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Schmallenberg. Sympathisch, modern und nah am Kunden, so überschreibt der Sauerland-Tourismus seine Kommunikation und sein Marketing für die heimische Tourismusregion. Diese drei Eigenschaften haben seine Arbeit im laufenden Geschäftsjahr geprägt und gewinnen in Zukunft sogar noch an Bedeutung. Denn es heißt, dem Sauerland ein neues Gesicht zu geben mit hochwertigen Produkten, nachhaltigem Service und der richtigen Portion herzlicher Gastlichkeit. Bei seiner Mitgliederversammlung am 15. November 2013 am Möhnesee hat der Tourismusverband eine Jahresbilanz gezogen und zugleich Perspektiven für die weitere Arbeit aufgezeigt.

Räumlich nah an seinen Kunden ist das Sauerland allemal. Deswegen hat sich die Region als Kurzreiseziel für Gäste aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und dem Süden Niedersachsens bewährt. Und diese Gäste blieben dem Sauerland auch in diesem Jahr weitgehend treu: Sowohl bei den Gästeankünften als auch bei den Übernachtungen hat das Sauerland im Zeitraum von Januar bis August 2013 ein Plus zu verzeichnen. Weiter reichen die vorliegenden Statistiken für das gesamte Sauerland noch nicht. 1,0 Prozent mehr Gäste als im Vorjahreszeitraum haben das Waldgebirge besucht, die Zahl der Übernachtungen stieg um 0,5 Prozent gegenüber Januar bis August 2012. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Sauerland beträgt 3,3 Tage.

Mit diesen Zahlen liegt das Sauerland über dem Durchschnitt der NRW-Reiseregionen, sehr deutlich vor allem bei den Übernachtungen. „Mit diesen Zahlen sind wir wirklich zufrieden, wenn man bedenkt, wie abhängig der Gästezuspruch vom Wetter ist. Und so war der Wintersport zum Jahresanfang eine wichtige und treibende Kraft in den Hochlagen“, erläutert Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus. Die kalte Jahreszeit dauerte praktisch bis in die Osterferien hinein, was aber gemischte Gefühle in unterschiedlichen Teilen der Region hervorgerufen hatte. „An den Pisten und auf den Bergen hat das Geschäft mit dem Schnee lange gebrummt, während unten im Tal die Gastgeber für ihre Gäste im späten März lieber Frühlingswiesen und mehr Sonnenschein gesehen hätten.“ Zum Glück hat das Sauerland dann einen sonnigen Sommer genossen, der viele Gäste brachte. Weber: „Wir sind gespannt, wie sich die Zahlen im letzten Quartal präsentieren werden.

Stärker um Niederländer werben

Ein Wermutstropfen sind jedoch die Zahlen der Gäste aus dem Ausland. Hier verzeichnet das Sauerland von Januar bis August 2013 ein Minus von 1,4 Prozent bei den Ankünften und ein Minus von 3,2 Prozent bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach fast schon sensationellen Zuwächsen in diesem Segment in den vergangenen Jahren, weist die Statistik hier erstmals einen Rückgang aus. „Mehr als 80 Prozent unserer ausländischen Gäste kommen aus den Niederlanden, die derzeit in einer Wirtschaftskrise stecken. Das macht sich auch bei uns bemerkbar: Die Niederländer sparen – und das auch am Urlaub“, erklärt Weber. Umso wichtiger sei es, dass der Sauerland-Tourismus zusammen mit seinen Partnern die Marketingideen für die Niederlande und für Flandern kräftig vorantreibt. „Wir müssen die niederländischen Gäste weiterhin von uns als Freizeitregion überzeugen: Wir sind in ihrer Nähe, haben ein modernes Angebot an Aktivitäten zu jeder Jahreszeit und Urlaubsangebote für jeden Geldbeutel zu bieten. Eine Reise ins Sauerland lohnt sich einfach.

