU sind weiblich, die Zahl von Frauen auf dem Arbeitsmarkt steigt, und dennoch: Von einer beruflichen Gleichstellung von Männern und Frauen sind wir insbesondere in Deutschland noch weit entfernt!“, so Birgit Sippel weiter. Gründe gibt es viele: Traditionelle Rollenverteilungen im Privatleben, Frauen arbeiten meist in Teilzeit, es gibt weiterhin große Lücken bei der Kindertagesbetreuung, typische ‚Frauenberufe‘, z. B. im Gesundheits- und Pflegebereich, erfahren nur eine geringe Wertschätzung, Lohnver-handlungen in den Unternehmen werden vielfach individuell geführt, was eine Intrans-parenz bei den Entlohnungssystemen zur Folge hat.

Die Pläne von Familienministerin Schröder für ein Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder auch über das zweite Lebensjahr hinaus zuhause betreuen, und das Festhalten an der freiwilligen Quote für Frauen in Führungspositionen von Unternehmen sind keine Merkmale engagierter Gleichstellungspolitik“, so die SPD-Politikerin Sippel. „Andere EU Staaten arbeiten aktiv an der Gleichstellung.

Sippel fordert einen gesetzlichen Mindestlohn und die Abschaffung des Ehegatten-splittings in Deutschland. Zudem unterstützt sie die Initiative des Frauenausschusses im Europäischen Parlament für eine europaweite Strategie zur Gleichstellung von Frauen und Männern. „Wir brauchen einen engagierten Dialog zwischen allen politischen Akteuren und Sozialpartnern unter Federführung der EU. Insbesondere Deutschland ist aufgefordert, sich stärker für die Gleichstellung einzusetzen und Sanktionsmöglichkeiten konsequent zu ergreifen, damit die Forderung ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort‘ endlich Wirklichkeit wird“, so Birgit Sippel abschließend.

Quelle: Europabüro Birgit Sippel MdEP