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Schmallenberg. Ambitioniert ist das Team des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge in seine Arbeit gestartet und hat sich sogleich in den ersten drei Monaten hohe Ziele gesteckt. Die berühmten 100 Tage hat die neue Geschäftsstelle in der vergangenen Woche absolviert, doch pünktlich zum heute gesetzten Stichtag ist der bislang wichtigste Meilenstein gesetzt worden: Der Beitrag zum Landeswettbewerb „Naturpark.2018.Nordrhein-Westfalen“ wurde beim Umweltministerium eingereicht. Und der hat es in sich: Der Naturpark will nichts Geringeres, als Juwelen finden und Schatztruhen füllen.

Als Mitmach-Naturpark, der Bürger und Gäste dazu animiert, die natürlichen und kulturgeschichtlichen Schätze seiner Landschaften aktiv zu genießen und durch ihre behutsame Nutzung für die Zukunft zu bewahren, hat sich der neue Naturpark gleich zu Beginn positioniert. An diesen Maßgaben richtet das Team unter der Geschäftsführung von Detlef Lins sein Handeln aus. Dazu gehören die Regionalmanager Kerstin Berens, Petra Mengeringhausen, Tim Hellinger und Bernd Strotkemper sowie seit dem 01. Januar 2016 der stellvertretende Geschäftsführer Georg Schmitz.

Und diese Maxime prägt auch den Beitrag zum Landeswettbewerb der Naturparke. „Wir greifen das Wettbewerbsthema ‚Schätze der Natur‘ natürlich auf, doch wir gehen selbstbewusst sogar etwas weiter. Wir möchten uns als neue Naturschatzinsel in NRW präsentieren“, erläutert Detlef Lins den Anspruch, mit dem die Macher die Herausforderung annehmen.

Das Team des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge bereist derzeit die Regionen und macht sich ein Bild von der Infrastruktur in der Landschaft. Schöne Aussichtspunkte, die gut erreichbar an hochwertigen Wanderwegen liegen und attraktiv gestaltet sind - so wie hier am „Listerblick“ nahe Voßsiepen -, werden auch in Zukunft erhalten. Im Bild von links nach rechts: Regionalmanger/innen Kerstin Berens, Tim Hellinger, Bernd Strotkemper und Petra Mengeringhausen sowie der stellv. Geschäftsführer Georg Schmitz und Geschäftsführer Detlef Lins. Foto: © Naturpark Sauerland-Rothaargebirge / Anna Galon

Das Team des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge bereist derzeit die Regionen und macht sich ein Bild von der Infrastruktur in der Landschaft. Schöne Aussichtspunkte, die gut erreichbar an hochwertigen Wanderwegen liegen und attraktiv gestaltet sind – so wie hier am „Listerblick“ nahe Voßsiepen -, werden auch in Zukunft erhalten. Im Bild von links nach rechts: Regionalmanger/innen Kerstin Berens, Tim Hellinger, Bernd Strotkemper und Petra Mengeringhausen sowie der stellv. Geschäftsführer Georg Schmitz und Geschäftsführer Detlef Lins. Foto: © Naturpark Sauerland-Rothaargebirge / Anna Galon

Sie befinden sich damit im Wettstreit mit elf weiteren Naturparken, die sich um Fördermittel von insgesamt einer Million Euro bewerben können. Im Sommer wird das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz die erfolgreichen Beiträge und Projekte küren, die dann bis zum Jahr 2018 entwickelt und präsentiert werden.

Den Naturpark in Geschichten vermitteln

Die im Projektantrag des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge geschilderten Projektideen lesen sich in etwa so wie eine Geschichte voller zu bestehender Abenteuer und funkelnder Belohnungen, so genanntes „Storytelling“ in seiner besten Form. Nicht ohne Grund: Gerade Familien mit Kindern will der Naturpark mit aktuellen und künftigen Angeboten rund um Naturentdeckungen und Umweltbildung auf sich aufmerksam machen – und was passt da besser, als diese über phantasievolle Ansprache und einprägsame Bilder zu erreichen?

