Print Friendly, PDF & Email

Schmallenberg. Die Zahl der Gäste in der Region steigt, ebenso aber ihre Erwartungen an die Qualität in allen Bereichen. Mit neuen Kollegen und mit neuen Spezialthemen und Projekten engagiert sich der Sauerland-Tourismus verstärkt auf zukunftsfähigen Geschäftsfeldern und geht damit frische Chancen für den heimischen Tourismus an. Anlässlich seiner Mitgliederversammlung am Freitag [30. November 2012] im Winterberger Vitalresort Oversum hat der Verband Bilanz zum aktuellen Reisejahr gezogen.

Mehr Gäste aus dem In- und Ausland, die tendenziell wieder länger bleiben – das ist ein Trend, der sich in der Region auch in diesem Jahr fortsetzt. Sowohl bei den Gästeankünften als auch bei den Übernachtungen hat das Sauerland im Zeitraum von Januar bis August 2012 ein Plus zu verzeichnen. Weiter reichen die vorliegenden Statistiken für das gesamte Sauerland noch nicht. Für die ersten acht Monate des Jahres lässt sich aber festhalten: 1,6 Prozent mehr Gäste reisten ins Waldgebirge (gegenüber Januar bis August 2011), die Zahl der Übernachtungen stieg in diesem Zeitraum um 1,9 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Sauerland beträgt 3,3 Tage.

Noch deutlicher sind die Zuwächse bei den Gästen aus dem Ausland, eine Tendenz, die sich seit den vergangenen Jahren erfreulicher Weise fortsetzt. Von Januar bis August stieg die Zahl der Gästeankünfte aus dem Ausland um 4,8 Prozent, die Zahl ihrer Übernachtungen gar um 6,5 Prozent. Der weitaus größte Teil der ausländischen Gäste reist aus den Niederlanden an, jedoch begrüßt die Region zunehmend auch Urlauber aus Belgien. Gerade der Zuspruch der Flamen ist ein vielversprechender Trend, der sich beispielsweise darin äußert, dass sich vermehrt Medien aus dem flämischen Teil Belgiens für Pressereisen ins und Informationen aus dem Sauerland interessieren. „Nicht ohne Grund arbeiten wir daher auch an neuen Marketingideen für die Niederlande und für Flandern“, erläutert Thomas Weber als Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus. An einem Gesamtkonzept für das Marketing in den Niederlanden und in Belgien arbeitet der Verband derzeit. Weber: „Unsere neuen, kompakten Informationsmaterialien erscheinen ab sofort zweisprachig, aber auch an Maßnahmen, mit denen wir Multiplikatoren in unseren Nachbarländern ansprechen möchten, mangelt es nicht.“ So ist beispielsweise der Besuch der wichtigen Reisemessen Vakantiebeurs in Utrecht und der Fiets en Wandelbeurs in Amsterdam für den Sauerland-Tourismus und seine Partner nach wie vor von großer und publikumswirksamer Bedeutung.

Ebenso im Bereich Tagestourismus, eines der Kernthemen in seiner touristischen Marketingarbeit, hält der Verband das niederländische und flämische Reisegeschäft und sein Publikum fest im Blick. Das in diesem Jahr erstmals erschienene Handbuch „Gruppenreisen im Sauerland“ wurde nicht nur an 1100 Busreiseunternehmen in Deutschland, sondern auch an 350 in den Niederlanden und 150 in Belgien verschickt. Für das kommende Frühjahr ist zudem eine Informationsfahrt für Busreiseunternehmen aus den Niederlanden ins Sauerland geplant, um diese dabei für die Vielfalt an Ausflugsmöglichkeiten in der Region zu begeistern und als Partner zu gewinnen.

Turnusmäßiger Wechsel an der Spitze des Sauerland-Tourismus: Dr. Klaus Drathen (Hochsauerlandkreis, rechts) ist ab sofort 1. Vorsitzender des Tourismusverbandes, Theo Melcher (Kreis Olpe, Dritter von rechts) sein Stellvertreter. Das Sauerland-Tourismus-Team bedankte sich bei Kreisdirektor Melcher für seine in den vergangenen drei Jahren geleistete Arbeit. Mit im Bild (von links): Stellv. Geschäftsführer Eckhard Henseling, Geschäftsführer Thomas Weber und die Auszubildenden Sarah Menzebach und Luisa Möser. Foto: Sauerland-Tourismus

Ambitionierte Ziele: Neues Gesicht für Neues Wandern

Auf den übrigen Kernthemenfeldern ist in diesem Jahr ebenfalls viel passiert. Im Wanderbereich wird der Sauerland-Tourismus durch ein neues Gesicht vertreten: Sabine Risse ist seit August die neuen Themenmanagerin beim Tourismusverband und hier Koordinatorin, Ratgeberin, Vermittlerin und treibende Kraft auf allen Einsatzfeldern rund ums Wandern in der Region. Dazu gehört zum Beispiel die Wandersicherheit. Der Sauerland-Tourismus macht sich für ein flächendeckendes Wanderwege-Leitsystem in der Region stark. Dem Ziel einer praktisch „unverlaufbaren Wanderregion“ ist das Sauerland in diesem Jahr näher gekommen, indem weitere Kommunen mit der Neu-Beschilderung ihrer Wanderwege begonnen haben. Zwölf haben bereits die Beschilderungstafeln im Sauerland-Design aufgestellt, sieben weitere sind dabei oder planen es fest ein. Die „Pömpel“ mit den leicht lesbaren Schildern und hohem Wiedererkennungswert haben sich als Orientierungshilfe bewährt. Gemäß der „Charta pro Wandern“ haben sich alle Kommunen in der Region dazu selbstverpflichtet, den Gestaltungsrichtlinien des Sauerland-Wanderwege-Leitsystems zu folgen, sobald sie sich dazu entschließen, wandertouristische Infrastruktur aufzubauen oder zu erweitern.

