Print Friendly, PDF & Email

Kreis Soest (kso.2016.12.01.516.-rn). Am „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen“ – der am 03. Dezember 2016 begangen wird – treten Menschen mit und ohne Behinderungen weltweit für Gleichberechtigung und eine inklusive Gesellschaft ein. „Leider ist der Weg zu diesem Ziel noch lang. Barrierefreiheit ist im Alltag immer noch keine Selbstverständlichkeit„, stellt Dr. Wilhelm Günther (Werl), Behindertenbeauftragter des Kreises Soest, anlässlich des Gedenktages fest. Ein aktuelles Beispiel dafür hat ihn besonders geärgert.

Christian Hövermann, Vorsitzender der Behinderten-Initiative Lippstadt (BIL), nimmt eigentlich regelmäßig an den Treffen des Behindertenbeauftragten mit Vertretern der Selbsthilfe im Integrationsunternehmen Café Dreiklang in Werl teil. Leider bedeutete es für Christian Hövermann bei der jüngsten Zusammenkunft kaum einen Vorteil, dass das Café Dreiklang für ihn auch mit Rollstuhl barrierefrei zugänglich ist. Denn die Anreise mit dem Zug von Lippstadt nach Werl war für ihn nicht möglich. „Zurzeit gibt es einen Schienenersatzverkehr, leider konnte Christian Hövermann den Bus aufgrund seiner Behinderung nicht nutzen„, berichtet Dr. Wilhelm Günther durchaus frustriert.

Dr. Wilhelm Günther, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Kreises Soest, und seine Büroleiterin im Kreishaus, Daniela Heimann, hoffen, dass der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen" am 3. Dezember als Gedenk- und Aktionstag dazu beiträgt, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachzuhalten. Foto: © Thomas Weinstock / Kreis Soest

Dr. Wilhelm Günther, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Kreises Soest, und seine Büroleiterin im Kreishaus, Daniela Heimann, hoffen, dass der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen“ am 3. Dezember als Gedenk- und Aktionstag dazu beiträgt, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachzuhalten. Foto: © Thomas Weinstock / Kreis Soest

Dabei wiesen immer wieder Betroffene darauf hin, dass das barrierefreie Auffinden von Orten, Gebäuden und Veranstaltungen am wichtigsten ist, so Dr. Günther. „Was nützt ein barrierefreies öffentliches Gebäude, wenn es nicht gefunden oder erreicht werden kann? Gerade der öffentliche Nahverkehr muss so schnell wie möglich barrierefrei gestaltet werden„, fordert der Behindertenbeauftragter.

Solange solche Probleme nicht gelöst seien, müsse es den Gedenktag jedes Jahr am 03. Dezember geben. Denn die Vereinten Nationen hätten den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung (auch: Internationaler Tag der Behinderten) ausdrücklich ausgerufen, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachzuhalten und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen zu fördern.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest
Foto: © Thomas Weinstock / Kreis Soest