Radtourismus als Wirtschaftsfaktor

Diese Überzeugungsarbeit leistet der Sauerland-Tourismus natürlich auch bei den Gästen aus Deutschland. Hier trumpft die Region schon seit geraumer Zeit mit Projekten und Produkten auf, die sich qualitätsorientiert, serviceorientiert und nachhaltig präsentieren. Und das ist nicht nur eine Selbsteinschätzung der heimischen Touristiker, das wird zunehmend von Experten bestätigt und – was noch viel bedeutsamer ist – von den Gästen selbst honoriert. Jüngstes Beispiel ist die frisch vorgelegte Studie zum „Wirtschaftsfaktor Radtourismus im Sauerland“. In Auftrag gegeben und finanziert wurde sie von der Sauerland-Radwelt, durchgeführt von den Fachleuten des dwif-Consulting. Sie belegt: Der Radtourismus ist mit einem Bruttoumsatz von 66,1 Millionen Euro (2013) eine bedeutende Einkommensquelle der Region.

Sie alle gestalten den Tourismus im Sauerland mit: Das Team des Sauerland-Tourismus mit Vertretern der Mitgliedskreise und -kommunen sowie Gästen bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am Möhnesee. Foto: Sauerland-Tourismus e. V.

Sie alle gestalten den Tourismus im Sauerland mit: Das Team des Sauerland-Tourismus mit Vertretern der Mitgliedskreise und -kommunen sowie Gästen bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am Möhnesee. Foto: Sauerland-Tourismus e. V.

Das bergige Sauerland gilt schon lange nicht mehr als reine Spielarena für sehr sportliche Radfahrer, die ambitioniert die Gipfel hochstrampeln. 4,1 Millionen Gäste waren 2013 mit dem Rad in der Region unterwegs, die größte Gruppe sind dabei die gemütlichen Tourenradfahrer, die steigungsarme Strecken auf ehemaligen Bahntrassen, an Flussläufen oder entlang der Seen bevorzugen. Zu verdanken ist das dem engagierten Einsatz vieler Partner in Verbundprojekten: allen voran der Sauerland-Radwelt als Verein zur Förderung des Radtourismus, aber auch den touristisch aktiven Arbeitskreisen und Anrainer-Orten, die Radrouten wie den SauerlandRadring, den MöhnetalRadweg oder den RuhrtalRadweg mitgestalten. Auch in Zusammenarbeit mit Fahrradhändlern, Gastgebern und mit den Verkehrsverbünden sind Mehrwertangebote rund ums Radfahren entstanden, wie ein Netz an Fahrrad- und E-Eike-Verleihstationen, eine Vielfalt an fahrradfreundlichen Unterkünften oder die komfortable Mitnahme von Rädern in Bussen und Bahnen auf vielen Strecken. So wird der Radurlaub im Sauerland zu einer durch und durch runden Sache.

Auf dem Weg zur Qualitätsregion

Das Gästewohl haben auch die heimischen Wanderexperten im Blick. Qualitativ hochwertige Wanderwege mit vielen Erlebnissen links und rechts der Route, sichere und einfach lesbare Beschilderung, ein gutes Netz an Touren für Tages- oder Halbtags-wanderungen, die entweder als Rundweg angelegt oder komfortabel mit Bus- und Bahn zu erreichen sind – das sind die Wünsche und Ansprüche moderner Wandergäste, denen das Sauerland entgegen kommen will. Eine Bestengruppe besonders wanderfreundlicher Orte in der Region hat all das und noch mehr für einen rundum gelungenen Wanderurlaub zu bieten. Sie hat sich aufgemacht, dieses umfangreiche Angebot mit einem anerkannten Gütesiegel aufzuwerten. Ein ambitioniertes Vorhaben: Die Sauerland-Wanderdörfer möchten als erste Region in Deutschland im kommenden Jahr das Zertifikat „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbandes (DWV) erhalten. Die beteiligten Orte Brilon, Diemelsee, Lennestadt, Kirchhundem, Medebach, Olsberg, Schmallenberg, Eslohe, Willingen, Winterberg und Hallenberg haben bereits gemeinsam die entsprechenden Nachweise beim DWV eingereicht, sie werden derzeit von den Experten geprüft.