Sabine Risse koordiniert und unterstützt außerdem die Qualitätskooperation der Sauerland-Wanderdörfer, die sich ein ehrgeiziges Ziel setzen: Sie wollen sich als Modell-Qualitätsregion im Rahmen der Kampagne „Wanderbares Deutschland“ zertifizieren lassen. Ein weiteres Projekt des Sauerland-Tourismus wird 2013 unter dem Arbeitstitel „besondere Rundtouren“ in Angriff genommen. Heimische Wander-experten sammeln die schönsten Rundwege in der Region; diese möchte der Sauerland-Tourismus gebündelt an den Markt bringen und Wanderern als besondere Empfehlung präsentieren. Dabei hält Sabine Risse die Maßgabe hoch: „Wir werden keine neuen Wege anlegen, sondern die vorhandenen ansprechend zu Rundtouren verbinden und passende Angebote dazu ersinnen.

Die Themenfelder Radfahren und Winter bearbeitet und vermarktet der Sauerland-Tourismus in erprobter Zusammenarbeit mit der Sauerland-Radwelt und der Wintersport-Arena Sauerland. Neu in seine Themenarchitektur hat er das Spezialthema „Geschäftsreisetourismus“ aufgenommen. Schließlich ist der Geschäftsreiseverkehr für viele heimische Tourismusbetriebe schon seit Jahren ein festes Nachfragesegment von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Bei einer Auftaktveranstaltung im Mai ist daher das Projekt „Sauerland-Business“ an den Start gegangen. „Mehr Geschäftsreisende in unsere Region holen, heimische Firmen-Kundschaft in unserer Region halten – das sind die Ziele unseres Projektes“, erläutert Eckhard Henseling als Projektverantwortlicher. Denn die starke Wirtschaftsregion Südwestfalen mit ihren vielen Unternehmen habe einen hohen Bedarf an Tagungen und Meetings. In der Tourismusregion Sauerland gäbe es viele Top-Tagungshäuser. Henseling: „Diese beiden Marktsegmente durch passgenaue Maßnahmen zusammen-zuführen, ist die Philosophie von Sauerland-Business.“ 31 Tagungseinrichtungen vom kleinen romantischen Tagungsbetrieb über das Komfort-Hotel bis zum Schloss mit stimmungsvollem Ambiente präsentieren sich derzeit in einem übersichtlichen Flyer sowie detailliert im Internet und werden von verschiedenen Marketingmaßnahmen durch den Sauerland-Tourismus begleitet.

Zukunftsträchtig: Gesunder Urlaub und attraktive Häuser

Mit der im vergangenen Jahr gestarteten Präventionswerkstatt widmet sich der Sauerland-Tourismus dem Kernthema Gesundurlaub. Der Themenmanager Gesundheit, Lars Morgenbrod, vertritt die Region in einer Art Denkfabrik auf Ebene des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Dieser Expertenkreis aus Vertretern der Gesundheits- und Tourismusbranche hat zur Aufgabe, bestehende Gesundheits-Urlaubsangebote zu überprüfen, neue Produktideen zu entwickeln und erste Vertriebswege aufzuzeigen. Die Ergebnisse der Sitzungen fließen als Grundlage in Leitfäden ein, die Anregungen zur Produkt- und Angebotsentwicklung geben. Mit Hilfe dieser Leitfäden werden dann Leistungsträger im Sauerland neue Angebote für Gesundheitsurlaub erdenken. Dies können Hotels oder Thermen, aber auch Gesundheitszentren, Kliniken oder Fitnesseinrichtungen sein. Unterstützt werden sie dabei von Lars Morgenbrod sowie vom Landesverband Tourismus.NRW.

Auch seine Qualitätsoffensive treibt der Sauerland-Tourismus voran. Mit dem neuen Projekt „Neue GastgeberWelten“ wird sich der Verband vornehmlich dafür stark machen, dass die touristischen Betriebe im Sauerland gestärkt, attraktiviert und motiviert in den Wettbewerb mit anderen Regionen gehen. Hierbei handelt es sich um ein Projekt, das mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes NRW gefördert wird und bis Ende Juni 2015 läuft. Anvisiert sind unter anderem zahlreiche Beratungs- und Schulungsangebote für touristische Leistungsträger, damit diese ihre Häuser und Angebote für die Gäste noch ansprechender zu gestalten wissen. Projektmanager und Ansprechpartner beim Sauerland-Tourismus ist Josef Willmes. Partner des Projektes sind unter anderem die IHK, der Dehoga, die Sparkasse Hochsauerland und die Veltins-Brauerei sowie das Projekt „GastWelten“ in Sundern.

Wechsel an der Spitze: Dr. Klaus Drathen ist Vorsitzender

Bei der Mitgliederversammlung hat der Kreisdirektor des Hochsauerlandkreises, Dr. Klaus Drathen, sein Amt als 1. Vorsitzender des Sauerland-Tourismus angetreten. Er übernahm die Position von Theo Melcher, Kreis Olpe, der nun sein Stellvertreter ist. Der Wechsel der beiden Kreisdirektoren an der Spitze des Tourismusverbandes in regelmäßigem Turnus ist bewährte Tradition.

Quelle: Sauerland Tourismus