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Soest/Arnsberg. Die Energiewende muss umfassend gedacht und umgesetzt werden. Und: Der inzwischen vierte Anlauf einer Energiewende in Deutschland darf nicht scheitern. Hierüber herrschte Einigkeit bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Europaabgeordneten Birgit Sippel und des SPD-Stadtverbands Arnsberg im Kolpinghaus Neheim.

Neben Matthias Groote, Vorsitzender des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, standen Markus Müller von der EnergieAgentur.NRW und Klimanetzwerker für den Regierungsbezirk Arnsberg sowie Frank Eikel, Leiter der Hauptregion Südwestfalen/ Sieg beim Energieversorger RWE, als Ansprechpartner zur Verfügung.

Energiewende europäisch gestalten: Eine Einigung auf gemeinsame europäische Ziele zum Klimaschutz, zur Energieeffizienz und zum Ausbau erneuerbarer Energien sei eine große Herausforderung. Kompromisse würden oft verwässert – Beispiel Emissionshandel. Hier blockiere gerade Deutschland einen notwendigen Kompromiss über die Vergabe von CO2-Zertifikaten, kritisierte der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote die Haltung der Bundesregierung.

Die Kosten der Energiewende müssten in der Bevölkerung gleichmäßig verteilt werden, mahnten alle Beteiligten an. Dies sei gerade bei einer Überarbeitung der EEG-Umlage in Deutschland zu berücksichtigen.

Energiewende vor Ort umsetzen: Gute Beispiele gibt es bereits. In sogenannten Bio- energiedörfern – in Südwestfalen gibt es inzwischen vier – produzieren Bürgerinnen und Bürger ihren Strom- und Wärmebedarf weitestgehend selbst, z. B. durch Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung. Neben der Förderung einer dezentralen Energieversorgung haben Bioenergiedörfer aber auch noch einen weiteren positiven Effekt: Sie fördern das Gemeinschaftsgefühl vor Ort. Gleiches gilt auch für Bürgerwindparks. Die Arnsberger SPD kündigte daher an, demnächst einen Antrag zur Errichtung eines Bürgerwindparks in den Rat einzubringen. Mit-Veranstalter Gerd Stüttgen: „Damit wollen wir die Energiewende auch in Arnsberg ein Stück weiter voranbringen.

Einspeisung erneuerbarer Energie ist die eine Seite – Speicherung und Ausbau der Netze die andere. Neben einer Nachjustierung durch die Netzbetreiber, um einer Überlastung der Netze vorzukommen, gibt es weitere technische Lösungsansätze, die z. T. aber noch in den Kinderschuhen stecken. Nicht nur hier also bietet die Energiewende auch große Chancen – für Innovationen, Arbeitsplätze und Klimaschutz.

Und sie fördert das Umweltbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger, denn: Energiewende muss in aller erster Linie bei jedem selbst beginnen. Es sind dabei schon die kleinen Dinge, die den Erfolg bringen – wie Wasser- und damit indirekt energiesparende Dusch- köpfe oder moderne Thermostate überall in der EU.

Quelle: Europabüro Birgit Sippel MdEP