Doch schon jetzt hat das Sauerland erneut eine Stufe auf der Güteskala genommen, zwei weiter Wanderwege haben in diesem Jahr das DWV-Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ erhalten: der Fernwanderweg Sauerland-Höhenflug und der Veischeder Sonnenpfad. Und auch in der Fläche passiert jeden Tag etwas, das der Sauerland-Wanderwelt in Zukunft grundlegende Qualität sichert: Die wandersichere Markierung und eine professionelle Beschilderung im typischen Sauerland-Stil werden weiter in die Region getragen. In diesem Jahr haben mit Bestwig und Attendorn wieder zwei Kommunen die komplette Wanderwegebeschilderung ihres Wanderwegenetzes abgeschlossen. Balve, Sundern, Meschede und Diemelsee sind gerade dabei und mit interessierten Kommunen des Kreises Soest sowie mit Arnsberg und Herscheid wurden Gespräche dazu geführt.

Chancen für Gastgeber und gesunde Angebote

Mit zwei innovativen Projekten beschreitet der Sauerland-Tourismus neue Wege im Tourismus. Das eine ist die „GastgeberWerkstatt“, die sich an die Akteure richtet, die für das Wohlergehen der Gäste sorgen. Das andere ist die „SauerlandZeit“, die das persönliche Wohlbefinden selbst im Auge hat.

Die „GastgeberWerkstatt“ geht mit ihrem hemdsärmelig klingenden Projektnamen auf das heimische Gastgewerbe zu und möchte den Betrieben dabei helfen, fit für den Tourismus-Markt der Zukunft zu bleiben oder zu werden. Bestehende Mängel an Kundenorientierung, marktgerechter Attraktivität und Service-Orientierung sollen ausgeglichen werden. Ein Sauerland-Handbuch mit vielen Daten und Informationen zur touristischen Nachfrage in der Region, zu Produkten und Projekten und zum Sauerland-Stil, eine Beraterdatenbank mit Kontakten zu erfahrenen Fachplanern oder Dienstleistern und so genannte „Aufschließer-Veranstaltungen“ an vielen Orten, tragen derzeit die Inhalte der „Sauerland-GastgeberWerkstatt“ an die Gastgeber heran. Das Projekt wird mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes NRW gefördert und läuft bis Ende Juni 2015.

Mit der „SauerlandZeit“ möchte der Sauerland-Tourismus die Region als das Top-Reise- ziel für innere Ausgeglichenheit und hohe Selbstmanagementkompetenz aufstellen. Soll heißen: Menschen sehen den Kurz-Urlaub als Gegenwelt zur komplexer werdenden Arbeitswelt und nutzen ihn zunehmend dafür, neue Kräfte zu sammeln und sich etwas Gutes für Körper und Geist zu tun. Im Sauerland finden Gäste viele Angebote, um in der Freizeit aktiv neue Vitalität zu schöpfen – sei es in der sanften Bewegung, sei es in absoluter Ruhe und Entspannung oder sei es im puren Genuss. Und das ganz in der Nähe zu den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr, denen beispielsweise so mancher gestresste Bürojobber gelegentlich entfliehen möchte. Hierzu wird der Sauerland-Tourismus zusammen mit Kurorten und Heilbädern, spezialisierten Gesundheits-anbietern und Gastgebern im kommenden Jahr griffige Pauschalen mit dem Gesund-heitsplus erarbeiten.

Ausflugsgäste und Geschäftsreisende

Auf den Themenfeldern Tagestourismus und Geschäftsreisetourismus baut der Tourismusverband seine serviceorientierten Projekte aus. Für das Segment der Bustouristik hat er zum zweiten Mal den Katalog „Gruppenreisen im Sauerland“ aufgelegt, der auf 86 Seiten modular aufgebaut ist und Busunternehmen eine umfangreiche Übersicht über Ausflugsziele, Städte und Arrangements, Übernachtungs-möglichkeiten, kulinarische Tipps und Aktivitäten im Sauerland bietet. Und mit „Sauerland-Business“ stellt er Angebote für den Geschäftsreisetourismus prominent heraus und präsentiert Business-Planern in den Firmen alle Vorteile des Tagens im Sauerland übersichtlich und kompakt.

Neues Gesicht im Vorstand

Bei der Mitgliederversammlung ist die Kreisdirektorin des Märkischen Kreises, Barbara Dienstel-Kümper, neu in den Vorstand des Sauerland-Tourismus gewählt worden. Sie ist Nachfolgerin von Bernd Skowronnek als Vertreterin des Märkischen Kreises beim regionalen Tourismusverband.

Quelle: Sauerland-Tourismus e. V.