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Schmallenberg. Der Tourismus im Schmallenberger Sauerland und der Ferienregion Eslohe läuft gut. Dank kontinuierlicher Investitionen in Qualität und Service ist die Bettenauslastung mit 41,1% bzw. 36,6 % sauerlandweit nach wie vor überdurchschnittlich, in Teilbereichen sogar führend.

Betriebswirtschaftlich solide gemanagt zeigen sich die meist inhabergeführten Häuser mit dem wettermäßig sehr durchwachsenen Jahr 2012 auch zufrieden. Trotz des Minus in der LDS-Statistik, das für Schmallenberg ein Minus von 5,6 % bei den Gesamt-Übernachtungen bzw. 22,6 % bei den Übernachtungen ausländischer Gäste ausweist und Eslohe ein Minus von 2 % bei den Gesamtübernachtungen bzw. ein Plus von 14,5 % bei den Übernachtungen ausländischer Gäste bescheinigt. Ein Blick auf die Betriebsebene erklärt, wie das zusammen passt.

25.000 Übernachtungen fehlen in der Kategorie Hotel

Stolze 25.000 Übernachtungen fehlen den Schmallenbergern in der Kategorie Hotel. Zurückzuführen ist dies auf die Schließung von 2 Betrieben Mitte 2012 und die Konsequenzen aus der Verkaufsabsicht eines großen Hotels, das aufgrund dieser Pläne sämtliche Verträge mit Veranstaltern, Reisebüros, Buchungsportalen etc. kündigen musste und in Folge schlecht gebucht war.

Dazu kommt die Tatsache, dass ein Ende 2011 neu eröffneter Betrieb erst ab Oktober 2012 in den LDS-Zahlen berücksichtigt wurde. Außerdem muss unterstellt werden, dass einige der von niederländischen Eignern geführten Betriebe ihre Übernachtungszahlen gar nicht oder nicht korrekt an das LDS gemeldet haben. Ein Missverständnis, das gerade mit den Betroffenen geklärt wird.

In der Summe heißt dies: Wie überall im Sauerland, wo keine neuen Bettenkapazitäten aufgebaut wurden, schlossen die Betriebe auch in Schmallenberg und Eslohe im Schnitt mit einer schwarzen Null ab.

Schwarze Null nach durchwachsenem Jahr

Ein durchaus zufrieden stellendes Ergebnis, sagt Tourismuschef Hubertus Schmidt, berücksichtige man, dass das Wetter und Brückentage im Bereich des Kurz- und Spontanurlaubs eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielten, der Winter 2011/2012 eher mäßig war, Frühjahr und Sommer recht nass und kühl daher kamen, viele Feiertage „schlecht“ fielen und die späten Sommerferien zum Teil den Herbsturlaub kannibalisiert haben.

Außerdem könne man die Steigerungen von 20 Prozent und mehr bei den niederländischen Gästen in den vergangenen Jahren natürlich nicht als Selbstverständlichkeit auf Dauer betrachten. Das gelte auch für Winterberg, wo Ende 2011 eine zur niederländischen Landal Gruppe (73 Ferienparks) gehörende Anlage mit 200 Ferienhäusern zu jeweils 4-6 Betten eröffnet wurde. Dies habe die Winterberger Übernachtungszahlen wie erwartet im sechsstelligen Bereich beflügelt.

Ob sich diese Übernachtungen ausschließlich aus „neuen“ Gästen für das Sauerland rekrutierten und dem internationalen Marketing des in den Niederlanden führenden Ferienhaus-Anbieters Landal zu verdanken seien, müsse beobachtet werden. Signifikante Rückgänge erwarte er für die Schmallenberger Betriebe jedoch nicht, da das Angebot nicht vergleichbar sei. Insgesamt gelte aber, dass auch das Wachstum des wichtigen, niederländischen Reisemarkts begrenzt sei, und dass die Herausforderungen der Zukunft nur durch verlässliche Qualität, Top-Service, gelebte Authentizität, eine branchenübergreifende Kooperation und eine enge Zusammenarbeit auf Sauerland-Ebene gemeistert werden könnten.

Quelle: Schmallenberger Sauerland und Ferienregion Eslohe