So möchte der Naturpark in Zukunft Orte in den Regionen Sauerland und Siegerland-Wittgenstein suchen, die als „Natur-Schatztruhen“ wie Portale den Weg in die Landschaft eröffnen. Diese können je nach ihrer Lage regionale Themenschwerpunkte bilden und werden dann entsprechend als Informationszentren ausgestaltet. Denn wer hier ankommt, soll sogleich das Gefühl haben, dass er in eine Welt voller biologischer, geologischer, regionsgeschichtlicher oder industriekultureller Wunder eintaucht. „Diesen Teil der Naturparkentwicklung werden wir so ausgestalten, dass sich Gemeinden und Erlebnisorte mit ihren Ideen um den Titel einer Schatztruhe bewerben können“, so Lins.

Doch Schatzkisten gilt es auch mit Edelsteinen zu füllen, und so richtet sich ein weiteres Teilprojekt direkt an die Menschen im Naturpark: Sie sollen ihre „Juwelen“ beisteuern, ihre persönlichen Lieblingsorte in der Landschaft nennen. Lins: „Hier kommt der Mitmach-Effekt zum Tragen: Wir werden gezielt das regionale Wissen, die Kreativität und die Erfahrung der Bürger und Institutionen – zum Beispiel im Umwelt- und Naturschutz – einbinden. Und dann ist es an uns, diese zusammengetragenen Juwelen zu schleifen und zu polieren, damit wir die Schatztruhen damit füllen können.

Konkret könne das so aussehen, dass ein Portalort den Einstieg in eine Landschaft informativ eröffnet, die beispielsweise vom Bergbau geprägt ist. Von dort aus können dann lebendige Naturführungen zu spannend aufbereiteten Punkten wie Stollen, Bergwerken oder auch geologischen Formationen sowie familiengerecht ausgestalteten Lernorten die Geschichte zu dieser Landschaft anschaulich vermitteln.

Die Krönung des ganzen Vorhabens ist schließlich eine Art interaktive und wachsende Schatzkarte für das Gebiet des Naturparks, auf der all solche Natur-Schatzkisten und ihre Juwelen verzeichnet sind.

Ob der heimische Naturpark mit diesen Projektideen im Rahmen des Wettbewerbs Erfolg hat, wird sich im Sommer entscheiden. Das Projekt hat ein Kostenvolumen von 515.00 Euro, bei positiver Entscheidung könnte es zu 70 Prozent gefördert werden. Doch schon jetzt ist das Team um Detlef Lins stolz auf den kreativen Input, den es geleistet hat. „Wir haben binnen kurzer Zeit mit unseren Partnern einen wirklich einfallsreichen und handfesten Beitrag in den Landeswettbewerb eingebracht. Damit möchten wir zeigen: Wir starten als neuer Naturpark mit voller Kraft durch und möchten uns einbringen – und wer weiß, vielleicht wird das auch bei den Entscheidern ganz gut ankommen.

Aufräumen und neue Kräfte entfalten

Von diesem Elan erhoffen sich Lins und Team generell weiteren Schub für die Naturparkentwicklung, die mit einer gewissen Aufräumarbeit einher geht. „Wir möchten uns von einigen älteren Zöpfen im Bereich der Infrastruktur – Parkplätze, Schutzhütten, Spielplätze – trennen und uns mit den frei gewordenen Ressourcen schwungvoll neuen Projekten zuwenden“, erklärt Lins. Dazu bereist das Team noch bis Ende Februar die Regionen und macht sich ein Bild von den Anlagen auf dem weiten Naturparkgelände.

Wanderparkplätze und Schutzhütten, die an zertifizierten Wanderwegen oder Rundwegen liegen und die Qualitätsansprüche moderner Wandergäste erfüllen, gut aufbereitete Infotafeln an echten Erlebnisorten oder neugeschaffene, barrierearme Angebote werden auch künftig erhalten und zusätzlich ausgebaut.

Anlagen aber, die in die Jahre gekommen sind, abseits des tatsächlichen Gästestroms liegen oder nur mit viel Aufwand zu unterhalten sind – von denen wird sich der Naturpark trennen. Insgesamt soll die Zahl der betreuten Anlagen von 400 auf ca. 180 reduziert werden, die dann aber auf hohem Niveau einen wertvollen Beitrag zur modernen Natur- und Umweltbildung leisten. „Ganz pragmatisch betrachtet – nur wer die Hände nicht schon voll hat, kann neue Dinge anpacken. Und genau das wollen wir: Uns frisch und zeitgemäß als moderner Naturpark und wertvoller Lebensraum vor der Haustür aufstellen“, fasst Lins zusammen.

Quelle: Naturpark Sauerland-Rothaargebirge