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Schmallenberg. Sie haben gemeinsam gelacht und gelitten, zusammen gekämpft und geweint. Freude und Schmerzen lagen bei diesem Abenteuer ihres Lebens nah beieinander. Aber eines stand für die Läufer der Sauerland-GORE-TEX-Teams selbst in Momenten heftiger Erschöpfung fest: Aufgeben gibt es nicht! Und so haben Carmen Otto, Anne Gerlach, Peter Schneider und Jürgen Baumhoff die Alpen im Laufschritt bezwungen. Mit sensationellem Ergebnis: Beim Transalpine Run erreichte das Sauerländer Damenteam Platz 4 in der Gesamtwertung, das Herrenteam Platz 11.

Die vier Sauerländer haben somit ihre Heimatregion beim herausfordernden GORE-TEX Transalpine Run durchs Hochgebirge würdig vertreten. Der Sauerland-Tourismus hatte sie – in Zusammenarbeit mit dem Sponsor GORE-TEX – zu dieser Veranstaltung entsandt und ihre Erlebnisse während der Vorbereitungen und bei der achttägigen Alpenüberquerung für ihre Fans und Freunde im Sauerland dokumentiert. Auf der Internetseite www.trail-team-sauerland.de sind in einem Tagebuch sowie in Bild und Film alle Erfahrungen, Emotionen und Ergebnisse der ambitionierten Sportler festgehalten.
Und zu berichten gibt es viel, denn während der acht Etappen über die Gipfel hatten die Sauerländer nicht nur mit den Naturgewalten zu kämpfen, sondern auch mit sich selbst. Nebel, Nieselregen und Neuschnee – die Wetterkulisse ersparte ihnen nichts. Knieschmerzen, entzündete Schienbeine, Schürfwunden – auch ihre Körper zeigten nach den vielen Laufkilometern regelmäßig Ausfallerscheinungen. Aber sie haben die Zähne zusammengebissen und durchgehalten, von Ruhpolding bis Sexten schoben sie sich tapfer über die Pässe.

Die Sauerländer Trailläufer mit ihren Finisher-Shirts nach dem GORE-TEX Transalpine Run (v.l.): Anne Gerlach, Carmen Otto, Peter Schneider und Jürgen Baumhoff. Foto: Sauerland-Tourismus e.V.

Die Sauerländer Trailläufer mit ihren Finisher-Shirts nach dem GORE-TEX Transalpine Run (v.l.): Anne Gerlach, Carmen Otto, Peter Schneider und Jürgen Baumhoff. Foto: Sauerland-Tourismus e.V.

Etwas lädiert, aber glücklich liefen sie schließlich durchs Ziel. Jürgen Baumhoff erinnert sich an das erhebende Gefühl: „Längst hatten sich die Teams aus dem Sauerland unter den Startern und Zuschauern durch ihren Kampfgeist einen Namen gemacht. So war es kein Wunder, dass nicht nur der Moderator immer wieder unsere Namen ins Mikrofon brüllte, sondern die Zuschauer bei unserem gemeinsamen Einlauf in Sexten Spalier standen.

Gekämpft wie die Löwen

Kampfgeist und Zusammenhalt waren es, die die Vier immer wieder vorwärts trieben. Die beiden Frauen vollbrachten dabei eine überragende Leistung, bei den ersten fünf Etappen liefen sie jeweils aufs Siegertreppchen. Als Anne bei Etappe drei – die wegen Schneefällen und Sturmböen auf eine Alternativroute verlegt werden musste – angeschlagen an den Start ging, zog Carmen sie mental und physisch mit. Schließlich lobte sie ihre Teampartnerin: „Sie hat gekämpft wie ein Löwe.“ Und als Carmen bei Etappe sechs trotz starken Knieschmerzen mit Tränen in den Augen weiterläuft, ist es Anne, die ihr Mut zuredet. Körperlich abgekämpft fielen die Läuferinnen auf den letzten zwei Etappen etwas zurück und absolvierten das gesamte Rennen dann aber mit einem ausgezeichneten vierten Platz in der Gesamtwertung.

Auch die Männer motivierten sich gegenseitig. Jürgen, der als langjähriger Trailläufer die beste Kondition und Erfahrung mit ins Rennen brachte, überstand den Gesamtlauf weitgehend ohne Blessuren. Seine Kraft und seinen Antrieb teilte er brüderlich mit seinem Laufpartner Peter, der zwischenzeitig an seine Grenzen stieß und den ein entzündetes Schienbein auszubremsen drohte. Doch auch Peter dachte nicht ans Kapitulieren. Wenn es zu arg wurde, ließ er sich von Jürgen eine Weile den Berg hinaufschieben und mobilisierte seine Reserven, um neu durchzustarten. Mit dieser Teamleistung liefen die beiden zum Schluss auf den ansehnlichen elften Platz – von insgesamt 52 Finisher-Teams.

In seinem Abschlussbericht schreibt Jürgen Baumhoff: „Ein Dank an dieser Stelle gilt all denen, die uns nach Sexten getragen haben. Angefangen bei unseren Familien, die uns vor allem in der Vorbereitung unterstützt haben, beim Sauerland-Tourismus mit der eigentlichen Idee, den Sponsoren wie GORE-TEX, Salomon usw. für das tolle Material, bis hin zu den vielen Interessierten, die uns die Daumen gedrückt haben. Danke!“ Aus heimischen Gefilden hatten sich Reporter des WDR Siegen mit in die Alpen aufgemacht, um die Sportler vor Ort medial zu begleiten – auch dafür sind die Teams dankbar.

Sauerland-Botschafter

Die zähen Sauerländer haben ihren Mitbewerbern eindrucksvoll beweisen, was in ihnen steckt. Kein Wunder also, dass sie als Botschafter ihrer Heimatregion in den Alpen gewiss für eine Weile im Gedächtnis bleiben werden. Den Tourismusdirektoren in den Etappen-Orten und den Sponsoren haben sie knallgrüne Sauerland-Täschken – gefüllt mit kleinen Geschenken – überreicht. Ein Sauerland-Frühstücksbrettchen dürfte nun bei so mancher Jause auf dem Tisch liegen und daran erinnern: „Diese Sauerländer, das sind echte Kämpfer – die schaffen es locker über die Alpen.

Und für die vier Trailläufer steht fest: „Unser Leben hat eine neue Geschichte auch wenn wir vieles noch in den nächsten Wochen aufarbeiten müssen.

Quelle: Sauerland-Tourismus e.V.